VW-Krise: Gewerkschaft fordert Gespräche mit dem Vorstand ein

Die IG Metall drängt auf Gespräche und pocht auf Vereinbarungen aus dem Tarifabschluss. Andernfalls droht die Gewerkschaft, die "notwendigen Konsequenzen" ziehen zu müssen.

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Symbolbild. | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Wolfsburg. Erst kürzlich hatten die Betriebsversammlungen in den niedersächsischen Volkswagen-Werken stattgefunden. Dabei hatte unter anderem Konzernchef Oliver Blume der Belegschaft die Zukunftspläne für VW näherbringen wollen. Nun fordert die Gewerkschaft IG Metall zusammen mit dem Betriebsrat Gespräche mit dem Vorstand ein.



So heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft heute: "Die IG Metall fordert das im Zukunftstarifvertrag verankerte Überprüfungsgespräch mit Volkswagen ein." Damit mache die Gewerkschaft von einem tarifvertraglich ausdrücklich vorgesehenen Verfahren Gebrauch, um die Einhaltung der im Tarifabschluss vom 20. Dezember 2024 vereinbarten Zukunftszusagen zu überprüfen. Im Mittelpunkt sollen insbesondere die verbindlich vereinbarten Investitionen in neue Modelle, Zukunftsprodukte und moderne Produktionsverfahren stehen.

"Arbeitnehmer haben ihren Teil beigetragen"


Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, erklärt: „Der Tarifabschluss vom Dezember 2024 ist kein einseitiges Entgegenkommen der Beschäftigten, sondern ein Zukunftspaket. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben erhebliche Beiträge zur wirtschaftlichen Stabilisierung von Volkswagen geleistet und dafür weitreichende Vereinbarungen zur Sicherung von Beschäftigung und zur Zukunft der Standorte erfüllt. Wenn die Beschäftigten ihrem Teil der Vereinbarung nachkommen, dann darf Volkswagen seine Seite des Pakets nicht nachträglich zur Disposition stellen.“


Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG, untermauert: „Die Zugeständnisse der Belegschaft aus der Auseinandersetzung 2024 gab es nicht zum Nulltarif, sie wurden im Vertrauen auf die Zusagen gemacht. Deshalb erwarten wir, dass diese Vereinbarungen Bestand haben. Klar ist: All unsere Werke brauchen Zukunft!“

Überprüfungsverfahren einleiten


Zuletzt hätten laut IG Metall Äußerungen des Volkswagen-Vorstands auf den Betriebsversammlungen erhebliche Zweifel daran geweckt, ob das Unternehmen an den vereinbarten Investitions- und Produktzusagen uneingeschränkt festhalten will. Für die IG Metall sei damit die Schwelle erreicht, das vertraglich vereinbarte Überprüfungsverfahren einzuleiten. „Wir akzeptieren keine Politik des Aufschiebens, Relativierens oder Verwischens verbindlicher Zusagen. Wer von den Beschäftigten Verzicht verlangt, muss selbst verlässlich liefern. Es geht hier nicht um neue Forderungen der IG Metall, sondern schlicht um die Einhaltung eines bestehenden Tarifvertrages. Genau dafür ist das Überprüfungsgespräch vorgesehen“, so Gröger.

Die Gewerkschaft fordert dieses Gespräch nun ein und droht mit Konsequenzen. So heißt es in der Pressemitteilung: "Sollte sich im weiteren Verfahren bestätigen, dass Volkswagen seinen tarifvertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, wird die IG Metall mit ihrer Tarifkommission die daraus notwendigen Konsequenzen ziehen und erforderlichen Schritte einleiten."