Hebebühnen-Vermieter: Dieses Unternehmen meldet Insolvenz an

Darum ist das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 3 Millionen Euro in finanzielle Schieflage geraten. So soll es gerettet werden.

Oliver Barth sucht zusammen mit dem Insolvenzverwalter nach einer Lösung für seine Firma WOB-SKY.
Oliver Barth sucht zusammen mit dem Insolvenzverwalter nach einer Lösung für seine Firma WOB-SKY. | Foto: WOB-SKY GmbH

Wolfsburg. Die WOB-SKY GmbH aus Wolfsburg hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilt die Kanzlei Schultze & Braun mit, die mit Tobias Hartwig den vorläufigen Insolvenzverwalter stellt. Dieser habe sich einen Überblick über die wirtschaftliche Situation und die Sanierungsmöglichkeiten des Unternehmens verschafft und wolle jetzt zusammen mit Oliver Barth, dem Gründer und Geschäftsführer von WOB-SKY, eine Sanierungslösung erreichen.



Der Spezialist im Bereich Verkauf und Vermietung von Arbeitsbühnen sowie Teleskop- und Gabelstaplern und die rund 15 Arbeitsplätze am Unternehmenssitz in Wolfsburg sollen erhalten werden. Dies wäre durch eine Sanierung aus eigener Kraft über einen sogenannten Insolvenzplan, den Einstieg eines Investors in das bestehende Unternehmen, aber auch die Integration von WOB-SKY in eine Unternehmensgruppe möglich, teilt der Insolvenzverwalter mit.

Insolvenzverwalter auf Suche nach Investoren


„Es haben sich bereits erste Interessenten gemeldet, mit denen wir nun Gespräche führen. Zudem werden wir aktiv auf potenzielle Investoren zugehen“, sagt Tobias Hartwig, der vorläufige Insolvenzverwalter. Für die Suche nach Investoren für das Unternehmen, das seit über zehn Jahren bundesweit aktiv ist und einen Jahresumsatz von drei Millionen Euro erzielt, hat Tobias Hartwig die Unternehmensberatung Deloitte beauftragt. „Mit dem passenden Partner sehe ich gute Chancen, dass WOB-SKY mit seinem Leistungsportfolio auch in Zukunft am Markt aktiv sein kann“, sagt Tobias Hartwig. Der Diplom-Wirtschaftsjurist leitet unter anderem den Standort Braunschweig der bundesweit vertretenen Kanzlei Schultze & Braun.

Bundesweite Vermietung moderner Arbeitsbühnen


Der Verkauf und die Vermietung von Arbeitsbühnen sowie Teleskop- und Gabelstaplern, aber auch das Schulungs- und Serviceangebot von WOB-SKY laufen unterdessen in vollem Umfang weiter. „Für nahezu alle Tätigkeiten, bei denen es hoch hinausgehen muss, haben wir die passenden Fahrzeuge, Anlagen oder Gerätschaften – und das lokal, regional und bundesweit“, sagt Oliver Barth. „Unser Unternehmen hat sich seit der Gründung kontinuierlich weiterentwickelt – technisches Know-how, hohe Lieferbereitschaft und profunde Marktkenntnis sind für uns bis heute selbstverständlich und zusammen mit einer individuellen Beratung Grundlage unserer Tätigkeit.“

Das Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von drei Millionen Euro. Die finanzielle Schieflage sei unter anderem durch das herausfordernde Marktumfeld im Bau- und Immobilienbereich entstanden, das sich auch angesichts der steigenden Preise für Materialien und Rohstoffe stetig eingetrübt habe. WOB-SKY sei laut Pressemitteilung der Insolvenzverwaltung davon direkt durch die steigenden Kosten und zudem durch die Krise bei den Kunden betroffen, bei denen höhere Kosten zu weniger Aufträgen führen. „Weniger Baustellen und Dienstleistungen im Gebäudebereich bedeuten zwangsläufig auch weniger Arbeitsbühnen“, fasst Oliver Barth die aktuelle Herausforderung zusammen.

„Viele unserer Kunden leihen ihre Arbeitsbühnen und Stapler regelmäßig bei uns. Da sie auch von der Krise in ihrer Branche betroffen sind, konnten und können sie uns nicht wie gewohnt beauftragen.“ Hinzu käme der Fachkräftemangel. Dadurch konnte WOB-SKY mitunter weniger Aufträge bearbeiten und hatte selbst höhere Kosten als geplant, da die fehlenden Mitarbeiter temporär von extern verpflichtet werden mussten, so der Geschäftsführer weiter. Diese Kombination aus wirtschaftlichen Herausforderungen führte zu einer Liquiditätslücke, die kurzfristig nicht aus eigener Kraft geschlossen werden konnte.

Mit den Optionen des Insolvenz- und Sanierungsrechts soll das Unternehmen jetzt saniert werden. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter, die über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert seien, seien mindestens bis Ende Juni gesichert.