Fliegen für Kunstobjekt getötet: PETA zeigt Kunstmuseum Wolfsburg an

Hunderte Fliegen seien zunächst über Wochen mit Zucker und Wasser ernährt worden, um sie dann durch eine elektrische Fliegenfalle zu töten.

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Symbolfoto.
Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Wolfsburg. Die Tierschutzorganisation PETA hat Anzeige gegen das Kunstmuseum gestellt. Grund dafür war laut PETA, dass hunderte Fliegen im Rahmen einer Ausstellung des Künstlers Damien Hurst erst ausgestellt und dann getötet wurden.



Wie Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland, im Gespräch mit regionalHeute.de erklärt, habe man Anzeige wegen Tierquälerei beim Veterinäramt Wolfsburg gestellt. Hunderte Fliegen seien laut PETA über Wochen mit Zucker und Wasser ernährt worden, um sich möglichst zahlreich zu vermehren und um zu einem späteren Zeitpunkt durch eine elektrische Fliegenfalle getötet zu werden. Den Hinweis, dass im Rahmen der Ausstellung Fliegen getötet werden, erhielt man von einer Tierschützerin, so Höffken, der erklärt, dass laut Tierschutzgesetz niemand einem Tier ohne "vernünftigen Grund" Leiden oder Schäden zufügen dürfe. Dass Fliegen in einer Installation eines Kunstobjekts getötet werden, werde nicht als "vernünftiger Grund" angesehen. "Tiere zu töten hat nichts mit Kunst zu tun, es zeigt lediglich die Überheblichkeit von Menschen, die für ihre eigenen Interessen buchstäblich über Leichen gehen", macht Höffken deutlich.

Ausstellung gemeldet


Daher habe man sich auch an das Veterinäramt der Stadt Wolfsburg gewandt und auf den Verstoß hingewiesen. Bereits am 6. Mai habe man sodann schriftlich Anzeige beim Veterinäramt Wolfsburg gestellt und um die Einleitung eines Verfahrens wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gebeten. Laut Höffken habe die Behörde mit einer mündlichen Verwarnung reagiert. "Wir sind dankbar, dass die Behörde den Verantwortlichen die Grenzen aufgezeigt hat, auch wenn wir uns eine rechtliche Ahndung der sinnlosen Tötungen in Wolfsburg gewünscht hätten. Nur weil die Tiertötungen zum Zeitpunkt unserer Meldung schon beendet waren, kamen die Verantwortlichen mit einer Ermahnung davon. Wir werden weiterhin Tiermissbrauch für vermeintliche Kunstobjekte konsequent zur Anzeige bringen", betont Höffken.

Das Veterinäramt der Stadt Wolfsburg bestätigt auf Nachfrage unserer Online-Tageszeitung, dass PETA diesen Fall gemeldet hat. Dem sei man dann auch nachgegangen. Zum Zeitpunkt der Meldung durch die Tierschutzorganisation sei die Ausstellung, die bis Ende Juli laufen sollte, aber bereits beendet gewesen. Dennoch habe man dem Verantwortlichen eine mündliche Verwarnung ausgesprochen.


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