Auszubildende wählen Vertretungen

Auch dual Studierende und jugendliche Beschäftigte können Jugend- und Auszubildendenvertretung in den Betrieben mitwählen.

Marcus Festerling, Jugendsekretär bei der IG Metall Wolfsburg
Marcus Festerling, Jugendsekretär bei der IG Metall Wolfsburg | Foto: IG Metall SüdOstNiedersachsen

Wolfsburg/Gifhorn/Helmstedt. Zwischen Oktober und November sind Jugendliche in Betrieben dazu aufgerufen, ihre Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) zu wählen. Im Einzugsbereich der IG Metall Wolfsburg wird in diesem Jahr in 17 Betrieben eine JAV-Wahl durchgeführt, teilte die IG Metall Süd-Ost-Niedersachsen am heutigen Donnerstag mit.


Die ersten Wahlen wurden bereits bei "Volkswagen Immobilien", "Ceva Logistics" sowie in der Autostadt durchgeführt. Bis einschließlich Freitag wird bei Volkswagen gewählt. In der kommenden Woche geht es weiter bei "Butting" in Wittingen und im Autohaus Wolfsburg sowie bei "Kühl" in Gifhorn. Insgesamt sind rund 3.700 Jugendliche aufgerufen, wählen zu gehen. 59 von ihnen haben sich bereit erklärt, zur Wahl zu kandidieren. Voraussetzung dafür seien ein bestehender Betriebsrat und mindestens fünf Wahlberechtigte im Betrieb, hieß es. Dazu gehörten jugendliche Arbeitnehmer, Auszubildende und dual Studierende. Die Wahl finde alle zwei Jahre statt. Bundesweit würden im Zuständigkeitsbereich der IG Metall rund 7.500 JAV-Mitglieder in über 3.000 Betrieben gewählt werden.

Wahlberechtigt sind auch dual Studierende


Laut Betriebsverfassungsgesetz werde eine JAV in Betrieben mit mindestens fünf Wahlberechtigten gewählt, hieß es. Wahlberechtigt sei, wer unter 18 Jahre alt oder zur Ausbildung im Betrieb ist - also auch dual Studierende - unabhängig vom Alter. Für die JAV-Wahl kandidieren könnten alle Beschäftigten unter 25 Jahren oder die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind. "Die JAV ist laut Betriebsverfassungsgesetz neben dem Betriebsrat eure Interessenvertretung im Betrieb", sagte Marcus Festerling, Jugendsekretär bei der IG Metall Wolfsburg, mit Blick auf die Wahlberechtigten. "Die JAV überwacht, dass du korrekt behandelt wirst und dass Gesetze, Tarifverträge und Ausbildungsrahmenpläne eingehalten werden." Darüber hinaus verbessere die JAV die Qualität der Berufsausbildung und fördere die Integration ausländischer Jugendlicher im Betrieb. "Sie setzt sich zudem dafür ein, dass es genug Ausbildungsplätze im Betrieb gibt und dass du am Ende deiner Ausbildung übernommen wirst und eine feste Stelle erhältst. Die JAV berät und hilft Dir, etwa wenn Du Probleme mit dem Ausbilder hast, wenn Du Kaffee kochen, putzen und Botengänge erledigen musst, statt zu lernen", so Festerling.

Die JAV habe das Recht auf regelmäßige Sitzungen während der Arbeitszeit, nehme an Sitzungen des Betriebsrats teil und entscheide mit, wenn es um die Interessen der Jugendlichen, Auszubildenden und Studierenden geht, hieß es. "Viermal im Jahr darf Euch die JAV zu Jugend- und Auszubildendenversammlungen während der Arbeitszeit einladen, um Euch zu informieren und nach Eurer Meinung zu fragen", so Festerling. "Die JAV ist gesetzlich geschützt. Der Arbeitgeber darf die JAV nicht bei ihrer Arbeit behindern oder benachteiligen."

IG Metall will bei Durchführung der Wahlen unterstützen


Bei der Initiierung und Durchführung der Wahl sowie bei der Arbeit der Jugend- und Auszubildendenvertretungen nach der Wahl unterstütze die Gewerkschaft IG Metall, hieß es. Dies erfolge durch eine persönliche Präsenz bei den Sitzungen im Betrieb sowie durch verschiedene Arbeitshilfen und Beratung, um die Ziele junger Menschen im Betrieb durchzusetzen.


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