Niedersachsen. ver.di und Arbeitgeber erzielen nach Schlichtungsverfahren Einigung zum Tarifvertrag Nahverkehr Niedersachsen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft am heutigen Freitag hervor.
Die Tarifparteien im ÖPNV haben nach intensiven Verhandlungen im Rahmen des Schlichtungsverfahrens am heutigen Freitag eine gemeinsame Tarifeinigung erzielt. Die Schlichtung zum Tarifvertrag Nahverkehr Niedersachsen sei von komplexen Positionen geprägt gewesen. Insbesondere bei der Frage der Arbeitszeit hätten die Parteien zunächst sehr weit auseinandergelegen. Dennoch konnte unter Vermittlung der Schlichter nach drei langen Verhandlungstagen eine Lösung gefunden werden. Das Ergebnis stelle laut ver.di einen Kompromiss dar, beinhalte aber auch wichtige Verbesserungen für die Beschäftigten.
Konkrete Entlastung für die Beschäftigten
„Wir hätten uns an einigen Stellen deutlich mehr Bewegung bei den Arbeitgebern erhofft. Das Tarifergebnis bedeutet aber eine konkrete Entlastung für die Beschäftigten im Nahverkehr durch die Reduzierung der Arbeitszeit und die Erhöhung der Zuschläge. Für dieses Jahr gibt es noch ein erhöhtes Urlaubsgeld”, sagt der ver.di-Verhandlungsführer Marian Drews zu dem Ergebnis.
„Die erzielte Einigung ist das Ergebnis von erfolgreichen Streikmaßnahmen der Kolleginnen und Kollegen und eines mehrmonatigen, intensiven Verhandlungsprozesses, in dem beide Seiten am Ende Verantwortung übernommen und Kompromissbereitschaft gezeigt haben“, so Drews. Nachdem die Tarifkommission das Ergebnis zur Annahme empfohlen hat, werden in den nächsten Wochen die Mitglieder befragt, ob sie das Ergebnis annehmen. Bis zum 31.07.2026 steht das Ergebnis somit unter Vorbehalt.
Die Ergebnisse
• Ab dem Jahr 2028 Reduzierung der Arbeitszeit auf 38,5 Stunden und ein Schutz vor Verlängerungen der Arbeitszeit bis mindestens 2031
• Beschäftigte erhalten ab 2028 die Möglichkeit, freiwillig die Wochenarbeitszeit befristet auf bis zu 42 Stunden zu verlängern (analog TVÖD)
• Erhöhung des Urlaubsgeldes um mindestens 177 Euro auf 600 Euro ab dem Jahr 2026
• Erhöhung des Sonntagszuschlags auf 30 Prozent ab 2027
• Erhöhung der Zeitzuschläge für Berufseinsteiger
• Die Abwehr von Verschlechterungen bei der Arbeitszeitgestaltung
• Laufzeit bis 31.12.2029
„Unser besonderer Dank gilt den beiden Schlichtern, Bodo Ramelow für ver.di und Stephan Rolfes für die Arbeitgeber, für ihre engagierte, professionelle und ausgewogene Arbeit. Mit ihrer Erfahrung, ihrem Fingerspitzengefühl und ihrer Vermittlungskompetenz haben sie entscheidend dazu beigetragen, die Verhandlungsparteien in einer schwierigen Situation zu einem Tarifergebnis zu führen”, sagt Marian Drews.

