Kinder fuhren auf Güterzug mit: Bahnstrecke gesperrt

Zwei Kinder sorgten gestern Abend mit einer lebensgefährlichen Aktion für eine Sperrung der Bahnstrecke zwischen Helmstedt und Braunschweig.

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Symbolbild. | Foto: Stefan Stümpel

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Helmstedt. Am gestrigen Montagabend um 18:50 Uhr begaben sich ein 13-jähriges Mädchen und 12-jähriger Junge in Lebensgefahr. Sie kletterten im Bahnhof Helmstedt auf einen abgestellten Güterzug mit Kesselwagen. Wenig später fuhr der Zug in Richtung Braunschweig los – und auf ihm die beiden Kinder. Über den Vorfall berichtet die Bundespolizei Hannover in einer Pressemitteilung.



Glücklicherweise wurde diese Aktion durch den Fahrdienstleiter der DB AG sowie durch eine Bürgerin beobachtet, die sofort die Bundespolizeiinspektion Hannover und das Polizeikommissariat Helmstedt alarmierten. Nach etwa zwei Kilometern wurde der Güterzug durch einen Nothalt gestoppt und die Strecke beidseitig gesperrt. Insgesamt fünf eingesetzte Polizeibeamte des Polizeikommissariats Helmstedt entdeckten wenig später die beiden Kinder und konnten sie nach einer kurzen Flucht über ein Feld stellen. Beide wurden auf die
Dienststelle gebracht. Auch Bundespolizisten aus dem zuständigen Bundespolizeirevier Braunschweig erreichten kurze Zeit später die Dienststelle des Polizeikommissariats Helmstedt.


Bahnstrecke gesperrt


Aufgrund des Vorfalls musste die Strecke gesperrt werden, wodurch es zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kam. Die Streckensperrung konnte um 19:30 Uhr wieder aufgehoben werden. Nachdem die Identitäten der Kinder feststanden, wurden sie durch die Beamten an die jeweiligen Erziehungsberechtigten übergeben. Gegen sie wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Glücklicherweise blieben die beiden trotz ihrer leichtsinnigen und gefährlichen Aktion unverletzt.


Bundespolizei warnt


In Hinblick auf die vor kurzer Zeit begonnenen Schulferien macht die Bundespolizeiinspektion Hannover auf die besonderen Gefahren an Bahnanlagen aufmerksam: "Jeder Unfall im Bahnbereich ist dramatisch – und durch das Befolgen einiger einfacher Regeln zu vermeiden", so der Inspektionsleiter der Bundespolizeiinspektion Hannover, Polizeidirektor Martin Kröger. "Der wichtigste Grundsatz lautet: Bahnanlagen sind keine Spielplätze – es ist verboten, sie zu betreten! Auch wenn Fotos im Gleis, das Betreten von abgestellten Zügen oder die Abkürzung über die Schienen auf den ersten Blick noch so verlockend und berechenbar erscheinen – hier droht ernste Gefahr! Züge können, anders als Fahrzeuge auf der Straße, Hindernissen nicht ausweichen und haben aufgrund ihrer großen Masse einen Bremsweg von bis zu 1.000 Metern. Zudem sind sie erst spät zu hören und auch mit Blick auf ihre Geschwindigkeit nicht zu unterschätzen: ICE-Züge sind zum Teil mit über 200 Stundenkilometern unterwegs. Das bedeutet, dass 100 Meter in weniger als zwei Sekunden durchfahren werden. Zudem laufen durch die Oberleitungen 15.000 Volt, das ist das 65-fache einer Steckdose zu Hause. Es kann bereits tödlich sein, wenn man den spannungsführenden Leitungen nahekommt. Schon in einem Abstand von 1,5 Metern kann der Strom überspringen."


Dringende Bitte an Erwachsene


DB AG und Bundespolizei engagierten sich bereits seit Jahren, um Unfälle zu vermeiden, zum Beispiel in Kindergärten oder Schulen. Der Bedarf an Aufklärung sei nach wie vor groß. "Daher geht unsere dringende Bitte auch an Eltern, Erziehungsberechtigte, Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter, junge Menschen über Gefahren an Bahnanlagen zu sensibilisieren und deutlich zu machen, welche Folgen das Spielen auf Bahnanlagen haben kann", sagt Martin Kröger abschließend.

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