Schnellschuss: Ex-Bürgermeister kritisiert Pläne für den Schlossplatz

Im Gespräch mit regionalHeute.de äußert Bürgermeister a.D. Thomas Pink Kritik an den Umbauplänen zum Schlossplatz und erklärt, warum dieser heute so aussieht, wie er aussieht.

von und


Wolfenbüttels Bürgermeister a.D, Thomas Pink, erzählt im Interview mit regionalHeute.de, wie es überhaupt zum Umbau des Schlossplatzes kam.
Wolfenbüttels Bürgermeister a.D, Thomas Pink, erzählt im Interview mit regionalHeute.de, wie es überhaupt zum Umbau des Schlossplatzes kam. | Foto: Werner Heise

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Wolfenbüttel. Das Areal rund um den Schlossplatz, das vor sechs Jahren aufwendig umgestaltet wurde, soll nun noch einmal überarbeitet werden. Im Fokus der politischen Überlegungen steht derzeit der Platz vor dem Zeughaus. Hier soll es nach dem Willen der Stadtverwaltung jetzt wieder grüner werden. Ein Vorschlag, der in dieser Form auch beim ehemaligen Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel, Thomas Pink, gar nicht gut ankommt.



regionalHeute.de trifft den Bürgermeister a.D auf dem Schlossplatz. Hier erzählt Pink, wie es überhaupt zum Umbau des Schlossplatzes kam und auf welchen Grundlagen die Umgestaltung einst erfolgte. Und er hält auch nicht mit seiner Meinung zu den neuen Plänen rund um das Zeughaus hinterm Berg.

Kritik am Zeitpunkt



Wie auch der SPD-Bürgermeisterkandidat Sascha Diedrich kritisiert Pink den Zeitpunkt der Initiative mitten im Wahlkampf und warnt vor einem unüberlegten Schnellschuss. „Was das jetzt so mit dem Aufriss oder Aufreißen des Straßenbereichs vor dem Zeughaus anbelangt, ist aus meiner Sicht eine kleine Schnellschussreaktion, die auch dem Wahlkampf geschuldet ist", sagt Pink.


Thomas Pink erklärt, wie der Schlossplatz einst aussah und wie es überhaupt zum Umbau des Platzes kam.
Thomas Pink erklärt, wie der Schlossplatz einst aussah und wie es überhaupt zum Umbau des Platzes kam. Foto: Werner Heise


Ein Gesamtkonzept muss her


Grundsätzlich stehe er Veränderungen aufgrund der klimatischen Entwicklung gar nicht im Wege und wolle diese nicht in Abrede stellen. Allerdings bedürfe es aus seiner Sicht eines abgestimmten Gesamtkonzepts sowie eines Finanzierungskonzepts, das anschließend demokratisch und mehrheitlich im Rat beschlossen werden müsse.

Die Bürger haben mitentschieden


Der heutigen Platzgestaltung ging ab 2012 ein jahrelanger Prozess voraus. Ausgehend von Leerständen in der Innenstadt wurde unter Beteiligung der Bürger das Projekt „Zukunftsprofil Innenstadt Wolfenbüttel“ entwickelt, bei dem die Umgestaltung des Schlossplatzes an oberster Stelle stand.

Der spätere Entwurf sei laut Pink - zu diesem Zeitpunkt Bürgermeister der Lessingstadt - nicht willkürlich entstanden, sondern klaren Vorgaben gefolgt. Es sollte eine große Eventfläche geschaffen, die alte Straßenführung verlegt und das historische Ensemble aus Residenzschloss und Vorplatz betont werden. Dass der Platz damals ohne die vorherigen Bäume geplant wurde, habe den Anregungen aus der Denkmalpflege, von Historikern und Stadtführern entsprochen, um eben die Fassaden wieder freizulegen und im Stadtbild besser wahrnehmbar zu machen.