Schotter oder Rasen: Worauf sollen Braunschweigs Straßenbahnen fahren?

Jetzt stehen wieder einige Entscheidungen an. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

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Archivbild | Foto: regionalHeute.de

Braunschweig. Rasen, Beton oder Schotter? Diese Frage stellt sich immer wieder, wenn es um den Neubau oder die Erneuerung von Straßenbahngleisen geht. Erst im Februar hatte der Rat eine Entscheidung für die Gleiserneuerung Friedrich-Wilhelm-Straße / Waisenhausdamm getroffen. Aktuell ist das Thema erneut in den politischen Gremien. Diesmal geht es um mehrere Standorte.



Fast alle sind sich einig, dass Rasen in den meisten Fällen die beste Gleisoberbauform ist. Neben der Entsiegelung des Bodens, wirkt das Gras auch schallschluckend. Doch es gibt einen oft entscheidenden Nachteil: Rasen ist die mit Abstand teuerste Form der Gleisgestaltung.

Entscheidung gegen Rasen


Entsprechend fiel im Februar die Entscheidung des Rates auch auf hellen Stahlfaserbeton, als es um den Waisenhausdamm ging. Eine kleine Hintertür hat man sich aber offen gehalten. Sollte die Landesnahverkehrsgesellschaft wider Erwarten als Oberbauform ein Rasengleis fördern, werde dieses anstelle hellen Stahlfaserbetons umgesetzt, heißt es in dem beschlossenen Antrag. Die Umsetzung durch die Braunschweiger Verkehrs GmbH ist für 2027 geplant.

Drei Beschlüsse stehen an


Aktuell stehen drei weitere Entscheidungen an. Der Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben hat in seiner Sitzung Ende April erste Weichen gestellt. Die Entscheidung trifft dann der Rat am 12. Mai. Dabei geht es um zwei Abschnitte der Straßenbahnlinie in Wenden sowie um die Gleisanlagen in der Langen Straße.

Die Entscheidungen für Wenden gehen in die gleiche Richtung wie die für den Waisenhausdamm. Für die Gleiserneuerung an der Wendeschleife Heideblick, die 2028 durchgeführt werden soll, sprach der Mobilitätsausschuss mehrheitlich eine Beschlussempfehlung für Schotter als Gleisoberbauform aus. Ebenfalls mit dem Hinweis, dass im Falle einer Förderung durch die Landesnahverkehrsgesellschaft in Bereichen mit viel Wohnbebauung Rasen verlegt werden soll. Die Mehrkosten hierfür werden auf gut 350.000 Euro geschätzt.

Kein Grün auf Rampen und Brücke


Beim zweiten Fall aus Wenden geht es um die Sanierung der Rampen und der Brücke über die A2. Für die Rampen sind Schottergleis und für die Brücke eine Pflastereindeckung geplant. Auf der Brücke sei aufgrund der vorhandenen Konstruktion ein Rasengleis technisch nicht
umsetzbar, heißt es in der Erläuterung der Beschlussvorlage. Auf den Rampen würde aufgrund der Autobahnnähe weder der ästhetische Mehrwert noch der Schallschutz die Mehrkosten für Rasen rechtfertigen, so Verwaltung und BSVG.

Dennoch sieht die Beschlussempfehlung des Mobilitätsausschusses eine Änderung vor. So solle im Abschnitt zwischen Rampenende und Haltestelle Geibelstraße ein Rasengleis anstelle von Schottergleis umgesetzt werden, sollte die Landesnahverkehrsgesellschaft dies fördern. Auch diese Maßnahme plant die BSVG für 2028.

Rasen für die Lange Straße


Anders lautet die vom Mobilitätsausschuss abgenickte Empfehlung der Verwaltung für die Sanierung der Gleisanlagen im Abschnitt Lange Straße. Zwischen Radeklint und westlich der Haltestelle Alte Waage soll die Gleisoberbauform Rasengleis beschlossen werden. Die Umsetzung ist für 2027 geplant.

Für den Oberbau im Bereich Haltestelle Alte Waage, Küchenstraße bis zur Hagenbrücke soll eine separate Beschlussfassung erfolgen. Für diesen Bereich sei eine Neuaufteilung des Verkehrsraums in der Diskussion. Mit einer jetzigen Festlegung auf eine Oberbauform könnten denkbare Lösungen von vornherein verhindert werden. Das wolle man vermeiden.

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