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Kommunalwahl: Spitzenkandidaten im Wahlbereich V stellen sich vor



Wolfenbüttel

Kommunalwahl: Spitzenkandidaten im Wahlbereich V stellen sich vor

von Anke Donner


Die Spitzenkandidaten für den Kreistag Wolfenbüttel stellen sich vor. Symbolfoto: Pixabay
Die Spitzenkandidaten für den Kreistag Wolfenbüttel stellen sich vor. Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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Landkreis. regionalHeute.de hat den Spitzenkandidaten in den einzelnen Wahlbereichen des Landkreises Wolfenbüttel die Möglichkeit gegeben, sich und ihren Blick auf den Landkreis vorzustellen. Im Nachfolgenden äußern sich die Spitzenkandidaten für den Kreistag aus dem Wahlbereich V zu verschiedenen Fragen.

Fünf allgemeine Fragen wurden an die Spitzenkandidaten gerichtet, die nicht nur Aufschluss über deren Person geben, sondern auch die persönliche Sicht auf den Landkreis Wolfenbüttel widerspiegeln. Folgende Fragen haben die Kandidaten Frank Oetserhelweg (CDU), Julian Märtens (SPD), Hilmar Nagel (Bündnis 90/Die Grüne),  Nadja Frick (Die Linke), Tim-Oliver Franzke (FDP) und Achim Nieder (AfD) im Vorfeld zur Wahl beantwortet: „Was hat Sie dazu bewogen, zu kandidieren?“, „Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?“, „Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger?“, „Was macht Wolfenbüttel für Sie besonders?“ und „Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt?“ Zudem haben sie auch persönliche Dinge verraten. Das sind die Statements der Spitzenkandidaten aus dem Wahlbereich V.

Die Spitzenkandidaten




CDU, Frank Oesterhelweg, 54 Jahre, verheiratet, zwei Töchter. Oesterhelweg lebt in Werlaburgdorf und absolvierte ein landwirtschaftliches Fachhochschulstudium in Rendsburg. Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und Sprecher für Verbraucherschutz und Tierschutz. Eines seiner Lieblingszitate ist von Adenauer: Machen Sie sich erst einmal unbeliebt. Dann werden Sie auch ernst genommen." „Mir sind Bodenständigkeit, Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit wichtig. Fremd steuern und unter Druck setzen lasse ich mich nicht. Auch deswegen werben wir als Union mit dem Dreiklang ´Verantwortung. Verlässlichkeit. Vertrauen´“, sagt Oesterhelweg.


Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Das erste Mal bin ich 1986 im Alter von damals 24 Jahren angetreten. Gründe waren das allgemeine Interesse an Politik sowie das spezielle an dem, was vor meiner Haustür passiert. Ich hatte und habe einfach Lust dazu und Spaß daran, mich einzubringen, mitzumischen und mich auch für andere zu engagieren. Es wäre fatal, Kommunales als Zuschauer zu verfolgen und anderen allein die wichtigen Entscheidungen darüber zu überlassen, was läuft und was nicht.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Ich habe großes Interesse daran, etwas für die Tourismus- und Wirtschaftsförderung, Natur- und Umweltschutz im Einklang mit bspw. der Landwirtschaft, Bewahrung des historischen Erbes, Wissenschaft und Bildung etc. zu tun und den Menschen etwas Attraktives zu bieten. Das alles verwirklicht sich im Projekt Archäologie- und Landschaftspark Kaiserpfalz Werla, wo ich mich seit vielen Jahren und von Anfang an intensiv und mit großer Begeisterung einbringe.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Bei Kommunalwahlen entscheiden wir über die Dinge, die vor unserer Haustür passieren und uns direkt betreffen. Hier können wir direkten Einfluss nehmen, hier können wir direkt mitwirken und mitbestimmen. Es geht um wichtige Dinge, bspw. unsere Schulstruktur, Kindergärten, das Feuerwehr- und Vereinswesen, Regionalplanung, Bauplanung, Radwege, Mobilität für alle gesellschaftlichen Gruppen etc. etc. Wer da nicht mitmischt, der ist selbst schuld.

