Nach Umzug: Gedenkstein auf dem Jakobikirchhof enthüllt

Anlässlich seiner Neuaufstellung wurde der Gedenkstein gereinigt und dessen Inschrift nachgetönt. Eine Bodentafel informiert über ihn und verweist mittels QR-Codes auf vertiefende Informationen.

Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner bei ihrer Ansprache vor der Enthüllung des Gedenksteins.
Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner bei ihrer Ansprache vor der Enthüllung des Gedenksteins. | Foto: Stadt Goslar

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Goslar. Der ursprünglich auf dem jüdischen Friedhof aufgestellte Gedenkstein hat einen neuen Standort: Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner und Dr. Jörg Munzel, Vorstandsmitglied des Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e. V., enthüllten am Montag den Stein auf dem Jakobikirchhof in Anwesenheit zahlreicher Gäste. Darüber berichtet die Stadt Goslar in einer Pressemitteilung.



Im Jahr 1961 hatte die Stadt den Gedenkstein zur Erinnerung an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Goslars als Opfer der NS-Gewaltherrschaft gestiftet. In ihrer Ansprache machte Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner deutlich, dass der Gedenkstein ein klares Zeichen gegen Geschichtsvergessenheit und die Diskriminierung von Minderheiten, gegen Antisemitismus und politische Gewalt setzen solle.

Zu wenig sichtbar


Nachdem der ursprünglich gewählte Aufstellungsort von Ratsvertreterinnen und -vertretern für die Öffentlichkeit als zu wenig sichtbar angesehen worden sei, käme seiner Neuaufstellung im Zentrum Goslar dementsprechend ein stark symbolischer Charakter zu. Dr. Jörg Munzel brachte die Freude seines Vereins zum Ausdruck, dass es in Goslar engagierte Initiativen, Bürgerinnen und Bürger gäbe, denen das jüdische Gedenken in der Stadt wichtig ist. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Gegenwart: „Der Gedenkstein erinnert uns an das, was nie wieder passieren darf.“

Anschließend erläuterte Oliver Turk, 1. Vorsitzender des Spurensuche Harzregion e.V., dass der Jakobikirchhof als neuer Aufstellungsort nahe den historischen Orten jüdischen Lebens gelegen sei und jüdisches Leben sowie jüdische Kultur zu dieser Stadt gehören würden. Er appellierte an die Anwesenden: „Wer antisemitisch angegriffen wird, darf nicht allein bleiben.“ Michael Fürst, Präsident des Landesverbands der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R., musste seine Teilnahme an der Veranstaltung kurzfristig absagen.

Weiße Rosen am Gedenkstein


Nach der Enthüllung wurden von den Anwesenden weiße Rosen am Gedenkstein niedergelegt. Im Anschluss nahmen Oliver Turk und Sabine Rehse, ebenfalls Spurensuche Harzregion e.V., Interessierte mit auf einen Stadtrundgang, der das Schicksal jüdischer Familien in Goslar zur NS-Zeit beleuchtete.

Die Enthüllungsveranstaltung fand in Kooperation der Stadt Goslar mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R., dem Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e. V. und dem Spurensuche Harzregion e.V. statt. Sie war Teil der seit dem 17. August laufenden Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide, deren Hauptgastgeberort in diesem Jahr die Stadt Goslar ist. Unter dem Motto „gemeinsam jüdisch. einst und heute“ findet bis zum 20. September ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm in der Region statt, das jüdische Kultur und Gemeinschaften in Vergangenheit und Gegenwart in den Blick nimmt.

Inschrift nachgetönt


Anlässlich seiner Neuaufstellung wurde der Gedenkstein gereinigt und dessen Inschrift nachgetönt. Eine Bodentafel informiert über ihn und verweist mittels QR-Codes auf vertiefende Informationen, die in dem Bereich „Erinnerungskultur“ der städtischen Internetseite hinterlegt sind.

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