Architekturstudenten entwerfen temporären Innenstadt-Pavillon

Eine Ausstellung in der TU zeigt diese Woche die zehn besten Wettbewerbsbeiträge.

Die zehn Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs mit Vertreterinnen und Vertretern der Jury sowie der Architektenbüros.
Die zehn Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs mit Vertreterinnen und Vertretern der Jury sowie der Architektenbüros. | Foto: Dieter Beckert / TU Braunschweig

Braunschweig. Studentinnen und Studenten des Departments Architektur der Technischen Universität (TU) Braunschweig haben an einem vom Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig initiierten Architekturwettbewerb für Studierende teilgenommen. Ziel dieses Kooperationsprojekts zwischen der Stadt Braunschweig, der TU und dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) war der Entwurf eines temporären Pavillons für die Braunschweiger Innenstadt.



Wie die Stadt am heutigen Dienstag berichtet, entwickelten die Studierenden in ihren Entwürfen ganz unterschiedliche Pavillons: von einer mobilen, aufblasbaren Luftmembran über einen gelben Sonnenfächer mit verstellbaren Lamellen, der wie eine Skulptur wirkt und einem Pavillon aus Stampflehm bis hin zu einem Kubus aus alten Obstkisten, die zum vertikalen Garten werden und das Konzept der essbaren Stadt aufgreifen.

Entwürfe werden ausgestellt


Wichtig war bei allen Entwürfen die Berücksichtigung des Themas Nachhaltigkeit. So kommen recycelte Materialien zum Einsatz, integrieren die Studierenden in ihren Arbeiten ausgemusterte Bahnschienen oder verwenden neue Verfahren des 3D-Drucks, mit denen der Verbrauch der Baustoffe reduziert werden kann.

Eine sechsköpfige Jury hat am gestrigen Montag die eingereichten Wettbewerbsbeiträge beurteilt und zehn Entwürfe ausgewählt. Die Studierenden konnten an der Jurysitzung teilnehmen und so Diskussion und Entscheidungsfindung verfolgen. Den zehn Siegerinnen und Siegern des Wettbewerbs wurden Architektinnen und Architekten renommierter Braunschweiger Architekturbüros als Mentorinnen und Mentoren zugelost. Die Entwürfe sind diese Woche bis einschließlich Freitag, 10. Februar im Architekturpavillon der TU Braunschweig, Pockelsstraße 4, täglich von 9 bis 18 Uhr öffentlich ausgestellt.

Ein Student im Gespräch mit seinem künftigen Mentor.
Ein Student im Gespräch mit seinem künftigen Mentor. Foto: Dieter Beckert / TU Braunschweig


Der Pavillonentwurf soll die Leistungen der Architekturstudierenden dokumentieren. Darüber hinaus soll das Projekt durch die Kooperation mit Braunschweiger Architekturbüros, die die Weiterarbeit an den Entwürfen jetzt professionell bis zur späteren Ausführungsplanung begleiten, die Architekturkompetenz Braunschweigs abbilden.

Zukünftiges Ziel ist die Teilnahme der zehn Teams von Studierenden und Architektinnen und Architekten an einem weiteren Wettbewerb. Für das daraus als Sieger hervorgehende Team ist nach aktuellem Planungsstand eine erste Realisierung auf dem Domplatz vorgesehen. In den Sommermonaten soll der Pavillon als offener Raum unter anderem für Kulturveranstaltungen und Ausstellungen genutzt und damit ein Anziehungspunkt im Innenstadtbereich werden.

Das sind die Sieger


Emre Ertual und Hazel Gül, Ronja Gutermann, Marie Röpke, Luisa Hartmann, Kim-Sophie Stichnoth, Ioannis Kefalas, Nikolaus Hildebrandt, Friedrich Mühlmann und Josepha Zadow, Christopher Freier und Merlin Poschmann, Marc-André Tiede

Die teilnehmenden Architekturbüros waren: hsv-architekten bda, Ahola Architekten, OTTINGERARCHITEKTEN, KPN Architekten BDA | Architektur +Freiraum, Stauth Architekten, springmeier architekten, WELPvonKLITZING Architekten + Stadtplaner, GIESLER Architekten, Ahad Architekten BDA, jensenundhultsch architekten

Die Jury bestand aus Prof. Dr. Anja Hesse (Stadt Braunschweig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft), Cornelia Götz (Dompredigerin), Julia Hidde (BDA Braunschweig), Prof. Dr. Julian Busch (Berlin), Prof. Fahim Mohamadi (Stuttgart), Prof. Wolfgang Schulze (Kassel).

Das Projekt wird mit Mitteln der Europäischen Union – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Förderprogramms "Perspektive Innenstadt" als Teil der Reaktion der EU auf die Covid-19-Pandemie finanziert.

Als Reaktion auf den Strukturwandel in den Innenstädten haben die Stadt Braunschweig und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft im Oktober 2020 den Dialog zur Zukunft der Braunschweiger Innenstadt initiiert. Über öffentliche Dialogforen und verschiedene digitale Beteiligungsangebote haben Händlerinnen und Händler, Gastronominnen und Gastronomen, Kultur- und Kreativschaffende, Sozialpartnerinnen und -partner sowie Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit sich in den Innenstadtdialog einzubringen. Der Innenstadtdialog initiiert, begleitet und reflektiert Maßnahmen zur Stärkung der Braunschweiger Innenstadt, die teils auch im Rahmen der Landesförderprogramme "Perspektive Innenstadt!" und "Resiliente Innenstädte" umgesetzt werden.


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