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Stand: 03.04.20, 08.40 Uhr - Insgesamt gemeldete Infektionen in Rot. Davon Genesene, sofern bekannt, in grün. Verstorbene in schwarz. Quelle: Offizielle Bestätigungen der Landkreise und Städte sowie des Gesundheitsministeriums.



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Verkehrsunfallstatistik 2019: "Radfahrer stehen im Mittelpunkt"

Die Polizeidirektion Braunschweig präsentiert ihre letztjährige Verkehrsunfallstatistik.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

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26.03.2020

Braunschweig. Die Verkehrsunfallstatistik 2019 der Polizeidirektion Braunschweig weist einen Anstieg der Gesamtunfallzahlen auf. Konnte die Zahl der Getöteten bei Unfällen auf den Bundesautobahnen verringert werden, ergab sich bei Verkehrsunfällen mit schweren Folgen insgesamt jedoch ein Anstieg. Eine deutliche Reduzierung ist bei Unfällen mit Beteiligung von Kradfahrern zu verzeichnen. Dies berichtet die Polizei.


"Die Unfallzahlen und insbesondere die schweren Unfallfolgen erfordern unsere gemeinsamen Anstrengungen. Wir werden die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit an diesen Folgen ausrichten und dabei Mobilitätsveränderungen berücksichtigen. Wir planen Prävention, Kontrollen und Aktionen in allen Dienststellen!", so Polizeivizepräsident Roger Fladung.

Im Einzelnen:


Anzahl der Verkehrsunfälle: Im Jahr 2019 wurden insgesamt 33.472 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Im Ergebnis ist diese Fallzahl im Vergleich mit dem Jahr 2018 gestiegen und erhöhte sich um 1.030 Verkehrsunfälle. Dies entspricht einem Anstieg von 3,17 Prozent.

Verkehrsbeteiligungsarten: Bei diesen Unfällen waren unter anderem 36.357 Autos und 4.051 Lkw beteiligt, womit diese zwei Fahrzeugklassen nach wie vor den größten Anteil an Beteiligten bilden. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich hier lediglich geringfügige Veränderungen ergeben. Die Anzahl der beteiligten Fahrradfahrer mit 1.399 und Fußgänger mit 451 entsprechen dem Vorjahrsniveau. Ein starker Rückgang ist bei den Kradfahrern zu verzeichnen, hier reduzierte sich die Anzahl der Beteiligten von 833 im Jahr 2018 auf 773 im Jahr 2019.

Unfälle mit schweren Unfallfolgen: Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit schweren Unfallfolgen (Unfälle mit Getöteten und/oder Schwerverletzten) stieg im Vergleich zum Jahr 2018 leicht von 753 auf 789 an, was einem Plus von 4,7 Prozent entspricht. Die daraus resultierenden Unfallfolgen werden in den nachfolgenden Punkten noch differenziert betrachtet.

Verkehrsunfälle mit Personenschaden (getöteten, schwer- oder leichtverletzten Personen): Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang stiegen von 50 im Jahr 2018 auf 54 in 2019. Die Anzahl der dabei getöteten Verkehrsteilnehmer/innen erhöhte sich um vier auf 57 und damit um 7,55 Prozent. Nach wie vor ereignen sich die meisten dieser Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften (ohne Bundesautobahn). Im Jahr 2018 kamen 32 Menschen und 2019 35 Menschen ums Leben. Auch innerorts stieg die Zahl der tödlich Verunglückten von 10 im Jahr 2018 auf nunmehr 16 in 2019. Ursächlich ist hier der Anstieg bei den Radfahrern von 5 auf 9 und Fußgängern von 4 auf 7. Ein örtlicher Schwerpunkt ergab sich dabei nicht.

Die Entwicklung bei den Schwerverletzten spiegelt einen Anstieg von 823 auf 880 wider. In Bezug auf den Unfallort gibt es hier, wie in den zurückliegenden Jahren, keine signifikante Unterscheidung zwischen inner- und außerorts.

Nahezu unverändert ist die Anzahl der Leichtverletzten, 2018 waren 4.541 und im Jahr 2019 4.528 Menschen betroffen.

E-Bike-Unfälle steigen


Differenzierte Betrachtung der Fahrzeugklassen Fahrrad, Pedelec und E-Bike: Im Detail waren im Jahr 2019 1.278 Fahrradfahrer, 111 Pedelec- sowie 10 E-Bike-Fahrer an Verkehrsunfällen beteiligt - zuvor 1.389. Acht Fahrradfahrer kamen in Folge eines Verkehrsunfalls im Jahr 2019 ums Leben, was einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Anzahl der Schwer- und Leichtverletzten mit 136 bzw. 762 entspricht dem Vorjahresniveau.

