Rückschlag fürs Stammwerk? VW pausiert wohl die Entwicklung des ID.Golf

Der elektrische Golf soll ab 2030 in Wolfsburg produziert werden. Für die weitere Entwicklung des Modells fehlt aber derzeit wohl das nötige Geld.

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Im VW-Werk in Wolfsburg soll der ID.Golf eigentlich ab 2030 vom Band laufen (Archiv).
Im VW-Werk in Wolfsburg soll der ID.Golf eigentlich ab 2030 vom Band laufen (Archiv). | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Wolfsburg. Kaum ein VW-Modell ist so sehr mit dem Stammwerk in Wolfsburg verknüpft wie der Golf. Ab etwa 2030 sollte auch die elektrische Variante, der ID.Golf, in Wolfsburg gefertigt werden. Das neue elektrische Modell sollte an die großen Erfolge seines Vorgängers mit Verbrennungsmotor anknüpfen und dem Wolfsburger Werk damit eine neue Erfolgsstory einbringen. Am heutigen Freitag sickern aber Informationen durch, wonach die Entwicklung dieses künftigen Modells erst mal eine Pause einlegen soll.



Volkswagen hatte den Produktionsstart bereits verschoben. Im vergangenen Jahr war noch von 2029 die Rede, inzwischen hieß es, der neue elektrische Golf soll 2030 in Wolfsburg vom Band rollen. Ob die heutigen Informationen an diesem Termin rütteln werden, ist noch unklar. So veröffentlichen zahlreiche Medien heute bundesweit Aussagen aus einem Interview des VW-Markenchefs Thomas Schäfer, das, wie zum Beispiel das Handelsblatt berichtet, im Intranet veröffentlicht wurde. Demnach würden die Entwicklungsvorleistungen für den ID.Golf vorerst ausgesetzt. Diese Maßnahme ist offenbar Teil des derzeit eingeschlagenen Sparkurses bei Volkswagen. Die Entwicklung des neuen elektrischen Modells könne sich der Konzern zum jetzigen Zeitpunkt nicht leisten.

Sparmaßnahmen auf Kosten der Zukunft?


Erst diese Woche hatte der Autobauer aus Wolfsburg in seinem Quartalsbericht Milliardenverluste bekannt gegeben. Dazu hatte Arno Antlitz, CFO und COO Volkswagen Group, durchblicken lassen, die operative Rendite sei derzeit "zu wenig, um weiter kraftvoll in unsere Zukunft zu investieren."

Außerdem müssten laut Medienberichten, die auf die Aussagen von Schäfer Bezug nehmen, aktuell die Fabrikkosten weiter sinken. Demnach seien die Werke in Emden und Zwickau in dieser Sache auf Kurs. Wolfsburg hingegen sei noch weit von den Zielen entfernt. 300 Millionen Euro würden demnach im laufenden Jahr fehlen.