Wolfenbüttel. An den beiden Teichen in der westlichen Hordorfer Feldmark (Cremlingen), neben dem Osterfeuerplatz, finden demnächst Naturschutzmaßnahmen statt, kündigt der Landkreis Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung an. Nachdem im Herbst 2025 am großen Teich bereits der dichte Gehölzsaum deutlich zurückgenommen wurde, um mehr Licht und Windbewegung für das Gewässer zu erreichen, ist nun der größere der beiden Teiche an der Reihe.
Um die Faulschlammschicht am Boden des Gewässers durch den Luftkontakt zu reduzieren, wird das Gewässer ab Anfang August langsam abgelassen. Dadurch kann der Schlamm von Bakterien, die zum Atmen und für Zersetzungsprozesse Sauerstoff benötigen, schneller abgebaut werden. Das defekte Ablassbauwerk wird bei dieser Gelegenheit saniert, teilweise ausgebaggert und instandgesetzt, teilt die Landkreisverwaltung mit.
Fachleute setzen Tiere um
Damit beim Ablassen des Wassers möglichst keine Tiere zu Schaden kommen, sollen Fachleute die Maßnahme begleiten. Sie werden die Tiere in den angrenzenden wasserführenden kleinen Teich umsetzen.
Der abgelassene Teich werde voraussichtlich bis in den November trocken liegen, damit er anschließend ausgebaggert werden kann. Dadurch werden Faulschlämme reduziert, die ursprüngliche Wassertiefe wiederhergestellt und die Wasserfläche insgesamt vergrößert. Durch Niederschläge und die umliegenden Drainagen befüllt sich der Teich bis zum Frühjahr wieder und ist dann erneut ein wertvoller Lebensraum für heimische Frösche, Kröten, Libellen und Fische.
Kooperation wird fortgeführt
Die Feldmarkinteressentschaft Hordorf als Flächeneigentümerin sanierte 2024 bereits den kleineren der beiden Teiche, gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Diese Zusammenarbeit soll nun für die Entschlammung und Sanierung des Ablassbauwerks am großen Teich fortgesetzt werden. Für die Renaturierung des geschützten Biotops wurden Fördermittel beantragt und Biotoppflegegelder des Landkreises verwendet.
Im Zuge der Arbeiten kann es im Herbst auf den Wegen im Umfeld der Teiche zu Einschränkungen durch Lärm, Verunreinigung oder kurzzeitigen Sperrungen kommen. Dafür bittet die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises um Verständnis.
Die Teiche entstanden als Ergebnis der Flurbereinigung und werden aus Drainagen der umliegenden Felder gespeist. Der größere der beiden Teiche entwässert über einen Graben in den Sandbach. Nährstoffeinträge und die natürliche Verlandung führten zu einer starken Verschlammung der Teiche, so dass sich im Sommer lebensfeindliche sauerstofffreie Zonen unter Wasser bilden – der Teich „kippt um“.
