Absage für Tempo 80 auf B6 bei Goslar

SPD und CDU forderten erneut die Herabsetzung der Geschwindigkeit auf der B6 bei Ohlhof und Sudmerberg. Jetzt liegt die Antwort aus dem Rathaus vor.

von


Symbolbild
Symbolbild | Foto: Anke Donner

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Goslar. Die Forderung nach der Herabsetzung der Geschwindigkeit auf der B6 bei Ohlhof und Sudmerberg ist nicht neu. Nach einem erneuten Prüfauftrag der Ratsfraktionen SPD und CDU beschäftigt das Thema nun wieder die Goslarer Politik.



In den kommenden Sitzungen informiert die Stadtverwaltung die Gremien über das Ergebnis der Prüfung, die CDU und SPD im vergangenen November beantragt hatten. Die Fraktionen wollten wissen, ob Tempo 80 auf Höhe der Windsorbrücke rechtlich und fachlich machbar ist.

Fraktionen fordern neue Überprüfung


Schon 2017 und 2018, als die Stadt im Rahmen gesetzlicher Vorgaben erstmals umfassend die Lärmbelastung an den Hauptverkehrsstraßen analysieren und Schutzmaßnahmen planen musste, wurde intensiv über eine Tempobegrenzung an dieser Stelle diskutiert. Schon damals scheiterte die Initiative der SPD an den rechtlichen Vorgaben. Ende 2025 unternahmen die beiden Ratsfraktionen schließlich den erneuten Anlauf.

Denkfehler bei früherer Messung?


In ihrem Antrag begründen CDU und SPD den erneuten Vorstoß damit, dass bei den früheren Messungen gravierende Denkfehler gemacht worden seien. Die Daten seien damals nur direkt an der Fahrbahn erhoben worden, statt den Lärm mitten in den Wohngebieten zu messen. Vor allem die Hanglage vieler Grundstücke sei unter den Tisch gefallen. Durch die Geländeanhebung beim Bau der Windsorbrücke würden Häuser am Carl-Spitzweg-Weg und Ludwig-Richter-Weg auf einem Höchstpunkt stehen – genau dort, wo der Lärmschutzwall am niedrigsten ist. Zusammen mit dem Verkehr auf der angrenzenden Kreisstraße in Sudmerberg sei die Belastung für die Menschen schlicht nicht mehr zumutbar. Eine neue Prüfung sollte durchgeführt werden.

Erneute Absage der Verwaltung


Für die erneute Untersuchung holte der städtische Fachdienst Straßenverkehr auch den Fachdienst Tiefbau, die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie die Polizei Goslar ins Boot. Doch die nun vorliegende Antwort der Verwaltung erteilt den Plänen erneut eine klare Absage. Eine Drosselung der Geschwindigkeit sei nicht rechtmäßig. Grund dafür seien die strengen Paragrafen der Straßenverkehrs-Ordnung. Ein Tempolimit aus Lärmschutzgründen greife rechtlich erst dann, wenn eine konkrete Gefahr für die Gesundheit nachgewiesen werde. Laut den Berechnungen werden die Grenzwerte von 70 dB tagsüber und 60 dB nachts im Wohngebiet eingehalten.

Warum Tempo 80 kaum etwas bringt


Zudem verweist die Stadtverwaltung auf die Physik des Straßenverkehrs. Ab etwa 40 km/h bei Autos und 60 km/h bei Lastwagen übertöne das Rollgeräusch der Reifen den eigentlichen Motorenlärm. Da der Verkehrslärm vor allem von den täglich rund 1.550 Lastwagen geprägt werde, müsste das Tempo für den Schwerlastverkehr auf 60 km/h gedrosselt werden, um überhaupt einen spürbaren Effekt zu erzielen. Das wiederum beiße sich mit dem Zweck der B6 als vielbefahrener Kraftfahrstraße.

Themen zu diesem Artikel


SPD SPD Goslar CDU Polizei