So spannend verlief der OB-Wahlabend – So geht es jetzt weiter

Während Kornblum sich früh feiern lassen kann, müssen drei Kandidaten noch eine Weile um den Einzug in die Stichwahl zittern. Das bringt auch das Programm im Rathaus durcheinander.

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Dr. Thorsten Kornblum ließ sich bei der SPD-Wahlparty feiern und beglückwünschen – hier gratuliert sein Amtsvorgänger Ulrich Markurth.
Dr. Thorsten Kornblum ließ sich bei der SPD-Wahlparty feiern und beglückwünschen – hier gratuliert sein Amtsvorgänger Ulrich Markurth. | Foto: Bastian Lüpke

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Braunschweig. Relativ früh war am Sonntagabend klar: Es wird in die Stichwahl gehen, um zu ermitteln, wer die nächsten Jahre Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig sein wird. Der Amtsinhaber Dr. Thorsten Kornblum stand schnell als Sieger fest: Er verbesserte sogar sein Ergebnis aus 2021 von 38,4 auf jetzt 43,3 Prozent. Zur absoluten Mehrheit fehlte es aber weiterhin. Wer aber gegen Kornblum antreten würde, das blieb gestern lange spannend. Im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Maximilian Pohler (CDU), Michael Walther (Grüne) und Mirco Hanker (AfD) setzte sich letztlich der CDU-Mann durch. Die knappe Entscheidung stellte auch das Programm im Rathaus auf den Kopf.



Denn eigentlich hätte es im Ratssaal am Abend zunächst Interviews der beiden Stichwahl-Kontrahenten geben sollen. Während drei noch zitterten und rechneten, ging Kornblum aber erstmal in Volksfreundhaus zur SPD-Wahlparty. Seine Parteikollegen bescherten ihm einen Triumphzug. In seiner Siegesrede erklärte Kornblum: "Wir sind in Braunschweig die Partei der Mitte. Wir sind die Braunschweig-Partei." Gleichwohl betonte er mit Blick auf die Stichwahl am 27. September: "Ich brauche Euch jetzt nochmal die nächsten zwei Wochen."

Gegen 21 Uhr steht fest: Pohler zieht in die Stichwahl ein


Bei der CDU hielt man sich zunächst bedeckt, als gegen 19 Uhr die ersten Ergebnisse eintrafen. Auch Maximilian Pohler verließ das Rathaus, um sich seinen Parteikollegen bei der CDU‑Wahlparty am Gieselerwall zu zeigen. Erst als sich deutlich abzeichnete, dass Pohler die beiden anderen Kandidaten abgeschüttelt hatte, ging es für ihn und zahlreiche CDU-Kollegen gegen 21 Uhr am Sonntagabend zurück ins Rathaus. Am Ende hatte er 17,2 Prozent der Stimmen eingesammelt. Gegenüber regionalHeute.de sagte er: "Ich hätte mir das Ergebnis insgesamt besser gewünscht. Das ist völlig klar. Aber mehr war im Moment nicht zu machen. Wir haben alles gegeben." Im gleichen Atemzug kündigte Pohler an: "Ich gehe sehr motiviert in die Stichwahl. Wir werden die nächsten zwei Wochen um jede Stimme kämpfen."

Die CDU mit OB-Kandidat Maximilian Pohler (rechts) und Fraktionsvorsitzender Thorsten Köster (Mitte) diskutieren im Ratssaal die aktuellen Zahlen.
Die CDU mit OB-Kandidat Maximilian Pohler (rechts) und Fraktionsvorsitzender Thorsten Köster (Mitte) diskutieren im Ratssaal die aktuellen Zahlen. Foto: Bastian Lüpke



Gegen 21.30 Uhr kehrte dann auch Kornblum zurück. Durch ein Spalier seiner SPD-Parteikollegen und unter großem Applaus zog er in den Ratssaal ein, wo er nun doch noch auf seinen Kontrahenten Pohler traf. In der dort laufenden städtischen Wahl-Veranstaltung, die online live übertragen wurde, mit Moderatorenteam, Interviews und Erklärfilmen, lief dort gerade der Programmpunkt "Stadtteilfilme", den der Veranstalter offenbar nicht verschieben wollte.


AM 27. September 2026 kommt es zur Stichwahl in Braunschweig.
AM 27. September 2026 kommt es zur Stichwahl in Braunschweig. Foto: Matthias Kettling


Der Abend war aber schon lang. Grund genug für Kornblum, zu seinen Parteifreunden und seiner Familie, ins Volksfreundhaus zurückzukehren, womit die geplante Podiumsdiskussion beider Stichwahl-Kontrahenten ausfiel. Auf der SPD-Wahlparty sagte Kornblum gegenüber regionalHeute: "Ich freue mich sehr. Das ist ein tolles Ergebnis, ein großer Vertrauensbeweis."


Für Michael Walther hat es nicht gereicht


Für Michael Walther (Grüne) hat es nicht gereicht. "Mit den aktuellen Zahlen und dem dritten Platz bin ich noch nicht zufrieden", sagte Walther gegen 19.38 Uhr gegenüber regionalHeute.de. An seiner Platzierung hat sich auch im weiteren Verlauf nichts geändert. Er kam letztlich auf 14,3 Prozent der Stimmen. In einer Pressemitteilung am späteren Abend erklärte Walther: "Natürlich hätte ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht. Ich bin angetreten, weil ich überzeugt bin, dass Braunschweig neue Impulse, klare Entscheidungen und eine Politik braucht, die Zukunft konkret gestaltet. Für die Stichwahl hat es heute nicht gereicht. Das respektiere ich.“ Den beiden Kandidaten gratuliert Walther zum Einzug in die Stichwahl: „Ich wünsche beiden einen fairen und engagierten weiteren Wahlkampf.“

Mirco Hanker verbessert 2021-Ergebnis


Auch Mirco Hanker (AfD) hatte sich zwischenzeitlich Hoffnungen machen können, in die Stichwahl einzuziehen. Mit 11,2 Prozent hat er sein Ergebnis aus 2021 (4,3 Prozent) letztlich mehr als verdoppelt. In der Endabrechnung lag er aber deutlich hinter Pohler und kam auf Platz 4. Er zeigte sich im Gespräch mit regionalHeute.de enttäuscht. "Die Leute wollen einen Politikwechsel. Das haben wir so mitbekommen. Sie wollen kein Weiter-so. Viele wollen einen Schwenk zu mehr Pragmatismus. Aber das kann ich alles nicht erkennen bei den Wahlergebnissen." Dass zum Beispiel die Stadt hohe Schulden habe, "50 bis 60 Prozent scheint das ziemlich egal zu sein", meinte Hanker.

Stichwahl steht in Braunschweig an


Nun geht es also in die Stichwahl zwischen Kornblum und Pohler am Sonntag, 27. September. Der Amtsinhaber geht dabei aufgrund des gestrigen Ergebnisses natürlich mit ordentlich Rückenwind ins Rennen. Es wird aber für beide Kandidaten darauf ankommen, jetzt vor allem auch die Wähler zu überzeugen, die gestern ihr Kreuz bei Walther, Hanker sowie den anderen Kandidaten gemacht haben – etwa bei Leonie Bartsch (Linke), die mit 7 Prozent das fünftbeste Ergebnis eingefahren hat.