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Großeinsatz der Feuerwehr: Waldbrand bei Lauingen geriet außer Kontrolle

Der Brand entwickelte sich sehr schnell zu einem sogenannten Wipfelfeuer. Der Einsatz dauert derzeit noch an.

von Martin Laumeyer


Die Rauchwolke über dem Lauinger Wald.
Die Rauchwolke über dem Lauinger Wald. Foto: Feuerwehrflugdienst 2

Lauingen. Zu einem größeren Waldbrand rückten am Donnerstagnachmittag die Feuerwehren aus dem Landkreis Helmstedt nach Lauingen aus. Auf einem Feld zwischen Scheppau und Lauingen kam es aus noch ungeklärten Gründen zu einem Brand, wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung berichtet. Aufgrund der Trockenheit und des leichten Windes, lief das Feuer sehr schnell von einer Wiese in den angrenzenden Rieseberger Wald. Aufgrund der sichtbaren Lage wurden umgehend von den ersten Einsatzkräften vor Ort weiter Einheiten nachgefordert. Der Brand entwickelte sich sehr schnell zu einem sogenannten Wipfelfeuer. Der Einsatz dauert derzeit noch an.


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Ein Wipfelfeuer beschreibt bei einem Waldbrand den Brand und Brandausbreitung in und über die Baumkronen. Bereits nach kurzer Zeit stand über dem Rieseberg eine dichte Rauchsäule. Um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, wurde in Scheppau eine Wasserentnahmestelle eingerichtet, ebenso an der Zisterne in Lauingen und die Zuleitung einer nahegelegenen Beregnungsanlage. Das Wasser wurde dann mittels Pendelverkehr durch Tanklöschfahrzeuge an die Einsatzstelle gebracht. Die Einsatzleitung bestätigte am Abend, dass die Flammen über mehrere Stunden nicht unter Kontrolle waren und sich immer weiter ausgebreitet haben.

Unterstützung aus der Region


Die Feuerwehr schaffte es, die abgebrannte Fläche auf 10.000 Quadratmeter zu begrenzen.
Die Feuerwehr schaffte es, die abgebrannte Fläche auf 10.000 Quadratmeter zu begrenzen. Foto: Aktuel 24


Aus dem gesamten Landkreis sowie später der Nachbarregion Wolfenbüttel kamen Kräfte heran. Auch aus Wolfsburg sowie die Flughafenfeuerwehr Braunschweig entsendete Fahrzeuge. Insbesondere die beiden Flugfeldlöschfahrzeuge, die normalerweise für Flugzeugbrände vorgesehen sind, waren bei dem Einsatz Gold wert. Denn mit ihren Wasserwerfern konnten sie das dringend benötigte Löschmittel bis tief in den Wald hineinschleudern. Eingewiesen wurden sie dabei aus der Luft via Drohnen, die per Glutnester immer wieder noch Brandstellen von über 100 Grad ausmachten.

Die Rauchwolke über dem Lauinger Wald. In der Mitte das abgebrannte Feld.
Die Rauchwolke über dem Lauinger Wald. In der Mitte das abgebrannte Feld. Foto: Feuerwehrflugdienst 2


Über mehrere B und C Leitungen wurde das Feuer im Wald bekämpft, sowie von den Dachmonitoren der Einsatzfahrzeuge. Auch der Feuerwehrflugdienst, der sich auf dem Rückflug aus dem südlichen Teil Niedersachsens befand, hat die Einsatzstelle überflogen und den Einsatzkräften einen genauen Überblick verschafft. Da abzusehen war, dass der Einsatz in die Abendstunden gehen wird, wurde das THW Helmstedt mit Beleuchtungsmöglichkeiten an die Einsatzstelle alarmiert, in der Nacht wurden Kameraden vom THW Schöningen abgelöst. Für die Verpflegung sorgte der Verpflegungszug der Kreisfeuerwehr.

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Im Laufe der Nacht wurde die Bereitschaft aus Wolfenbüttel durch einen weiteren Zug abgelöst, sowie weitere Ortsfeuerwehren aus dem Kreisgebiet zur Ablösung alarmiert. Derzeit laufen immer noch vereinzelt Löscharbeiten an kleineren Brand und Glutnestern. Der einsetzende Regen in den frühen Morgenstunden sorgte für gute Unterstützung von Oben. Insgesamt waren bisher zirka 400 Einsatzkräfte in diesem Einsatz involviert.

Evakuierungspläne waren angedacht


Die Verbindungsstraße zwischen Lauingen und Scheppau musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Kurzzeitig soll die Polizei sicherheitshalber sogar Evakuierungspläne für einzelne Dörfer erarbeitet haben. In akuter Gefahr waren jedoch keine Ortschaften, was wohl auch dem aufopferungsvollen Einsatz der Feuerwehr zu verdanken ist. "Die Temperaturen sprechen nicht für uns. Wir brauchen viel Personal, um Kräfteaustausch stattfinden lassen können. Bei über 30 Grad, kaum Wind und kein Regen wird uns die Lage ungemein erschwert", sagte am Abend Feuerwehreinsatzleiter Matthias van der Wall, der von Löscharbeiten bis tief in die Nacht ausging.

Die Feuerwehr ist derzeit immer noch im Einsatz.
Die Feuerwehr ist derzeit immer noch im Einsatz. Foto: Kreispressewart Nord


Problematisch waren dabei nicht nur die Temperaturen, sondern auch das Wasser. Denn die Zisternen in der Umgebung waren, aufgrund der anhaltenden Dürre, rasch leer. Die Feuerwehr musste lange Wegstrecken per Pendelverkehr zurücklegen, um überhaupt Wasser heranschaffen zu können. Unterstützung erhielt sie dabei auch von Landwirten und örtlichen Unternehmen, die mit großen Wassertanks aushalfen. Letztlich gelang es den Kräften, den Brand auf 10.000 Quadratmeter Waldfläche zu begrenzen. Wie das Feuer überhaupt ausbrechen konnte, muss nun die Polizei ermitteln.

Der Boden des Waldes hatte sich auf mehr als 100 Grad erhitzt.
Der Boden des Waldes hatte sich auf mehr als 100 Grad erhitzt. Foto: Kreispressewart Nord


Die Kreisstraßen zwischen Lauingen, Rieseberg und Scheppau sind weiterhin gesperrt. Der Landrat sowie der erste Kreisrat machten sich ein Bild vor Ort an der Einsatzstelle.

Aktualisierung, 15:40 Uhr: Wie die Feuerwehr meldet, haben alle Einsatzkräfte den Einsatzort mittlerweile verlassen.


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