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Der Landkreis Wolfenbüttel ist meine Heimat, hier bin ich geboren, zur Schule gegangen, aufgewachsen, hier habe ich meine Familie und Freunde, hier habe ich den allergrößten Teil meines Lebens verbracht. Das ist eine besondere Bindung, die mir zugleich auch Verpflichtung ist.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen im Landkreis Wolfenbüttel? Wir haben als Landkreis unheimlich viel zu bieten: Wunderbare Landschaften, fruchtbare Böden, starke Betriebe, eine erfolgreiche Hochschule, Geschichte, Kultur, engagierte Gemeinden und eine Vielzahl ehrenamtlich aktiver Bürgerinnen und Bürger. Aber das alles nutzen und vernetzen wir zu wenig: Die Wirtschaftsförderung im Kreis ist schlecht aufgestellt, die Anbindung und Infrastruktur ländlicher Räume inklusive ÖPNV, Radwegenetz, Ärzteversorgung, Nahversorgung u. a. sind zumindest ausbaufähig, wir haben zu wenig Arbeitsplätze.

[image=5e176ade785549ede64d7ac4]SPD, Julian Märtens, 31 Jahre alt und wohnt in Gielde. Nach seinem Abitur am Gymnasium im Schloss hat er an der TU Braunschweig Geschichte und Germanistik für das gymnasiale Lehramt studiert und arbeitet aktuell als Studienrat an der Adolf-Grimme-Gesamtschule in Goslar. Märtens ist seit 15 Jahren Mitglied der SPD und seit 2010 Vorsitzender des Gemeindeverbandes Schladen-Werla. Vor zehn Jahren wurde er in sein erstes kommunalpolitisches Mandat gewählt. Seit 2011 ist er Mitglied des Kreistages und des Rates der Gemeinde Schladen-Werla.

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Die Möglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Wolfenbüttel die Politik des Kreistages gestalten zu können und die Gedanken der jüngeren Generation einzubringen.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Mein wichtigstes Projekt als Vorsitzender des Schulausschusses ist es, eine zukunftsfähige Ausrichtung der Schulen in Trägerschaft des Landkreises Wolfenbüttel zu erreichen, um ein ausgeglichenes Schulangebot im Landkreis, vor allem auch im ländlichen Raum, anbieten zu können.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Die Kommunalwahl ist wichtig, weil viele Dinge, die die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar betreffen, nicht im Landtag oder Bundestag entschieden werden, sondern im Gemeinderat oder Kreistag. Beispiele hierfür sind unter anderem die Ausrichtung der Schulen im Landkreis, die Gebühren für die Abfallentsorgung, soziale Angebote vor Ort. Gerade der Landkreis Wolfenbüttel hat dort unter Führung der SPD zum Beispiel mit der kostenlosen Schülerbeförderung für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und mit der flächendeckenden Erschließung des Landkreises mit schnellem Internet vorbildlich gehandelt.

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Der Landkreis Wolfenbüttel zeichnet sich meiner Meinung nach durch eine gute Infrastruktur, moderne Bildungsangebote, viele innovative Ideen sowie Projekte und vor allem durch seine liebenswerten Bürgerinnen und Bürger aus.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Die Stadt Wolfenbüttel hat als größte Kommune im Landkreis und als Verwaltungssitz natürlich eine besondere Bedeutung. Vieles, was die Stadt Wolfenbüttel bietet, ist vorbildlich und macht sie zum Anziehungspunkt für die Bürgerinnen und Bürger des Umlandes. Gleichzeitig haben die Einwohner der Gemeinden und Samtgemeinden auch eine Bedeutung für Stadt. Hier sind als Beispiele die Kaufkraft, aber auch die Schülerinnen und Schüler zu nennen, die die städtischen Schulen besuchen. Ohne diese gäbe es zum Beispiel keine drei Gymnasien in der Stadt. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis verbessert und man gemeinsam an guten Lösungen arbeitet, von denen am Ende alle Beteiligten profitieren.



