Überraschung: Ex-Bürgermeister Pink unterstützt diesen Landtagskandidaten

Gemeinsam mit seinem Bruder Winfried und dem ehemaligen CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Eckbert Schulze mischt sich Wolfenbüttels ehemaliger Bürgermeister in den Landtagswahlkampf ein.

von Werner Heise


Thomas und Winfried Pink (v.l.) sowie Eckbert Schulze sprechen ihre Wahlunterstützung aus.
Thomas und Winfried Pink (v.l.) sowie Eckbert Schulze sprechen ihre Wahlunterstützung aus. Foto: privat

Wolfenbüttel. Überraschend haben sich jetzt drei nicht ganz unbekannte Wolfenbütteler in den Landtagswahlkampf eingemischt und einem Direktkandidaten ihre Wahlunterstützung ausgesprochen. Das wäre normalerweise keine Nachricht wert, würde es sich denn nicht um prominente Wolfenbütteler Persönlichkeiten handeln, die damit in einem fast schon erloschenen Feuer stochern.


Lesen Sie auch: Die Landtagswahl rückt näher: Doch wer darf überhaupt alles wählen?


Am 9. Oktober wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Die Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler sind aufgerufen, sowohl einen örtlichen Direktkandidaten nach Hannover zu entsenden, als auch der landesweiten Kandidatenliste einer Partei ihre Stimme zu geben. Gemessen an vorherigen Wahlen wird dies bei den Direktkandidaten im Wahlkreis Wolfenbüttel-Nord vor allem ein Kampf zwischen dem CDU-Kandidaten Holger Bormann und dem SPD-Kandidaten Jan Schröder werden.

"Konstruktiv und kollegial" - Pink & Co. sprechen sich für einen Kandidaten aus


In einer gemeinsamen Pressemitteilung, die unserer Redaktion am heutigen Donnerstagmittag zuging, sprechen sich Wolfenbüttels ehemaliger Bürgermeister Thomas Pink und sein Bruder, der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Wolfenbüttel, Winfried Pink sowie der einstige CDU-Stadtverbandsvorsitzende Eckbert Schulze für die Wahl des SPD-Mannes Schröder aus.

Jan Schröder, Vorsitzender des Rates der Stadt Wolfenbüttel und Direktkandidat der SPD zur Landtagswahl in Niedersachsen.
Jan Schröder, Vorsitzender des Rates der Stadt Wolfenbüttel und Direktkandidat der SPD zur Landtagswahl in Niedersachsen. Foto: Werner Heise


"Wir haben mit Jan Schröder über viele Jahre im Rat der Stadt Wolfenbüttel konstruktiv und kollegial zusammengearbeitet. Jan Schröder wird diesen Wahlkreis in Hannover außerordentlich gut vertreten! Davon sind wir überzeugt. Er kennt Land und Leute und kann sich daher in die relevanten Themen schnell und gründlich einarbeiten. Schon im Rahmen der gemeinsamen Ratsarbeit haben wir Jan Schröder als sehr fleißigen, präsenten und kompetenten Kollegen erlebt, der immer sachorientiert entschieden hat. Als Vorsitzender des Sportausschusses und des Aufsichtsrates der Stadtbetriebe Wolfenbüttel GmbH erwarb er sich hohe Anerkennung bei den Mitgliedern dieser Gremien. Vor allem so wichtige Entscheidungen wie etwa den grundlegenden Neubau der Sportanlage Meesche hat er engagiert während Planung und Umsetzung begleitet. Seit Beginn der neuen Ratsperiode, im Herbst 2021, leitet er als Ratsvorsitzender die Gremiensitzungen. Mit Jan Schröder im Landtag hätten wir einen zuverlässigen, fleißigen und bürgernahen Interessenvertreter unserer Region", so die ehemaligen Kommunalpolitiker.

Lesen Sie auch: "Wir sind selber schuld" - Frank Oesterhelweg zur aktuellen CDU-Krise


Vor dem Hintergrund der Eskalation im Bürgermeisterwahlkampf im vergangenen Jahr hat das jetzige Handeln Brisanz. Damals stellte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Winfried Pink gegen den parteieigenen Kandidaten Dr. Adrian Haack und unterstütze offen den heutigen Bürgermeister Ivica Lukanic (parteilos). Es folgte, so auch für Eckbert Schulze, die Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens, woraufhin Winfried Pink und Eckbert Schulze aus der Partei ausgetreten sein sollen. Thomas Pink hingegen, der bereits vor Jahren aus der CDU austrat, als parteilos galt und sich offen für das "Bündnis unabhängiger Wähler" (BuW) engagierte, unternahm 2021 hingegen den Versuch noch einmal in die CDU einzutreten, zog den Antrag dann jedoch wieder zurück.

Lesen Sie auch: Thomas Pink geht - Ist Oesterhelweg nun froh?


Holger Bormann tritt für die CDU als Direktkandidat bei der Landtagswahl in Niedersachsen an.
Holger Bormann tritt für die CDU als Direktkandidat bei der Landtagswahl in Niedersachsen an. Foto: Thomas Stödter


Warum sich die jahrelangen CDU-Mitglieder für den SPD-Kandidaten und damit gegen Holger Bormann aussprechen, verraten die drei in ihrer Pressemitteilung nicht. Bormann selbst hatte sich im Bürgermeisterkandidaten-Eklat auffällig mit Äußerungen zurückgehalten, sich am Ende jedoch für die Unterstützung Haacks ausgesprochen. Bormann selbst befand sich zu dieser Zeit im Bundestagswahlkampf, den er gegen Dunja Kreiser (SPD) verlor.


mehr News aus Wolfenbüttel

Themen zu diesem Artikel


Landtagswahl Niedersachsen SPD CDU