Ein starker Anstieg ist im Bereich der Pedelec-Nutzer zu verzeichnen. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung dieser Fahrzeugart stieg von 58 im Jahr 2018 auf 111 in 2019. Ein Mensch erlitt hierbei tödliche Verletzungen. Ebenso sind Anstiege im Bereich der Schwerverletzten von fünf auf 22, und im Bereich der Leichtverletzten von 44 in 2018 auf 70 im Jahr 2019 zu verzeichnen. Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt während des Tretens und nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h.
Die Zahl der verkauften Pedelecs nahm in den letzten Jahren kontinuierlich zu, sodass immer mehr Menschen das klassische Fahrrad gegen ein Pedelec eintauschen. Damit einhergehend steigt auch die Beteiligung an Verkehrsunfällen. E-Bikes hingegen sind mit einem Elektromofa zu vergleichen und werden mithilfe des Elektroantriebs gefahren, auch ohne dabei in die Pedale zu treten (25 bis 45 km/h). Waren 2018 noch 32 Verkehrsteilnehmer an Unfällen beteiligt, beträgt die Anzahl 2019 lediglich 10, wobei ein Schwer- und acht Leichtverletzte zu beklagen sind. Hier sind deutliche Rückgänge zu verzeichnen, bei den Schwerverletzten minus fünf, bei den Leichtverletzten minus 13.

Sieben Fußgänger getötet


Die Beteiligung von Fußgängern liegt mit 451 auf dem Vorjahresniveau. Im Jahr 2019 wurden 7 Fußgänger bei Verkehrsunfällen getötet sowie 96 schwer verletzt. Im Jahr 2018 lagen die Fallzahlen bei 4 tödlich Verunfallten und 93 Schwerverletzten. Damit ist nach einem starken Rückgang in den Jahren 2017/2018 von 13 auf 4 wieder ein Anstieg zu verzeichnen.

Verkehrsunfälle mit Personenschaden auf Bundesautobahnen (BAB): Rückläufig ist die Zahl der Verkehrsunfalltoten auf den Autobahnen. Im Jahr 2018 kamen 11, 2019 sechs Verkehrsteilnehmer ums Leben. Die Anzahl der tödlich verunglückten Lkw-Fahrer sank von 7 auf zwei. Die Anzahl der Schwerverletzten stieg von 95 auf 122 noch einmal deutlich an, dies entspricht einer Zunahme von rund 28 Prozent. Die Hauptunfallursachen waren hierbei Abstand, Fehler beim Fahrstreifenwechsel sowie nicht angepasste Geschwindigkeit und Ablenkung. 2019 wurden 2.233 Verkehrsunfälle auf den Bundesautobahnen polizeilich aufgenommenen, davon ereigneten sich 998 Unfälle auf der A 2.

Aktivitäten der Polizeidirektion Braunschweig: Die Verkehrssicherheitsarbeit in der Polizeidirektion Braunschweig orientiert sich der landesweiten Verkehrssicherheitsinitiative 2020 des Landespolizeipräsidiums und hat zum Ziel, die Anzahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten oder schwer verletzen Menschen deutlich zu reduzieren.

Die polizeiliche Verkehrsüberwachung wird generell im Rahmen des täglichen Dienstes, ergänzt durch landes- oder behördenweite Sonderkontrollen, durchgeführt. Die präventiven und repressiven Aktionen oder Maßnahmen basieren auf der Auswertung und Analyse der Verkehrsunfallstatistik sowie der sich daraus ergebenden örtlichen Brennpunkte oder Handlungsfelder. So hat die Polizeiinspektion Braunschweig 2019 eine Fahrradstaffel installiert, die das Spektrum der polizeilichen Einsatzmöglichkeit erweitert. Ebenso werden im Stadtgebiet Wolfsburg sogenannte "Fahrradcops" und darüber hinaus auch in anderen innerstädtischen Bereichen Fahrradstreifen eingesetzt, um zielgruppenorientierte Verkehrssicherheitsarbeit zu leisten.

Gewerblicher Güterverkehr


Im Bereich des gewerblichen Güterverkehrs wurden die Lkw-Schwerpunktkontrollen und Präventionsaktionen auf der A 2 fortgeführt und erweitert, die durch verschiedene landes- oder bundesweite Schwerpunktkontrollen ergänzt wurden. Ablenkung im Straßenverkehr war auch 2019 ein Leitthema. Die Verkehrssicherheitsarbeit basiert nicht allein auf Groß- oder Schwerpunktkontrollen sowie verschiedenen Projekten, vielmehr findet sie täglich im Rahmen der Streifenfahrten statt.

Ausblick

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Ziel der präventiven und repressiven Verkehrssicherheitsarbeit der Polizeidirektion Braunschweig und ihrer Netzwerkpartner bleibt weiterhin, die Anzahl der Straßenverkehrsunfälle mit Getöteten und Schwerverletzten zu senken und das Sicherheitsniveau auf den Straßen zu erhöhen. Die Polizeidirektion Braunschweig führt deshalb ihre regelmäßigen, zielgruppenorientierten Kontrollen weiter fort. Hier steht in landesweiter Abstimmung gerade auch die Risikogruppe "Radfahrer im Straßenverkehr" im Mittelpunkt. Im Jahresverlauf sind schon jetzt unterschiedlichste Aktionen und Kontrollen geplant. Auch die anstehenden Mobilitätsveränderungen beispielsweise durch Elektrotretroller und die damit verbundenen Herausforderungen werden im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit stehen. Darüber hinaus bleiben die Unfallursachen überhöhte Geschwindigkeit, Fahren unter Alkoholeinfluss und Ablenkung im Straßenverkehr nach wie vor im Blickpunkt. Auf den Autobahnen bilden die Themenfelder Abstand und Ablenkung die Arbeitsschwerpunkte.


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