Bündnis 90 / Die Grünen Hilmar Nagel, 72 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, von Beruf Bio-Landwirt. Kommunlapolitisher Erfahrungen hat er im Gemeinderat Dahlum, im Samtgemeinderat Elm-Asse und im Kreistag Wolfenbüttel gesammelt. Seine politischen Schwerpunkte liegen in der Bildung, m Natur- und Umweltschutz und in der Stärkung des ländlichen Raumes.

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Mich hat der zu geringe Stellenwert von Natur- und Umweltschutz das heißt zukünftiger Lebensqualität dazu bewogen für den Kreistag zu kandidieren.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Die weitere Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum,hierzu gehört der Ausbau von Radwegen genauso wie die Einrichtung von Integrierten Gesamtschulen im ländlichen Raum,und die Förderung der Energiewende vor Ort liegen mir besonders am Herzen.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Die Kommunalwahl ist deshalb wichtig für die Bürger, da die Richtlinien der Kommunalpolitik für fünf Jahre festgelegt werden.

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Der Landkreis Wolfenbüttel mit seiner abwechslungsreichen Landschaft birgt ein großes Potential an Freizeitmöglichkeiten und Tourismusförderung.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Die Stärken der Stadt Wolfenbüttel liegen in breit angelegten kulturellen Möglichkeiten. Die Schwächen liegen in einem nicht ausreichendem Angebot von Einkaufsmöglichkeiten.

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Nadja Frick. Foto: Privat



Die Linke, Nadja Frick. Die gebürtige Berlinerin lebt seit 12 Jahren im Landkreis. Seit 2011 ist sie bei den Linken in Wolfenbüttel aktiv. Einmal im Monat veranstaltet sie das Sozialcafé im Roten Pavillon. In ihrer Freizeit läuft sie Marathon beim MTV Jahn Schladen und betreut außerdem zwei Laufgruppen. Frick ist Angestellte in einem Wolfenbütteler Sportfachgeschäft.

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Ich halte es für wichtig, dass besonders in Kommunalparlamenten ein Querschnitt der Bevölkerung vertreten ist, der die Bürgerinnen und Bürger Wolfenbüttels vertritt. Als ehemals alleinerziehende Mutter zweier mittlerweile erwachsener Töchter möchte ich mich besonders für die Anliegen von Familien mit geringem Einkommen und Alleinerziehenden einsetzen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass hier oft die entsprechende Lobby fehlt.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Der Ausbau eines für alle erschwinglichen ÖPNV in Form eines Sozialtickets, sowie mehr Teilhabemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien beispielsweise durch die Förderung von Sportvereinen.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Die Linke steht für „Druck von unten“, also direkte Einflussnahme der betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Im Kommunalparlament werden Entscheidungen getroffen, die jede Bürgerin und jeden Bürger direkt vor Ort betreffen. Partizipation und Mitgestaltung sind hier am ehesten möglich und deshalb besonders wichtig.

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Als Marathonläuferin liebe ich die wunderschöne Harzvorlandschaft mit ihren Gebirgszügen Elm, Asse und Oderwald. Hier genieße ich bei meinen Läufen gerne die Natur.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt und des Landkreises? Der Landkreis Wolfenbüttel bietet ein wunderbares Naherholungsgebiet Schwachstellen liegen aus meiner Sicht besonders im viel zu teuren und unzureichend ausgebauten ÖPNV, sowie in der ärztlichen und psychologischen Versorgung besonders im ländlichen Raum.

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Tim-Oliver Franzke. Foto: Privat



FDP, Tim-Oliver Franzke, 36 Jahre, lebt in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, von Beruf Diplom-Rechtspfleger, Franzke bezeichnet sich als kommunikativ, humorvoll, pflichtbewusst und interessiert sich für Politik, Geschichte und seinen Garten.

