Braunschweig. Die Taxi-Branche steht in Braunschweig heftig unter Druck. Die neue Konkurrenz, unter anderem durch Anbieter wie Uber, bringt die alteingesessenen Platzhirsche mächtig ins Wanken. Während die Taxi-Zentrale, das älteste Taxi-Unternehmen der Stadt, kürzlich nach einem eröffneten Insolvenzverfahren noch gerettet werden konnte, gelang dies bei einem weiteren Traditionsunternehmen aus der Branche nicht.
Das Mini-Car gibt es immerhin auch schon seit den 1970er Jahren. Die roten Wagen der MC Mini-Car GmbH prägten ebenfalls über Jahrzehnte das Stadtbild. Doch damit ist wohl Schluss. Während sich bei der Taxi-Zentrale neue Unternehmer finden ließen, die den Betrieb übernahmen und weiterführten, war das beim Mini-Car mit seinen etwa 50 Mitarbeitern nicht der Fall.
Taxi-Branche: Markt ist hart umkämpft
Anfang März hatte Insolvenzverwalter Tim F. Gätcke gegenüber regionalHeute.de noch gesagt: Wir versuchen jetzt, den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten." Sein Ziel: eine „positive Lösung zu finden". Doch Gätcke, der Erfahrung mit Insolvenzen anderer Mietwagenunternehmen hat, hatte damals bereits betont: "Der Markt ist hart umkämpft"
Anders als Taxen zählten die Mini-Cars rechtlich betrachtet zu den Mietwagen. Das heißt, dass Kunden sich einen Wagen in der Zentrale bestellen müssen. Auch waren die Mietwagen verpflichtet, nach jeder Fahrt in die Zentrale zurückzukehren. Diese Zentrale in der Varrentrapstraße ist inzwischen schon nicht mehr zu erreichen, die Telefonleitung ist tot, die Homepage des Unternehmens ebenfalls abgeschaltet. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt. Der Insolvenzverwalter hat für Ende Juni eine Gläubigerversammlung einberufen. Das Unternehmen hatte vor allem zwischen 2017 und 2020 rote Zahlen geschrieben und in dem Zeitraum rund 330.000 Euro Minus erwirtschaftet. Nun wird es abgewickelt.
Dringlichkeitsanfrage in der heutigen Ratssitzung
Am heutigen Dienstag, in der Ratssitzung, wird das Thema für die Stadt Braunschweig auf der Tagesordnung stehen. Die Fraktion Bündnis 90/Grüne hat dazu eine Dringlichkeitsanfrage gestellt. Die Fraktion verweist darin unter anderem auf eine ältere Anfrage, in der sie auf "die Gefahr struktureller Wettbewerbsverzerrungen zulasten lokal ansässiger Taxi- und Mietwagenunternehmen" hinwies. Auch hier geht es also um die Konkurrenz mit Uber und anderen neuartigen Mobilitätsplattformen, die sich nicht an die teils strengen Vorgaben für Taxi- und Mietwagenunternehmen halten würden.
Die Bündnis-Grünen befürchten neben dem Verlust der festen Arbeitsplätze auch einen Einschnitt in der Mobilitätsversorgung in der Stadt, "Gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen, ältere Personen oder Fahrgäste außerhalb der regulären ÖPNV-Zeiten stellt das Taxi- und Mietwagengewerbe einen wichtigen Bestandteil der alltäglichen Mobilitätsversorgung dar", heißt es dort. Die Grünen stellen infrage, "ob ein rein beobachtender Ansatz der aktuellen Dynamik im lokalen Personenbeförderungsmarkt noch gerecht wird."

