Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt erhalten 213.000 Euro Landesmittel für Modellprojekt "Mobilität im ländlichen Raum"

von Romy Marschall




Heute nachmittag überbrachte der Niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann den offiziellen Zuwendungsbescheid für das Projekt "Modellregion Mobilität im ländlichen Raum" an die Landräte von Wolfenbüttel und Helmstedt Jörg Röhmann und Matthias Wunderling-Weilbier. Insgesamt 213.000 Euro  Landesmittel aus dem Regionalisierungsfonds hatte der Minister im Gepäck, mit denen das Projekt über drei Jahre gefördert werde. Beide Landkreise beteiligen sich mit Eigenmitteln von insgesamt 40.000 Euro an dem Projekt.

Mit der Übergabe fiel der Startschuss für ein landesweit einmaliges Projekt, bei dem die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit Partner sind. Die Trägerschaft liegt beim Landkreis Wolfenbüttel, Projektleiterin ist Christiana Steinbrügge. Die Leiterin der Bildungszentrums des Landkreises stand auch schon für das erfolgreiche Modellprojekt "Zukunftsregion Gesundheit" in der Verantwortung.

"Mobilität und Erreichbarkeit sind für die Lebensqualität und Attraktivität als Wohn- und Arbeitsstandort von enormer Bedeutung. In einem Flächenland wie Niedersachsen ist dies eine große Aufgabe. Ziel der Landesregierung ist es Mobilität und Erreichbarkeit der Daseinsvorsorge in allen Teilräumen des Landes sicherzustellen und zu verbessern," führte Minister Lindemann aus. Daher sei das Modellprojekt von "außerordentlichem Interesse" für das Land und werde "exemplarisch als bottom-up Prozeß begleitet."

Helmstedts Landrat Matthias Wunderling-Weilbier betonte die hervorragende Kooperation mit dem Landkreis Wolfenbüttel, "eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit." Landrat Röhmann pflichtete dem bei und unterstrich das Anliegen, "den demographischen Wandel zu gestalten, wo er zu gestalten sei." Als Beispiel nannte der Wolfenbüttler Landrat die geplante Einführung einer "Ambulanten Arztpraxis" ab dem ersten Quartal 2013, die bisher einmalig in Niedersachsen sei.

"Zusammen mit lokalen Mobilitätspartnern aus den Bereichen Gesundheitswesen, Einzelhandel, Bildung und Soziales sollen im Zuge eines Mobilitätsmanagements die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um konkrete Angebote zu entwickeln," erläuterte Projektleiterin Christiana Steinbrügge. "Denkbar sind beispielsweise Bürgerbusse, Pendlerportale, Fahrradverleihsysteme oder E-Bike-Stationen. Auch ehrenamtliche Mobilitätsagenten vor Ort in den Gemeinden haben sich andernorts bewährt und sind vorstellbar." Bereits eingeführt seien Anrufsammeltaxen.

Als erster Schritt solle im Landkreis Wolfenbüttel eine Koordinierungsstelle eingerichtet werden, um Bedarfe zu ermitteln, Angebote zu vernetzen und Lösungsansätze zu finden. Später seien auch Bürgerversammlungen in den Gemeinden geplant. "Wir werden Betroffene zu Beteiligten machen," betonte Landrat Röhmann. "Zwei Drittel unserer Bevölkerung im Landkreis sind Auspendler. Wenn wir die Infrastruktur innerhalb der Landkreise nicht entsprechend entwickeln, werden die Menschen den Landkreis verlassen."