Berlin. Nach der heftigen Niederlage der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden Rufe nach einem Rückzug von Ministerpräsident und Landeschef Sven Schulze laut. Die Junge Union forderte den gesamten Landesvorstand zum Rücktritt auf. Den Regierungsauftrag sieht der Parteinachwuchs bei der AfD.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann räumte unterdessen ein, dass es eine "Niederlage insgesamt für die Christdemokraten" sei. Bundespolitische Konsequenzen soll es aber nicht geben.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sieht im deutlichen AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ebenfalls keinen Grund, vom Reformkurs der Koalition abzuweichen. "Dieses schwierige Wahlergebnis ändert nichts am Reformbedarf unseres Landes", sagte Hoffmann der "Rheinischen Post". Zugleich nannte er den Wahlausgang einen "ganz bitteren Wahlabend für die CDU in Sachsen-Anhalt", der auch Berlin beschäftigen müsse. Für die Koalition im Bund sei klar: Sie sei angetreten, um Deutschland umfassend zu modernisieren.
Laut den jüngsten Hochrechnungen kommt die AfD in Sachsen-Anhalt im Schnitt auf 44,4 Prozent und würde damit eine eigene Mehrheit der Mandate ganz knapp verfehlen. Das Ergebnis der CDU wird im Vergleich zur letzten Wahl dagegen mehr als halbiert. Die Christdemokraten kommen den Hochrechnungen zufolge nur noch auf 18,3 Prozent.
In den Landtag schaffen es zudem die Linke (9,2 Prozent), die Grünen (8,5 Prozent) und die SPD (8,7 Prozent). Für das BSW (4,9 Prozent) wird es knapp - ihr Einzug könnte am Ende darüber entscheiden, ob AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten gewählt wird. Die FDP (2,4 Prozent), die bisher noch mit CDU und SPD zusammen regiert hat, fliegt derweil klar aus dem Parlament.
Rufe nach Schulze-Rücktritt nach Wahldesaster
Nach der heftigen Niederlage der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden Rufe nach einem Rückzug von Ministerpräsident und Landeschef Sven Schulze laut.
Sven Schulze am 06.09.2026 | Foto: via dts Nachrichtenagentur
Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?
Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen
