Braunschweig. Mit dem neuen Bahnhofsquartier "Umfeld Hauptbahnhof" bringt die Stadt Braunschweig ein ehrgeiziges und zukunftsweisendes Stadtentwicklungsprojekt auf den Weg. Der Rat hat für die Planung der Verwaltung jetzt grünes Licht gegeben. Am heutigen Dienstag beschloss er den entsprechenden Bebauungsplan mit örtlicher Bauvorschrift als Satzung und die Änderung des Flächennutzungsplans.
"Wir wollen in den kommenden Jahren ein modernes, nachhaltiges und lebenswertes Stadtviertel bauen, das sich durch einen Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Mobilität auszeichnet", sagt Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. "Das Bahnhofsquartier soll zu einem einladenden Entrée zur Stadt werden, mit klarer Orientierung zur City und einem zeitgemäßen städtebaulichen Kontext."
Das rund 18 Hektar große Bahnhofsquartier grenzt an die Planung für die "Bahnstadt" an, die im Jahr 2022 beschlossen wurde. Im Sinne des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK 2030) mit seinem Leitziel "Die Stadt kompakt weiterbauen" biete das Umfeld des Hauptbahnhofs die Chance, basierend auf einem städtebaulichen Wettbewerb direkt am Haupt-Mobilitätsknoten der Stadt ein urbanes und zukunftsfähiges Quartier zu entwickeln.
Das ist geplant
Weitestgehend auf versiegelten Flächen der sogenannten "autogerechten Stadtplanung" der 1960er Jahre soll ein Quartier der kurzen Wege entstehen, mit Raum für rund 600 Wohneinheiten, davon 30 Prozent im sozialen Wohnungsbau. Sie werden ergänzt durch Büros, Gastronomie, Gewerbe und soziale Einrichtungen. Die Verkehrsflächen werden, angepasst an den tatsächlichen heutigen Verkehr, reduziert, insbesondere die Kurt-Schumacher-Straße. Im Gegenzug wird Viewegs Garten erweitert. Der Park soll den Bürgerinnen und Bürgern neben Rückzugsräumen auch neue Treffpunkte insbesondere für Kinder und Jugendliche bieten. Begrünte Straßenräume werden Aufenthaltsqualität schaffen und das Mikroklima verbessern.
Die Planung sieht ein ambitioniertes, nachhaltiges Mobilitätskonzept vor. Dazu zählen ein leistungsstarker ÖPNV und attraktive Fahrradparkmöglichkeiten, ein neues Fernbusterminal, attraktive Fuß- und Radwege sowie Pkw-Stellplätze in Quartiersgaragen.
Auch Hauptbahnhof soll profitieren
Das Plangebiet erstreckt sich nordwestlich des Hauptbahnhofs in Richtung Innenstadt. Die meisten Flächen gehören der Stadt, Teilflächen befinden sich im Eigentum der Deutschen Bahn und einer Investmentgesellschaft. Mit beiden Projektpartnern steht die Stadt Braunschweig in engem Austausch. Es ist ein gemeinsames Ziel, ein urbanes und zukunftsfähiges Bahnhofsumfeld zu schaffen. Der Hauptbahnhof erhält durch die umfangreichen Umgestaltungsmaßnahmen einen angemessenen städtebaulichen Kontext.
So geht es weiter
Nach dem Erreichen dieses wichtigen planerischen Meilensteins ist die bauliche Umsetzung des Projekts in drei Abschnitten geplant. Die ersten baulichen Maßnahmen sollen Anfang 2030 beginnen, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet. Im ersten Abschnitt südlich des Ringes sollen zunächst die infrastrukturellen Projekte wie Fahrradparkhaus, Quartiersgarage und Fernbusterminal umgesetzt werden. Im zweiten Abschnitt soll der Umbau der Kurt-Schumacher-Straße und im letzten Abschnitt der Umbau des Rings mit Errichtung zweier Hochbauten an den Parkecken.

