Braunschweig/Salzgitter. Die Sanierung des Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Braunschweig-Salzgitter e.V. hat die entscheidende Hürde genommen. In der Gläubigerversammlung am 30. Juni stimmten die beteiligten Gläubiger dem vorgelegten Insolvenzplan einstimmig zu, wie die beauftragte Agentur KlartextPR in einer Pressemitteilung berichtet.
Für den Zeitraum des Verfahrens sind demnach die Restrukturierungsexperten Dr. Florian Harig und Silvio Höfer von Anchor Rechtsanwälte als zusätzliche Vorstände in den Vereinsvorstand berufen worden, um den Sanierungsprozess rechtlich und operativ zu steuern. Dr. Florian Harig betonte nach der Abstimmung die Qualität des Ergebnisses: „Mit dem Insolvenzplan lag nun die beste Lösung für die Gläubiger und für eine stabile Zukunft des DRK auf dem Tisch. Wir freuen uns über diesen Vertrauensbeweis.“ Trotz der schwierigen Umstände und der Komplexität der Strukturen sei das Verfahren laut Dr. Harig stets sehr geordnet verlaufen, was die Basis für diesen Sanierungserfolg legte.
Auch Sachwalterin Dr. Stefanie Zulauf von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte äußerte sich nach dem Votum hochzufrieden: „Die einstimmige Annahme des Insolvenzplans zeigt das große Vertrauen der Gläubiger in das ausgearbeitete Sanierungskonzept. Es ist uns in den vergangenen Monaten gemeinsam gelungen, die berechtigten Interessen der Gläubiger zu wahren und gleichzeitig den Weg für eine nachhaltige Zukunft des Kreisverbandes freizumachen.“
Rechtliche Stabilität und wirtschaftliche Effizienz
Die Restrukturierung unter den Bedingungen des Insolvenzrechts habe dem Verband den notwendigen Schutz geboten, um die finanzielle Basis neu zu ordnen. Silvio Höfer hob in diesem Zusammenhang vor allem die rechtliche und strukturelle Stabilität des gewählten Sanierungsweges hervor. Der nun angenommene Insolvenzplan habe jedoch auch tiefgreifende operative Einschnitte erfordert, um die wirtschaftliche Genesung der gesamten DRK-Gruppe nicht zu gefährden. Im Zuge des Sanierungskonzeptes mussten demnach die stark defizitäre Tagespflege in Salzgitter-Gebhardshagen sowie die Sozialstation am Queckenberg in Braunschweig dauerhaft geschlossen werden. Die dort betreuten pflegebedürftigen Gäste konnten an andere Träger in der Region vermittelt werden. Darüber hinaus wurde die DRK-Rettungsstation in Salzgitter einem neuen Träger übergeben.
Zusammenhalt in der Belegschaft
Trotz des unumgänglichen Personalabbaus von knapp 40 der ursprünglich rund 450 Mitarbeiter im Zuge der Einrichtungsschließungen sei die innere Stabilität des DRK vollkommen intakt geblieben. Der operative Betrieb in den verbliebenen Einrichtungen, insbesondere im sensiblen Bereich Kinder und Jugend, sei ohne jede Unterbrechung weitergelaufen. Vorstand Nico Seefeldt Kazazi fand hierfür Worte des großen Dankes an die Belegschaft: „Es ist uns gelungen, den Mitarbeitenden ein Mindset zu vermitteln, bei dem die Eigenverwaltung von Anfang an als echte Chance für einen Neustart begriffen wurde. Die Belegschaft hat das gesamte Verfahren hervorragend unterstützt. Trotz der verständlichen Verunsicherung zu Beginn gab es ganz, ganz wenige Absprünge, und selbst diese waren nicht insolvenzbedingt. Die Teams vor Ort haben Nachfragen von Eltern großartig abgefangen, sodass alles völlig störungsfrei und ganz geräuschlos einfach weiterlief.“ Dr. Florian Harig ergänzte, er sei zutiefst beeindruckt gewesen vom Vertrauen der Belegschaft und des Betriebsrats in die interne Führungsriege des Verbandes.
So soll es weitergehen
Mit der erfolgreichen Verabschiedung des Insolvenzplans und dem bevorstehenden formalen Abschluss des Verfahrens werde sich auch die Organisation der Führung wieder planmäßig anpassen. Die beiden Restrukturierungsexperten von Anchor, Dr. Florian Harig und Silvio Höfer, sollen nach der anstehenden Aufhebung des Verfahrens vereinbarungsgemäß aus dem Vereinsvorstand ausscheiden, sodass Nico Seefeldt Kazazi den DRK-Kreisverband Braunschweig-Salzgitter als alleiniger Vorstand weiterführen werde. Nico Seefeldt Kazazi blickt mit klarer Perspektive nach vorn: „Das DRK ist durch die strukturellen Änderungen nun resilienter und zukunftssicher aufgestellt. Die Eigenverwaltung hat das notwendige Fundament gelegt, auf dem wir als Kreisverband nun aufbauen und die künftigen sozialen Aufgaben strukturiert weiterführen können. Das gibt uns die nötige Stabilität, um wichtige Modernisierungsschritte wie das Vorantreiben der Digitalisierung in unseren Einrichtungen jetzt gezielt anzugehen.“

