Schöppenstedt. Sie trägt keine Bücher und schreibt auch keine Klassenarbeiten – und trotzdem gehört ihre Schultasche fest zu ihrem Schulalltag: Wenn Marly morgens durch den Flur der IGS Schöppenstedt läuft, ist ihr die Aufmerksamkeit sicher. Die zweijährige Golden-Retriever-Hündin ist Schulhündin der IGS und hat in den vergangenen Tagen vor allem die neuen Fünftklässler neugierig gemacht.
Gemeinsam mit ihrer Halterin und ausgebildeten Schulhundeführerin Frau Voß, Lehrkraft und Tutorin an der IGS Schöppenstedt, besuchte Marly die neuen fünften Klassen. Jeweils eine Unterrichtsstunde lang drehte sich dabei alles um die junge Hündin – und um die Frage, was ein Hund eigentlich mit Schule und Lernen zu tun hat.
Körpersprache richtig verstehen
Zunächst ging es um Marlys Herkunft und ihre besonderen Rassemerkmale. Als Golden Retriever gehört sie zu den Jagdhunden und wurde ursprünglich dafür gezüchtet, Wild, z.B. Enten zuverlässig zu apportieren. Eine Fähigkeit, die Marly bis heute mit Begeisterung unter Beweis stellt. Besonders aufmerksam wurden die Schülerinnen und Schüler, als es um die Körpersprache von Hunden ging. Haltung der Rute, Körperhaltung und Gesichtsausdruck können viel darüber verraten, wie sich ein Hund gerade fühlt. Die Kinder lernten, Marlys Signale wahrzunehmen und zu verstehen, wann sie Kontakt sucht und wann sie lieber ihre Ruhe haben möchte.
Vierbeinige Unterstützung im Unterricht
Doch Marly ist nicht nur zum Kuscheln da. Im Mittelpunkt stand auch die Frage, wie ein Schulhund den Unterricht bereichern kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Marly kann Ruhe in eine Lerngruppe bringen, als Lesemotivator dienen oder Aufgaben auf spielerische Weise unterstützen. So kann sie beispielsweise Buchstaben apportieren und damit zum „Zufallsgenerator“ für eine Unterrichtsaufgabe werden.
Auch im Kunstunterricht kann die Hündin zum Bestandteil kreativer Aufgaben werden. Im Sozialtraining wiederum bietet die Arbeit mit Marly zahlreiche Möglichkeiten, ganz praktisch über Rücksichtnahme, Verantwortung, Kommunikation und einen respektvollen Umgang miteinander zu lernen.
Erste Fans gewonnen
Für die neuen Fünftklässler war die Begegnung mit Marly aber vor allem ein Erlebnis. Nach dem gemeinsamen Kennenlernen durften die Schülerinnen und Schüler die junge Hündin vorsichtig streicheln und zum Abschluss auch ein Leckerli geben.
Marly hat damit bereits zu Beginn des neuen Schuljahres viele neue Fans gewonnen. Der Schüler Phil sagte: „Es war schön, dass wir Marly kennenlernen durften. Marlys Anwesenheit kann auch entspannen und Anspannungen lösen.“ Der Schüler Moritz ergänzte: „Besonders war, dass Marly so nett und zutraulich ist und sich streicheln lässt. Das kann auch Stress abbauen.“
Und wenn sie morgens wieder mit ihrer Schultasche durch die Flure der IGS Schöppenstedt läuft, wird sie vermutlich schon von dem einen oder anderen neuen Fünftklässler sehnsüchtig erwartet. Denn eine Schule mit einer Schulhündin ist ein bisschen mehr als nur ein Ort zum Lernen – manchmal kommt dort auch eine vierbeinige Lernbegleiterin zur Tür herein.


