Braunschweiger Luftfahrtforschung erhält Millionenförderung

Die Forscher der TU arbeiten am Verständnis von Abgasen aus dem Flugverkehr. Jetzt gibt es reichlich Geld aus einem Fördertopf.

Staatssekretär Matthias Hauer mit dem Vlame Projektleiter Dr.-Ing. Jan Göing und Jun.- Prof. Federica Ferraro vor dem High-Bypass-Turbofan-Triebwerk der TU Braunschweig.
Staatssekretär Matthias Hauer mit dem Vlame Projektleiter Dr.-Ing. Jan Göing und Jun.- Prof. Federica Ferraro vor dem High-Bypass-Turbofan-Triebwerk der TU Braunschweig. | Foto: Kristina Rottig/TU Braunschweig

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Braunschweig. Im Forschungsprojekt „Vlame“ des Instituts für Flugantriebe und Strömungsmaschinen (IFAS) und des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Brennstoffzellen (IVB) entwickelt die TU Braunschweig eine praxisnahe Simulationsplattform. Mithilfe dieser Plattform können Emissionen unter Start- und Reiseflugbedingungen verlässlich prognostiziert werden, sodass die Luftfahrtindustrie diese senken kann. Jetzt übergab Matthias Hauer, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus dem VIP+-Programm.



Im Flugverkehr tragen insbesondere Nicht-CO2-Emissionen zur Erderwärmung bei. Dabei handelt es sich um andere klimawirksame Stoffe als Kohlendioxid: Kohlenmonoxid, Stickoxide, Partikel wie Ruß und Wasserdampf. Gemeinsam mit Partnern aus der Luft- und Raumfahrtindustrie arbeitet die TU daran, das Verständnis für diese Emissionen zu verbessern.

Der Parlamentarische Staatssekretär Matthias Hauer hob bei seinem Besuch hervor, dass die vielfältigen BMFTR-Programme optimale Voraussetzungen schaffen, um Forschungsergebnisse in praxisrelevante und gesamtgesellschaftlich nützliche Anwendungen zu transformieren. Das VIP+-Förderprojekt Vlame aus Braunschweig werde laut Hauer "mit seiner innovativen Simulationsplattform für Emissionen in der Luftfahrt einen wichtigen Beitrag zu einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Mobilität der Zukunft leisten. Ich wünsche dem Projektteam größtmöglichen Erfolg.“

Einmalig in Europa


Das Forschungsprojekt „Vlame“, kurz für „VaLidation of an Aircraft engine emission Model for low-Emission fleet management“, baut eine realitätsnahe Simulationsumgebung auf. Dabei werden Flugprofil- und Triebwerksleistungsmodelle mit einem integrierten Emissionsmodul verknüpft, gestützt auf hochauflösende numerische Simulationen und umfangreiche Triebwerkstests. Als einzige Universität in Europa besitzt die TU Braunschweig hierfür ein High-Bypass-Turbofan-Triebwerk. Darin erzeugt ein großer Turbofan bis zu 85 Prozent des Schubs, was dazu führt, dass nur ein kleiner Teil der Luft durch den heißen Kern strömt und der Großteil außen vorbeigeführt wird. Dieses Prinzip senkt sowohl den Treibstoffverbrauch als auch die Lärmemission deutlich.

Projektleiter Dr.-Ing. Jan Göing sieht großes Potenzial in dem Projekt: „Mit Vlame setzen wir neue Maßstäbe in der Emissionsforschung der Luftfahrt: Die Branche verursacht erhebliche Emissionen – zugleich ist das Reduktionspotenzial groß. Genau hier setzt unsere Forschung an.“

Plattform schafft Grundlage für Emissionseinsparungen im Flugverkehr


Auf Basis der durch die Simulationen gewonnenen Daten können Fluggesellschaften ihre Flottenemissionen senken, Emissionshandelskosten reduzieren und CO2-Strategien optimieren. Triebwerks- und Kraftstoffhersteller erhalten fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Produktentwicklung. Eine spätere Lizenzierung der Plattform an Airlines und Regulierungsbehörden würde die Emissionsvorhersage und ‑minderung fest in der Praxis verankern.

Über VIP+


Das Programm „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung“ unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen dabei, Forschungsergebnisse auf ihre Praxisfähigkeit hin zu prüfen und den Weg in die Anwendung zu ebnen. Die Förderung von bis zu 1,5 Millionen Euro über bis zu drei Jahre schafft die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung von Forschungsergebnissen zu innovativen Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen. Gleichzeitig wird das Risiko für Dritte, in die weitere Entwicklung zu investieren, verringert.

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