Wolfsburg. Leises Stimmengewirr dringt über dem Flur der Station „Regenbogen“ der Kinder- und Jugendpsychosomatik im Klinikum Wolfsburg. Aus dem Therapieraum ist ein vorsichtiges Lachen zu hören, dazwischen gibt es aber immer wieder Momente der Stille. Kinder und Jugendliche finden hier Schritt für Schritt zurück ins Leben.
Auch dank der Werker Stiftung Wolfsburg. Mit einer Spende in Höhe von 36.000 Euro stärkt sie die Kinder- und Jugendpsychosomatik des Klinikums und damit einen Bereich, in dem Heilung Zeit, Vertrauen und oft auch ungewöhnliche Wege braucht. Ziel der Förderung ist es, die therapeutischen Angebote für junge Patientinnen und Patienten nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. Das berichtet das Klinikum Wolfsburg in einer Pressemitteilung.
Der entscheidende Unterschied
„Die Spende ermöglicht es uns, wichtige therapeutische Bausteine weiterhin in der erforderlichen Intensität anzubieten“, erklärt Prof. Dr. Jacqueline Bauer, Chefärztin der Kinderklinik. „Gerade in der Kinderpsychosomatik sind multiprofessionelle Ansätze von der ärztlichen und psychologischen Betreuung bis hin zu spezialisierten Therapieangeboten wie Kunst-, Musik- oder Bewegungstherapie entscheidend. Diese ganzheitliche Versorgung macht für unsere Patientinnen und Patienten entscheidende Unterschiede.“
Das Team der Kinderpsychosomatik versorgt Kinder und Jugendliche, deren Alltag durch komplexe Wechselwirkungen von körperlichen und seelischen Belastungen aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Folgen sind unter anderem Essstörungen, Angst- und Zwangserkrankungen, somatoforme Störungen sowie psychosoziale Krisensituationen. Schulbesuch, Freundschaften, unbeschwerte Momente sind für sie nicht mehr selbstverständlich. Therapeutische Angebote wie Reiten, Schwimmen oder kreative Projekte helfen ihnen dabei, Stabilität zurückzugewinnen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Individuell auf die Bedürfnisse eingehen
„Gerade diese ergänzenden Therapieformen sind für den Behandlungserfolg essenziell. Sie können aber nicht ausreichend über die erzielbaren Erlöse finanziert werden“, erklärt die Leitende Psychologin Natalia Harms. „Die Unterstützung der Werker Stiftung gibt uns die Möglichkeit, individuell auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und ihnen Erfahrungen zu ermöglichen, die heilsam sind und nachhaltig wirken.“
Für die Werker Stiftung ist die Förderung ein konsequenter Schritt im Sinne ihres Stiftungszwecks. Mit ihrem Engagement führt sie das Ziel ihrer Gründer Günter und Hanna Lora Werker, die beide 2011 verstarben, fort. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dort zu unterstützen, wo Hilfe besonders nachhaltig wirkt“, erklärt der Vorsitzende Dieter Söchtig. „Die Kinderpsychosomatik leistet einen unverzichtbaren Beitrag für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Wir möchten den jungen Menschen mit der Spende an das Klinikum eine weitere Basis dafür schaffen, dass ihnen Hoffnung gegeben wird, und sehen sie als Beitrag zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe.“
Bedeutung psychischer Gesundheit
Die Unterstützung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bedeutung psychischer Gesundheit bei jungen Menschen zunehmend in den Fokus rückt. „Diskussionen über Chancengleichheit, Versorgungslücken und Prävention zeigen, dass der Bedarf groß ist und wächst“, ergänzt Chefärztin Prof. Dr. Bauer.
Die Kinder- und Jugendpsychosomatik im Klinikum Wolfsburg verfolgt ein integratives, stationäres Behandlungskonzept, das medizinische, psychologische und pädagogische Elemente eng miteinander verzahnt. In einem geschützten Rahmen werden Kinder und Jugendliche individuell begleitet, um körperliche Symptome besser zu verstehen, emotionale Belastungen zu verarbeiten und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf der Einbindung der Familien, um nachhaltige Therapieerfolge zu erzielen.

