Meinersen. Große Freude bei den naturkundlichen Arbeitsgemeinschaften des Sibylla-Merian-Gymnasiums Meinersen: Mit ihrem Projekt „Minidrachenland“ haben die Naturgucker AG und die AG (Avi-)Faunistik beim Artenschutz-Schulpreis ZAP! 2026 des Erlebnis-Zoos Hannover den 2. Platz in der Kategorie Sekundarstufe I, Klassen 5–6 erreicht. Das berichtet das Sibylla-Merian-Gymnasium Meinersen in einer Pressemitteilung.
Die Preisverleihung fand im Erlebnis-Zoo Hannover statt und stand unter der Schirmherrschaft der Niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Unter dem diesjährigen Wettbewerbsthema „Heimische Tiere. Artenschutz vor der Haustür“ zeigten Schülerinnen und Schüler aus ganz Niedersachsen, wie Artenschutz konkret, kreativ und vor Ort gelingen kann.
Naturnaher Lebensraum entsteht
Das Projekt „Minidrachenland“ überzeugte dabei mit einem besonders praktischen Ansatz: Auf einer bislang eher strukturarmen Fläche in Leiferde entsteht Schritt für Schritt ein naturnaher Lebensraum für Zauneidechsen, Waldeidechsen und viele weitere Tierarten des Offenlandes.
Die Schülerinnen und Schüler haben im Laufe des Projektes nicht nur über Artenschutz gesprochen, sondern selbst angepackt: Es wurden heimische Sträucher gepflanzt, Obstbäume gesetzt, ein Wildschutzzaun errichtet und verschiedene Kleinstrukturen geschaffen. Dazu gehören unter anderem Totholzelemente, Asttristen sowie Wurzelstock-Sandhaufen. Diese Strukturen bieten Reptilien Sonnenplätze, Verstecke, Eiablagebereiche und Rückzugsräume. Gleichzeitig profitieren auch Wildbienen, Käfer, Spinnen, Kleinsäuger und viele weitere Arten von der neu entstehenden Vielfalt.
„Das Besondere am Minidrachenland ist, dass die Schülerinnen und Schüler hier erleben, dass Artenschutz nicht abstrakt und weit weg ist, sondern direkt vor der eigenen Haustür beginnt“, sagt Florian Preusse, Lehrer am Sibylla-Merian-Gymnasium Meinersen und Leiter der naturkundlichen Arbeitsgemeinschaften. „Sie beobachten Arten, erkennen Lebensraumansprüche, planen Maßnahmen und setzen diese mit den eigenen Händen um. Genau dadurch entsteht ein Verständnis dafür, warum kleine Strukturen wie Sandhaufen, Totholz oder Hecken für viele Tiere überlebenswichtig sein können. Die Auszeichnung beim ZAP! ist für die Kinder eine großartige Bestätigung und zugleich Ansporn, das Minidrachenland weiterzuentwickeln.“
Regelmäßiges Monitoring
Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist das regelmäßige Monitoring. Die AG-Teilnehmenden beobachten, dokumentieren und vergleichen, welche Tierarten die neu geschaffenen Strukturen nutzen. So wird das Minidrachenland nicht nur zu einem Lebensraum für heimische Arten, sondern auch zu einem langfristigen Lernort. Die Kinder erfahren unmittelbar, wie ökologische Zusammenhänge funktionieren und wie sich Naturschutzmaßnahmen im Laufe der Zeit auswirken.
Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung zahlreicher Partnerinnen und Partner. Ein besonderer Dank gelte der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, dem Förderverein des Sibylla-Merian-Gymnasiums, der Kreisstraßenmeisterei des Landkreises Gifhorn, die beim Transport der schweren Wurzelstubben geholfen hat, sowie der Samtgemeinde Meinersen und der Gemeinde Leiferde, die das Projekt organisatorisch und durch die Bereitstellung beziehungsweise Nutzung der Fläche unterstützen.
Preisgeld wird verwendet
Mit dem Preisgeld soll das Minidrachenland weiter ausgebaut werden. Geplant sind weitere Kleinstrukturen, zusätzliche Beobachtungs- und Informationsangebote sowie die Fortführung des Monitorings. Damit bleibt das Projekt ein lebendiger Lernort, an dem Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen und zeigen: Auch kleine „Minidrachen“ brauchen große Unterstützung.
Der Artenschutz-Schulpreis ZAP! des Erlebnis-Zoos Hannover zeichnet Schulklassen und Lerngruppen aus Niedersachsen aus, die sich mit eigenen Projekten für den Schutz heimischer Tierarten und ihrer Lebensräume einsetzen. Beim ZAP! 2026 beteiligten sich mehr als 60 Schulteams mit Projekten rund um das Thema „Heimische Tiere. Artenschutz vor der Haustür“.


