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Polizei: „Ignorante" Fahrer verhinderten Hubschrauberlandung



Braunschweig | Wolfenbüttel

Polizei: „Ignorante" Fahrer verhinderten Hubschrauberlandung

von Christina Ecker


Durch Fehlverhalten vieler Verkehrsteilnehmer konnte der Rettungshubschrauber bei dem Einsatz auf der A2 am Mittwoch zunächst nicht landen. Symbolfoto: Max Förster/Archiv
Durch Fehlverhalten vieler Verkehrsteilnehmer konnte der Rettungshubschrauber bei dem Einsatz auf der A2 am Mittwoch zunächst nicht landen. Symbolfoto: Max Förster/Archiv Foto: Max Förster

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Braunschweig. Aus gegebenen Anlass ist es wichtig, noch einmal auf das richtige Verhalten im Straßenverkehr hinzuweisen. Nach dem schweren LKW-Unfall auf der A2 am Mittwoch (regionalHeute.de berichtete), war es dem Rettungshubschrauber Christoph 30 zunächst nicht möglich zu landen, weil sämtliche Verkehrsteilnehmer einfach unter dem Hubschrauber hinwegfuhren. Polizeisprecher Wolfgang Klages schwört auf Rücksichtnahme ein.



"Die Situation am Mittwoch war uns auch neu. Durch die Stausituation war der Rettungshubschrauber schneller an der Unfallstelle als wir, somit war die Straße noch nicht gesperrt und der Hubschrauber konnte nicht landen, weil die Leute einfach weitergefahren sind", äußert sich Klages verständnislos. Jeder habe den Hubschrauber gesehen und auch wahrgenommen, dass er landen wolle und trotzdem wurde das ignoriert. „Ich weiß nicht, ob das aus Hilflosigkeit, Ignoranz oder Egoismus heraus passiert, weil man vielleicht nicht warten möchte, sobald der Hubschrauber gelandet ist. Vielleicht ist es auch von allem ein bisschen, aber das kann so nicht gehen. Menschenleben sind in Gefahr und Hilfe und Rettung verzögern sich, wenn es zu einem solchen Verhalten kommt!"

Was viele nämlich nicht wüssten: „In erster Linie ist ein Rettungshubschrauber dann im Einsatz, wenn ein Notarzt ganz schnell transportiert werden muss. Das heißt dass ein Notarzt damit anreist und es sei eher seltener der Fall, dass ein Verletzter abtransportiert werden müsse damit. Also vergeht wertvolle Zeit, in denen Menschen keine Rettungsgasse bilden oder einem landenden Helikopter keinen Platz machen. Zeit, die wertvoll für den Verletzten sein kann", ermahnt Klages.

Aufklärung statt Ahndung


Darüber hinaus greiftKlages auch die immer wieder auftauchende Problematik rund um das Thema Rettunggasse und Gaffer auf: „Wir müssen ja leider immer wieder feststellen, dass Gaffer bei Unfällen ein Thema sind. Dafür wurde ja bereits ein Gesetzesentwurf verabschiedet, dem zufolge Leute bestraft werden sollen, die einen Einsatz behindern", sagt Klages. Außerdem könne ein Problem auch aus verschiedenen Richtungen angegangen werden. Ein Beispiel dafür sei, dass Gaffer vor Ort an Unfallstellen oftmals mit dem Handy aus dem fahrenden Auto heraus fotgrafierten - da Handynutzung am Steuer grundsätzlich verboten sei, könne man da die Fahrer schon belangen, aber auch das Behindern eines Einsatzes selbst sei eine Ordnungswidrigkeit, erklärt Klages.

Sanktionieren ist der falsche Weg


Aber mit der Ahndung sei es natürlich grundsätzlich schwierig, dem in Gänze nachzukommen. Denn einerseits könnten Rettungskräfte vor Ort das nicht leisten, wenn sie mit dem Unfall beschäftigt sind und zum anderen fehlten schlicht weitere Einsatzkräfte. „Aber vielleicht ist dieses Sanktionieren vor Ort auch der falsche Weg. Klar, wir können Kennzeichen aufschreiben und falsches Verhalten ahnden, doch es ist viel wichtiger, einen Sinneswandel hervorzurufen und die Menschen zu sensibilisieren", ergänzt Klages. Dafür seien Kampagnen ein möglicher Weg, sagt er und verweist darauf, dass bereits seit einiger Zeit die Kampagne "Rettungsgasse rettet Leben" läuft, unter anderem mit Bannern an Autobahnen, die auf das richtige Verhalten in Unfallsituationen hinwiesen und zeigten, wie eine Rettungsgasse zu bilden sei.

Zur Kampagne "Rettungsgasse rettet Leben" gibt es auch eine sehr informative Homepage, hier zu finden. Auch auf Facebook gibt es auch den alarmierenden Post zum Thema "Rettungsgasse weitergedacht", und zwar hier nachzulesen.


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