Heilig-Geist-Ensemble: Stiftung soll Bauwerk erhalten

Das Ensemble soll denkmalgerecht gesichert und für die Gesellschaft geöffnet werden.

Oberbürgermeister Dennis Weilmann (v.l.), Prof. Rolf Schnellecke (v.r.), Dr. Hans-Joachim Throl (zweite Reihe links) sowie weitere Vertreter aus Politik und Stadtverwaltung stellen ihre Stiftungs-Idee vor.
Oberbürgermeister Dennis Weilmann (v.l.), Prof. Rolf Schnellecke (v.r.), Dr. Hans-Joachim Throl (zweite Reihe links) sowie weitere Vertreter aus Politik und Stadtverwaltung stellen ihre Stiftungs-Idee vor. | Foto: Stadt Wolfsburg

Wolfsburg. Ein Ort mit besonderer Bedeutung für Wolfsburg soll eine neue Zukunft bekommen: Das Heilig-Geist-Ensemble – ein Bauwerk von internationalem Rang und prägend für das Stadtbild – soll erhalten, saniert und neu genutzt werden. Die Stadt Wolfsburg stellt dafür jetzt die Weichen, wie sie in einer Pressemitteilung berichtet. Der Rat berät am 13. Mai über eine Grundsatzentscheidung zur Beteiligung an der geplanten Stiftung Forum Alvar Aalto.



Ziel sei es, das Ensemble denkmalgerecht zu sichern und für die Stadtgesellschaft zu öffnen. Die Stiftung soll gemeinsam mit engagierten Akteuren aus Wolfsburg gegründet werden. Die Stadt beabsichtige, sich mit bis zu einer Million Euro am Stiftungskapital zu beteiligen – in gleicher Höhe wie private Zustiftungen. Voraussetzung seien unter anderem die Übertragung des Grundstücks durch die Evangelisch-lutherische Landeskirche sowie belastbare Ergebnisse aus Machbarkeitsstudien zur Sanierung, Nutzung und Finanzierung.

Das sagen Verwaltung und Stiftungsinitiative


„Das Heilig-Geist-Ensemble ist ein herausragendes Beispiel moderner Architektur und ein wichtiger Teil unserer Stadtidentität. Mit der Stiftung wird eine verlässliche Struktur geschaffen, um dieses Erbe zu bewahren und gleichzeitig neue Perspektiven für seine Nutzung zu eröffnen“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann.

„Aus städtebaulicher Sicht bietet das Projekt die Chance, ein prägendes Bauwerk behutsam zu sanieren und gleichzeitig mit neuen Nutzungen zu beleben. Entscheidend ist, dass wir hierfür eine tragfähige und langfristig gesicherte Lösung entwickeln“, erklärt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

„Das Heilig-Geist-Ensemble ist Weltarchitektur und ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes Wolfsburgs. Ein solcher Ort muss in den Händen der Wolfsburger Bürgerschaft und in öffentlicher Mitverantwortung der Stadt bleiben. Das Stiftungsmodell bietet die große Chance, privates und öffentliches Engagement zusammenzuführen, das Ensemble langfristig zu sichern und in der Verantwortung der Wolfsburger Stadtgesellschaft mit städtischem Einfluss zu halten“, betont Prof. Rolf Schnellecke als Vertreter der Stiftungsinitiative.

Das ist geplant


Das Heilig-Geist-Ensemble wurde vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfen und 1963 eingeweiht. Es zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der Nachkriegsmoderne in Deutschland und ist Teil eines internationalen architektonischen Erbes. Ziel ist es, das Ensemble dauerhaft in öffentlicher Verantwortung zu halten. Für die zukünftige Nutzung sei eine Kombination aus kulturellen Angeboten, gemeinschaftlichem Wohnen und sozialen Begegnungsräumen vorgesehen. Ergänzend plane die Stadt Wolfsburg eine Kindertagesstätte auf dem Gelände, die unabhängig von der Stiftung umgesetzt werde.

So geht es weiter


Im nächsten Schritt werden zwei Machbarkeitsstudien beauftragt – eine zur Sanierung und Nutzung im Stiftungsmodell sowie eine zur Umsetzung der Kindertagesstätte. Auf dieser Grundlage wird der Rat zu einem späteren Zeitpunkt über die konkrete Beteiligung der Stadt entscheiden.