Didderse. Die SPD-Frauen Didderse informieren in einer Pressemitteilung über eine Aktion im Rahmen der diesjährigen Orange Days, die in der ganzen Samtgemeinde Papenteich für Aufmerksamkeit sorgen soll. Man wolle damit das Thema Gewalt gegen Frauen stärker in die Öffentlichkeit tragen.
Auch wenn die Initiative von den SPD-Frauen Didderse ausgehe, sei die Veranstaltung ausdrücklich parteiübergreifend, betont man. Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und politischen Richtungen sollen gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen.
Erinnerung an Mordopfer
Und darum geht es: Zahlreiche Stühle werden am Freitag, 27. November, ab 18 Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte Didderse gemeinsam orange gestaltet. Am Samstag, 28. November, werden sie im Rahmen des Didderser Adventsmarktes vor der St.-Viti-Kirche ausgestellt. Bei der Ausstellung bleibt bewusst ein Platz frei. Jeder Stuhl wird einer Frau gewidmet, die in den vergangenen Jahren in Niedersachsen Opfer eines Femizids geworden ist. Die Stühle stehen damit für Frauen, deren Platz in ihren Familien, Freundeskreisen und unserer Gesellschaft für immer leer bleibt.
Nach der Ausstellung nehmen die beteiligten Gruppen ihre Stühle mit. Diese sollen anschließend vor Vereinsheimen, Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und privaten Wohnhäusern in der gesamten Samtgemeinde Papenteich aufgestellt werden. Auch bei zukünftigen Orange Days sollen sie wieder zum Einsatz kommen.
Enorme Resonanz ausgelöst
Ursprünglich habe man mit lediglich sechs orangefarbenen Stühlen geplant, berichten die Organisatoren. Doch die Aktion sei beinahe von selbst immer größer geworden und habe bei Sportvereinen, Frauengruppen, Parteien, Gewerbetreibenden und weiteren Vereinen in der gesamten Samtgemeinde Papenteich eine enorme Resonanz ausgelöst. Inzwischen habe man rund 25 Stühle an verschiedene Gruppen vergeben und rechne mit der Teilnahme von etwa 40 bis 75 Frauen.
Die vielen orangefarbenen Stühle könnten im Papenteich zunächst für Irritationen sorgen, weil noch nicht alle Menschen ihre Bedeutung kennen, vermuten die SPD‑Frauen. Genau darin liege ein Teil der Aktion: Die Stühle sollen auffallen, Fragen auslösen und dafür sorgen, dass Gewalt gegen Frauen und Femizide nicht übersehen oder verschwiegen werden.

