Großprojekt am Bahnhof Wolfenbüttel: So geht es jetzt weiter

Seit dem heutigen Montag läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung für die Änderung des Flächennutzungsplans. Doch viel Zeit ist dafür nicht.

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Um das Areal links vom Bahnhof geht es.
Um das Areal links vom Bahnhof geht es. | Foto: Matthias Kettling

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Wolfenbüttel. "Bahnhofsbereich Süd-Ost" heißt das Großprojekt am Wolfenbütteler Bahnhof, in dessen Zuge das Areal des früheren Entertainment-Centers Check-In gründlich umstrukturiert werden soll. Im Frühjahr 2025 wurden die Pläne bekannt, vor einem knappen Jahr die erste Grundsatzentscheidung des Rates getroffen, dann war es lange Zeit ruhig. Doch nun folgt der nächste Schritt: Am heutigen Montag startet die Öffentlichkeitsbeteiligung.



Zunächst einmal geht es um die nötige Änderung des Flächennutzungsplans. Hierzu ist rechtlich eine Beteiligung der Öffentlichkeit in Verbindung mit der Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange vorgesehen. Zeit dafür ist vom heutigen Montag zwei Wochen lang bis zum 2. Oktober. Einzelheiten hierzu findet man hier.

Jahrelanger Leerstand


Doch worum geht es? Ziel der Änderung des Flächennutzungsplans sei es, das zentral im Stadtgebiet in Nachbarschaft zum Bahnhof gelegene Areal in seinem Bestand neu zu ordnen, heißt es in der Erläuterung der Verwaltung. Durch die Nutzungsaufgabe des Cinestar-Kinos an der Halchterschen Straße bestehe seit Mitte 2023 ein baulicher Leerstand. Die Baustruktur und die Räumlichkeiten seien so speziell, dass sie ohne tiefgreifenden Umbau nur in vergleichbarer Funktion nachgenutzt werden könnten, was nicht zu erwarten sei.

Um der Gefahr einer dauerhaften Gewerbe­brache vorzubeugen, bestehe an dieser prädestinierten innenstadtnahen Stelle ein städtebaulicher und gestalterischer Handlungsbedarf. Um diesen Standort künftig wieder attraktiv zu gestalten, sei in enger Abstimmung mit der Verwaltung vom Eigentümer ein Konzept entwickelt worden, das unter Einbezug des großen städtischen Parkplatzes im Südosten eine geordnete städtebauliche Entwicklung sicherstellen soll.

Das ist geplant


Neben einer potenziellen Erweiterung des Hotels im Norden, sollen im Rahmen der Nachverdichtung in dem rückwärtigen Bereich parallel zur Bahn, Neubauten errichtet werden. Aufgrund der kurzen Entfernung zum Bahnhof Wolfenbüttel sowie der sehr guten Anbindung an den ÖPNV werde eine gewerbliche Nutzung wie Büros, Verwaltung, Gesundheitsdienstleister angestrebt. Für den sich aus den aktuellen und zukünftigen Nutzungen ergebenden Stellplatzbedarf sowie die entfallenden rund 330 ebenerdigen Stellplätze soll im Südosten ein Parkhaus entstehen.

Durch die Planung werde es zu verstärkten wirtschaftlichen Aktivitäten im Plangebiet kommen. Durch die Änderung der Sonderbaufläche in eine gewerbliche Baufläche soll ein breiteres und größeres Nutzungsspektrum im Plangebiet ermöglicht werden, so das Motiv hinter der Flächennutzungsplanänderung. Zusätzlich werde durch ein neues Parkhaus eine effektivere Nutzung der Fläche für Parkraum unmittelbar angrenzend an die Innenstadt und den Bahnhofsbereich geschaffen.

Höheres Verkehrsaufkommen


Da die bisherigen ebenerdigen Stellplätze in ein Parkhaus überführt werden sollen, würde eine geringere Grundfläche als bisher versiegelt. Allerdings werde sich durch die größere Stellplatzzahl und die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen im Plangebiet voraussichtlich das Verkehrsaufkommen erhöhen.

Daher sind jetzt nicht nur die Behörden und Träger öffentlicher Belange aufgefordert, sich zum erforderlichen Umfang und Detaillierungsgrad der Umweltprüfung zu äußern. Auch werde es gutachterliche Untersuchungen zum Artenschutz, zur Verkehrsplanung, zum Immissionsschutz, zu den Baugrundverhältnissen und zu hydrologischen Verhältnissen geben.

Parallel wird auch an der Aufstellung des Bebauungsplans "Bahnhofsbereich Süd-Ost" gearbeitet.