Wahltrends: Aufstrebende AfD krallt sich Salzgitter, Region bleibt rot

Wahltrends der Region Braunschweig: Die AfD legt überall deutlich zu. Ansonsten dominiert rot: Die SPD stellt die Mehrheiten in allen Kreistagen und in vielen Stadträten.

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Dieses Bild zeichnet sich in fast allen Kommunen der Region ab: Im Rat der Stadt Braunschweig vergrößert die AfD die Anzahl ihrer Sitze von 2 auf 7, während die SPD stärkste Kraft bleibt.
Dieses Bild zeichnet sich in fast allen Kommunen der Region ab: Im Rat der Stadt Braunschweig vergrößert die AfD die Anzahl ihrer Sitze von 2 auf 7, während die SPD stärkste Kraft bleibt. | Foto: Matthias Kettling

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Region. Die Kommunalwahlen in der Region Braunschweig zeigen einen klaren Trend. So legt unter anderem die vom Verfassungsschutz in Niedersachsen beobachtete AfD fast überall deutlich zu. Ganz besonders auffällig: Salzgitter. In der Stahlstadt hat die AfD jetzt die meisten Sitze im Rat. Zudem schafft es die Kandidatin Patricia Mair in die Stichwahl und tritt gegen Amtsinhaber Frank Klingebiel (CDU) an. Ansonsten zeigt sich aber auch: Die Region Braunschweig stellt weiterhin zahlreiche SPD-Hochburgen.



Beim Blick auf die Wahlkarte Niedersachsens mit den Wahlgewinnern in den Räten gibt es zwischen den vielen roten (SPD) und schwarzen (CDU) Flächen ein paar wenige grüne, graue und gelbe Ausreißer. Und eben zwei blaue: Die AfD stellt in Munster (Heidekreis) die Mehrheit und eben auch in unserer Region im Rat der Stadt Salzgitter. Mit 27,4 Prozent der Stimmen ist sie die stärkste Kraft, während SPD (25,8 Prozent) und CDU (23,2) im Vergleich zu 2021 an Stimmen verloren haben. 13 Sitze hat die AfD künftig im Rat der Stadt Salzgitter. Bei der Oberbürgermeisterwahl hat zwar der Amtsinhaber Frank Klingebiel gestern Abend das beste Ergebnis (45,6 Prozent) eingefahren, doch in die Stichwahl schafft es die AfD-Frau Patricia Mair (25,7). Salzgitter sticht damit als eine der neuen blauen Hochburgen Niedersachsens hervor.

AfD legt überall in der Region Braunschweig zu


Auch in Braunschweig konnte sich Mirco Hanker (AfD) anfangs noch Hoffnung machen, in die Stichwahl einzuziehen. Am Ende landete er aber bei der OB‑Wahl auf Platz 4. Mit seinen erreichten 11,2 Prozent der Stimmen hat er sein Ergebnis aus 2021 (4,3) mehr als verdoppelt. "Für mich persönlich ist das ein guter Erfolg", sagte Hanker im Gespräch mit regionalHeute.de. Auch bei der Ratswahl legte die AfD in der Löwenstadt deutlich zu. Mit 11,8 Prozent der Stimmen wird sie viertstärkste Kraft im Stadtparlament. "Wir fahren ein sehr gutes Ergebnis ein, werden uns verdrei- oder vervierfachen, was die Anzahl der Ratsmitglieder angeht", sagte Hanker gestern Abend. Tatsächlich wird die AfD statt zwei künftig sieben Ratsmitglieder in Braunschweig stellen.


In den anderen Städten und Landkreisen der Region legt die AfD ebenfalls deutlich zu. In den Städten Wolfsburg (17,1), Goslar (18,5), Peine (19,2), Gifhorn (21,3) und Helmstedt (20,9) wird sie jeweils drittstärkste Kraft im Rat. Nur in Wolfenbüttel landet sie auf Platz 4. Auf Landkreisebene setzt sich der Trend fort. Ebenfalls drittgrößte Fraktion wird die AfD in den Kreistagen Wolfenbüttel (16,7), Helmstedt (20,4), Goslar (18,8), Peine (18,8) und Gifhorn (20,7). "Die AfD ist seit heute Kommunalpartei", sagte Landesvorsitzender Ansgar Schledde gestern im Blick auf die Zahlen aus ganz Niedersachsen.

SPD bleibt stark in der Region


Ein anderer Trend, den die Kommunalwahlen gezeigt haben: Die SPD bleibt eine Macht in der Region. Die Sozialdemokraten stellen die Mehrheit in allen Kreistagen der Landkreise rund um Braunschweig, also in Peine, Gifhorn, Helmstedt, Wolfenbüttel und Goslar. Auch in den Stadträten von Braunschweig, Peine, Goslar, Gifhorn und Helmstedt hat die SPD die meisten Stimmen eingesammelt. In der Stadt Peine ist zudem Klaus Saemann direkt mit absoluter Mehrheit als Bürgermeister wiedergewählt worden. In Braunschweig kommentierte Thorsten Kornblum sein Ergebnis bei der Oberbürgermeisterwahl mit den Worten: "Die SPD ist in Braunschweig die Partei der Mitte. Wir sind die Braunschweig-Partei."

Ein Gegenbeispiel zu dem Trend lieferte allerdings Dennis Weilmann. Der bisherige CDU-Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg wurde mit absoluter Mehrheit direkt im Amt bestätigt. Seine CDU zog zudem bei der Ratswahl an der SPD vorbei und wurde stärkste Kraft.

Die SPD bestätigt ihre Stellung in unserer Region aber weiterhin zum Beispiel in den Gemeinden des Landkreises Peine. Dort hat sie alle Ratswahlen gewonnen. Auch in den Landkreisen Goslar und Gifhorn sind die meisten Flächen rot. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die SPD hat ebenso wie die CDU im Vergleich zu 2021 fast überall an Prozentpunkten verloren.