Braunschweig. Unfälle zwischen Fahrradfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern – etwa Autofahrern – können für die Radler oftmals übel enden. Das gilt aber auch für alleinbeteiligte Unfälle – also zum Beispiel Stürze – von Radfahrern. Wie regionalHeute.de kürzlich berichtete, hat die städtische Unfallkommission in Braunschweig 72 Hotspots im Visier und blickt regelmäßig auf diese Häufungsstellen mit dem Ziel, die Anzahl der Unfälle dort mit entsprechenden Maßnahmen zu verringern. Für eine Ecke in der Innenstadt kann sie jetzt sogar einen deutlichen Erfolg vorweisen.
Neben den vielen Kreuzungen mit schlechter Sicht, an denen es zwischen Rad- und Autofahrern zu Crashs kommt, birgt eine Straße eine ganz andere Gefahr für Radler. Es geht um die Friedrich-Wilhelm-Straße und ihre Straßenbahnschienen, in deren Rillen die Zweiradreifen oftmals perfekt hineinpassen, was zu schmerzhaften Erlebnissen führen kann. Darauf weist ein Braunschweiger Rettungssanitäter hin, der sich an regionalHeute.de gewandt hat. Er schreibt unserer Redaktion: Die Friedrich-Wilhelm-Straße sei für ihn und "für viele Kollegen ein sehr vertrauter Einsatzort. Fahrradfahrer geraten mit ihren Rädern in die Schienen der Tram, kommen aus dem Gleichgewicht und stürzen."
Hohe Unfallquote an der Friedrich-Wilhelm-Straße
Zur Erklärung schreibt der Rettungssanitäter, der nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren immer mal wieder an dieser Stelle für Einsätze nach Fahrrad-Unfällen aktiv war: "Häufig kommen die Verunfallten vom Friedrich-Wilhelm-Platz und wollen dann Richtung Kohlmarkt abbiegen. Die Verletzungen reichen von leichten Prellungen bis hin zu schwerwiegenden Frakturen oder ernsten Kopfverletzungen. Braunschweigweit wäre dies – zumindest in meiner Einsatzerfahrung – die Stelle mit den meisten verletzten Fahrradfahrern."
Es könnte dabei durchaus eine "Dunkelziffer" geben. Schließlich wird bei weitem nicht jeder Sturz gemeldet – und so findet sicherlich nicht jeder Sturz den Eingang in die Statistik der Unfallkommission. Gleichwohl hatten auch die offiziellen Zahlen die hohe Unfallquote an dieser Stelle der Innenstadt bestätigt – zumindest bislang.
Tendenz nach Aufstellen von Gefahrenzeichen: positiv!
Die Braunschweiger Unfallkommission führt die Friedrich-Wilhelm-Straße tatsächlich als Unfallschwerpunkt für Radfahrer. Sie habe daher bereits mit Maßnahmen reagiert, die inzwischen offenbar erste Früchte tragen. An dieser Stelle hatte es laut dem aktuellen Kommissionsbericht 2022 noch zehn Unfälle mit Personenschaden gegeben, ein Jahr später waren es sogar elf, 2024 immerhin acht. Im vergangenen Jahr hatte es aber nur noch einen solchen Unfall gegeben. Die Maßnahme, die die Verantwortlichen umgesetzt hatten: Sie haben neue Gefahrenzeichen aufgestellt, die Radfahrer auf die Schienen aufmerksam machen sollen. Das erste Fazit dazu: "Tendenz positiv!"
Gleise werden erneuert
Im kommenden Jahr steht derweil eine Großbaustelle an. Dann sollen die Gleise in der Friedrich-Wilhelm-Straße/Waisenhausdamm erneuert werden. Der Rat hatte sich für eine Bauweise mit Stahlfaserbeton entschieden und damit gegen die Rasengleise. Bei beiden Varianten wurde aber die Unfalltendenz für Radfahrer ohnehin nicht betrachtet.

