Dieses Gebäude der TU Braunschweig kann bald gar nicht mehr genutzt werden

Bereits vor zwei Jahren wurde eine Teilräumung nötig. Wie es jetzt weitergehen soll, teilte die Niedersächsische Landesregierung auf Anfrage aus dem Landtag mit.

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Schon vor knapp zwei Jahren wurde eine Teilräumung des Gebäudes begonnen.
Schon vor knapp zwei Jahren wurde eine Teilräumung des Gebäudes begonnen. | Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. Bereits seit einiger Zeit bereitet das Gebäude der Technischen Universität Braunschweig am Langen Kamp 8 den Verantwortlichen Sorge. Schon vor knapp zwei Jahren wurde eine Teilräumung begonnen. Doch wie es weitergehen soll und wo möglicherweise Ersatz geschaffen werden könnte, blieb lange offen. Doch nun gibt die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage aus dem Landtag etwas Klarheit.



Die Braunschweiger CDU-Abgeordnete Sophie Ramdor hatte eine "Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung" zum Thema "Zukunft der Laborflächen am Langen Kamp 8 der TU Braunschweig" gestellt. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur lieferte Anfang Juli die Antwort.

Fünf Obergeschosse geräumt


Wie Sophie Ramdor in ihrer Anfrage erinnert, hatte die TU im September 2024 mitgeteilt, dass die fünf Obergeschosse des Institutsgebäudes Langer Kamp 8 aus Gründen des Gesundheitsschutzes schrittweise geschlossen und die betroffenen Bereiche etagenweise aufgegeben würden. Rund 130 Mitarbeiter waren hiervon betroffen. Die TU Braunschweig hatte erklärt, sie komme damit einer zu erwartenden Anordnung eines Beschäftigungsverbotes durch das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig zuvor.

Betroffen waren nach Angaben der Universität unter anderem Arbeitsgruppen der Battery Labfactory Braunschweig, des Instituts für Werkstoffe, des Instituts für Füge- und Schweißtechnik und des Instituts für Konstruktionstechnik sowie Laborflächen, Seminarräume und Forschungsgeräte. Das Untergeschoss und das Erdgeschoss sollten nach damaligem Stand unter Auflagen zunächst weiter genutzt werden können.

Taskforce sollte Lösungen finden


Im November 2024 hatte die TU Braunschweig über die Einrichtung einer Taskforce „Langer Kamp 8“ berichtet, so Ramdor weiter. Ziel sei es, den Weiterbetrieb der bislang dort untergebrachten Einrichtungen zu gewährleisten, Ersatzräume für Forschungsgeräte und Arbeitsplätze zu finden, Umzüge zu koordinieren und kurz-, mittel- sowie langfristige Lösungen vorzubereiten. Doch was wurde daraus?

Zeit läuft ab


Die Landesregierung bestätigt in ihrer Antwort zunächst, dass das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig die weitere Nutzung des Gebäudes „Langer Kamp 8“ zum 1. Januar 2025 untersagt hatte. Eine Weiternutzung der Labore und Werkstätten im Erd- und Untergeschoss des Gebäudes durch Mitarbeiter sei bis maximal 1. Oktober 2029 genehmigt worden.

Durch fakultätsinterne und fakultätsübergreifende Flächenverdichtungen habe die Unterbringung eines Großteils der Büroarbeitsplätze mit einem Umfang von etwa 1.900 Quadratmetern Nutzungsfläche im hochschuleigenen Gebäudebestand gesichert werden können. Die hierfür vorgesehenen Flächen befinden sich überwiegend in den Gebäuden Hans-Sommer-Straße 4/5 und Langer Kamp 6.

Bedarf an Ersatzflächen


Die TU Braunschweig hatte die Möglichkeiten untersucht, den Ersatzbedarf der Labor- und Werkstattflächen im Erd- und Untergeschoss des wegfallenden Gebäudes innerhalb des Gebäudebestands am Standort Braunschweig abzubilden. Das ernüchternde Ergebnis: Es stehen keine geeigneten Bestandsflächen für eine entsprechende Nutzung zur Verfügung. Daher bestehe zum 1. Oktober 2029 ein Bedarf an adäquaten Ersatzflächen.

Anbau geplant


Mit Schreiben vom 22. April 2026 hat die Universität eine Bedarfsanmeldung für die noch unterzubringenden Flächen vorgelegt, die vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur in einem Umfang von 3.187 Quadratmetern anerkannt wurde. Zur Deckung des Flächenbedarfs beinhaltet die Bedarfsanmeldung eine Teillösung in Form eines dreigeschossigen Hallenanbaus an das Gebäude Hans-Sommer-Straße 4/5. In diesem Gebäude wurden bereits schwerpunktmäßig die oben erwähnten Büroarbeitsplätze untergebracht. Der Anbau soll Werkstatt- und Laborflächen mit einer Nutzfläche von rund 2.200 Quadratmetern aufnehmen.

Im räumlichen Umfeld der bestehenden Konzentration von Maschinenbauinstituten am Langen Kamp bestehen keine geeigneten Flächenreserven, um ein eigenständiges Gebäude in der erforderlichen Größenordnung zu realisieren. Auf Grundlage des anerkannten Raumbedarfes erstellt die TU Braunschweig derzeit die Bauanmeldung für die Teilunterbringung an das Bestandsgebäude Hans-Sommer-Straße 4/5. Für den verbleibenden Flächenbedarf prüft die TU Braunschweig weitere Unterbringungsvarianten.

33,5 Millionen Euro


Für die Ersatzunterbringung des abgängigen Institutsgebäudes „Langer Kamp 8“ seien seitens des Landes 33,5 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes „Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz“ vorgesehen. Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Ministeriums sind es sogar rund 36,5 Millionen Euro. Der Anbau befindet sich derzeit im Planungsstadium. Vor diesem Hintergrund seien noch keine Bewilligungen gegenüber der TU Braunschweig ausgesprochen worden.

Eine kurzfristige Ersatzunterbringung sei mangels geeigneter Flächen hinsichtlich Art und Nutzung nicht möglich. Vor diesem Hintergrund verfolge die TU Braunschweig das Ziel, eine nachhaltige Lösung umzusetzen, die insbesondere mehrfachen, wirtschaftlich nachteiligen Umzügen sowie daraus resultierenden Nutzungsausfällen entgegenwirken soll. Die Universität beabsichtige daher, kurzfristig die Bauanmeldung für die genannte Teillösung vorzulegen. Hinsichtlich der darüber hinausgehenden Flächenbedarfe würden derzeit weitere Standortoptionen geprüft.

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