Gifhorn. Wohl schon seit dem vergangenen Samstag hält sich ein verletzter Schwan auf dem Mühlensee auf. Nach ersten Erkenntnissen hatte sich ein Angelhaken im Schnabel des Tieres verfangen. Die daran befestigte Angelschnur hatte sich zusätzlich mehrfach um den Schnabel gewickelt und behinderte den Schwan erheblich. Am gestrigen Sonntag wurde dann die Freiwillige Feuerwehr Gifhorn gegen zu einer Tierrettung dorthin alarmiert.
Nach der ersten Erkundung entschied Einsatzleiter und Brandmeister vom Dienst Frank Maiwald, zusätzlich die Taktische Einheit Drohne (TED) des Landkreises Gifhorn nachzufordern. Mithilfe der Drohne sollte der Aufenthaltsort des Tieres aus der Luft überwacht werden, um die Bootsbesatzungen gezielt zu den jeweiligen Positionen des Schwans zu führen.
Feuerwehrleute mit Booten unterwegs
Parallel dazu suchten Feuerwehrleute den Mühlensee mit zwei Schlauchbooten systematisch ab. Mehrfach gelang es, den Schwan in engere Uferbereiche zu treiben, um dort einen Einfangversuch zu unternehmen. Das Tier reagierte jedoch äußerst agil und konnte sich jedes Mal selbstständig aus den Engstellen befreien.
Trotz des koordinierten Zusammenspiels zwischen den Bootsbesatzungen und der Drohneneinheit blieb es dem Schwan immer wieder möglich, den Einsatzkräften zu entkommen. Nach mehreren erfolglosen Einfangversuchen wurde der Einsatz schließlich in Absprache mit der Polizei beendet.
„Gerade bei Wildtieren ist ein behutsames Vorgehen wichtig. Gleichzeitig bedeutet jeder Einfangversuch für die Tiere erheblichen Stress. Deshalb muss stets sorgfältig zwischen dem Tierschutz und einer möglichen Gefährdung des Tieres abgewogen werden“, erläuterte Einsatzleiter und Brandmeister vom Dienst Frank Maiwald. Im Einsatz waren insgesamt 19 Feuerwehrkräfte. Davon stellten elf Einsatzkräfte die Freiwillige Feuerwehr Gifhorn und acht weitere Einsatzkräfte die Taktische Einheit Drohne (TED) des Landkreises Gifhorn. Zudem unterstützten zwei Beamte der Polizei die Maßnahmen.
Keine Seltenheit mehr: Angelhaken verletzen Wasservögel
„Leider beschäftigen uns verletzte Wasservögel durch zurückgelassene Angelschnüre oder Angelhaken immer wieder. Häufig reichen schon wenige Meter Angelschnur aus, damit sich Schwäne, Enten oder andere Wasservögel darin verfangen und schwer verletzen. Deshalb appellieren wir an alle Anglerinnen und Angler, Angelmaterial nach dem Angeln vollständig mitzunehmen und fachgerecht zu entsorgen. Mit wenig Aufwand lässt sich so viel Tierleid vermeiden“, sagt Roland Vasel, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr des Landkreises Gifhorn.


