Braunschweig. Der Bahnübergang an der Grünewaldstraße zwischen dem Östlichen Ringgebiet und Gliesmarode sowie Riddagshausen bleibt weiter geschlossen. Wie lange noch? Und wann starten da die Bauarbeiten? Zu diesen Fragen gab es zumindest einen Hinweis in der aktuellen Ratssitzung der Stadt Braunschweig.
Bis zum Sommer 2025 konnten an diesem Bahnübergang Fahrradfahrer und Fußgänger passieren – insbesondere für Radler aus dem Osten der Stadt eine willkommene Abkürzung auf der Fahrt Richtung Zentrum – und andersherum. Doch seitdem ist die Stelle komplett dicht. Die DB Infrago hatte vor einem Jahr mitgeteilt, dass der Bahnübergang gesperrt werden würde – voraussichtlich für fünf Jahre. Grund ist die Modernisierung, die durch die Inbetriebnahme eines neuen, elektronischen Stellwerks notwendig geworden sei. Der Schließung ging eine Debatte um die zukünftige Wesensart des Übergangs voraus – ob zum Beispiel ein Tunnel gebaut werden sollte. Es hatte sich aber ein Bürgerbegehren durchgesetzt, die bisherige Schrankenlösung beizubehalten.
Planung für den Bahnübergang noch nicht abgeschlossen
Nun ist der Übergang geschlossen – was für unzählige Bürger einen gewaltigen Umweg – über die Hans-Sommer-Straße im Norden oder die Ebertallee im Süden – mit sich bringt. Laut DB werde nun an der Schrankenlösung gearbeitet. Am Bauzaun vor Ort hängen inzwischen Plakate der Bahn. Darauf heißt es: "Warum steht hier ein Zaun? Weil wir bereits am Umbau arbeiten!" Von tatsächlichen Bauarbeiten ist dort aber seit der Sperrung nichts zu sehen. Eine Einwohnerfrage zielte nun im Rat der Stadt darauf ab, Neues zum Sachstand zu erfahren. Demnach sollte eine Planung für die Schrankenlösung noch in diesem Jahr vorliegen.
Für die Stadtverwaltung antwortete Bau- und Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa, der wiederum die DB Infrago um Stellungnahme gebeten hatte. Demnach seien die Planungen für die Schrankenlösung noch nicht abgeschlossen, sondern befänden sich im Status der Entwurfsplanung. Da der Stadt keine konkreten Pläne vorliegen, gebe es auch noch keine Vereinbarungen zwischen Stadt und Bahn. Auch seien noch keine Baufirmen beauftragt worden.
Alles entscheidende Frage muss geklärt werden
Wie lange dauert es also noch, bis die Planung vorliegt, mit der endlich auch die Bauarbeiten beginnen könnten? Dafür müsse zunächst eine alles entscheidende Frage geklärt werden, erläuterte Leppa: Welche Genehmigung wird für den Umbau des Bahnübergangs nötig sein? Kann er auf der bestehenden Infrastruktur gebaut werden oder nicht? Im letzteren Fall wäre ein eventuell jahrelang dauerndes Planfeststellungsverfahren nötig. Wie Leppa erklärte: "Ein Planfeststellungsverfahren dauert sehr lang. Könnte man auf dem Bestand aufbauen, würde es deutlich schneller gehen." Die Ergebnisse dieser Prüfung stehen aber weiterhin aus. Es ist also weiterhin Geduld gefordert.