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Ich habe mich immer schon für politische Zusammenhänge interessiert. Einfach nur über die Ergebnisse von politischen Ereignissen zu diskutieren, erschien mir irgendwann zu wenig. Um meine Überzeugungen von einer bürgernahen Verwaltung und einer freiheitlichen Gesellschaft zu vertreten, bin ich bereit, diese besondere Verantwortung zu übernehmen.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Für uns Bürger aus der Samtgemeinde Baddeckenstedt sind zentrale Einrichtungen des Landkreises (Wertstoffhof, Bibliotheken) nur umständlich zu erreichen. Daher sind alle Projekte, die diesem Umstand Rechnung tragen, Herzensangelegenheiten für mich, z.B. die Erhaltung des Recyclinghofes in Klein Elbe, der Bücherbus und die Möglichkeit, Behördengänge auf Kreisebene vor Ort im Samtgemeindebüro erledigen zu können.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Im Rahmen der Kommunalpolitik ist es viel einfacher für die Bürger, Einfluss zu nehmen und die Auswirkungen von Entscheidungen im unmittelbaren Umfeld zu erleben. Kommunalpolitik gestaltet unsere Heimat direkt vor der Haustür. Deswegen lautet das Leitmotiv unserer Wahlkampagne ja auch: „Deutschland wird vor Ort entschieden."

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Die wundervolle Landschaft, die besondere Lage zwischen dem reizvollen Harz und dem städtischen Zentrum Braunschweig und die Offenheit der Menschen, die ich hier erfahren durfte, haben den Landkreis Wolfenbüttel zu meiner Heimat gemacht.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Die Nähe zum städtischen Zentrum Braunschweig ist sicher Segen und Fluch zugleich. Neben den damit verbundenen Themen Konkurrenz der Innenstädte und geteilter Arbeitsmarkt, kann Wolfenbüttel mit einem reichen kulturellen Angebot und seinen zahlreichen touristischen Highlights, auch im Umland, punkten.

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Achim Nieder. Foto: Privat



AfD, Achim Nieder, verwitwet, Vater von drei Kindern im Alter von 25, 21 und 16 Jahren. Aufgewachsen bis 1978 in Emmerich am Niederrhein, nach dem Studium der Geschichte und Politik (MA) in Bonn Tätigkeit als Pressesprecher eines Touristik-Verbandes,, seit 1996 freier Comedy-Autor (u.a. RTL-Samstag-Nacht, Die Wochenshow, 7 Tage - 7 Köpfe, Was guckst Du, TV-Total, Harald Schmidt).

Was hat Sie dazu bewogen zu kandidieren? Mit der AfD tritt erstmals eine Partei an, die einen positiven und nicht aggressiven Patriotismus vertritt, mit dem ich mich identifizieren kann. Ich wünsche mir, friedliches Nationalbewußtsein auch außerhalb von Sommermärchen erleben zu dürfen.

Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Erhöhung der Polizeipräsenz auf den Straßen, um dem Bürger das vor allem in den letzten Jahren zunehmend verlorengegangene Sicherheitsgefühl wieder zu geben. Frauen sollten auch nach 22 Uhr keine Angst haben, wenn sie alleine auf der Straße unterwegs sind.

Warum ist die Kommunalwahl wichtig für die Bürger? Weil Sie ihre ureigenen Belange in ihrem direkten Umfeld damit in ihrem Sinne beeinflussen können.

Was macht den Landkreis Wolfenbüttel für Sie besonders? Seine Geschichte, seine Traditionen, seine landschaftlichen und insbesondere städtebaulichen Vorzüge, die auch in Niedersachsen nicht alltäglich sind.

Wo liegen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt? Stärken: Wolfenbüttel ist zweifellos ein Juwel unter Niedersachsens Städten. Hier wohnen, leben und arbeiten zu dürfen kann man getrost als Privileg bezeichnen. Der nahezu unzerstörte Stadtkern ist für mich immer wieder ein Fest für die Augen. Außerdem wird hier eine äußerst wohlschmeckende Spiritouse produziert, die den Namen Wolfenbüttels über die Grenzen Niedersachsens hinaus in die Welt trägt. Schwächen: Fällt mir außer der Zusammensetzung des derzeitigen Stadtrats wenig ein.


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