Braunschweig. Feuer schießt in den Abendhimmel, Streamer schweben über den Köpfen und Wincent Weiss steht hoch über seiner Band auf einem beleuchteten Podest. Die Bilder dieses Donnerstagabends sind groß. Doch die stärksten Augenblicke entstehen auf der BRAWO Bühne häufig dann, wenn die Show für einen Moment in den Hintergrund tritt.
Mehrere Tausend Menschen sind nach Braunschweig gekommen. Darunter befinden sich Kinder, Jugendliche, Eltern und Fans, die den Musiker bereits seit Jahren begleiten. Weiss selbst beschreibt diese Mischung augenzwinkernd als „Junge, weniger Junge und welche, die schon länger weniger jung sind“.
Große Bühne und eine spielfreudige Band
Schon der Beginn lässt erahnen, wie viel das Publikum an diesem Abend erwartet: eine große Bühne, eine spielfreudige Band, Rauch, Lichteffekte und immer wieder mächtige Feuerfontänen. Weiss läuft über die Stege, klettert auf sein Klavier und nutzt die gesamte Bühne. Lange hält es ihn dort allerdings nicht.
Kontakt zum Publikum
Immer wieder sucht der Sänger den direkten Kontakt zu den Menschen. Er läuft durch das Publikum, taucht plötzlich zwischen Smartphones und ausgestreckten Händen auf und lässt sich sogar über den Köpfen der Fans tragen. Später steht er auf einer kleinen Zusatzbühne mitten in der Menge. Silberne Herzballons schweben um ihn herum, während die Hauptbühne für einige Minuten weit entfernt wirkt.

MIttendrin mit Herzballons und gezückten Smartphones: Wincent Weiss ließ die Herzen der Fans höher schlagen. Foto: @fotobully
Ein einziges Like
Dass Weiss sein Konzert nicht als bloße Abfolge von Songs versteht, zeigt sich in seinen ausführlichen Ansagen. Begegnungen mit einzelnen Zuschauern werden zu spontanen Gesprächen – und diese wiederum zu Brücken in den nächsten Titel. Besonders deutlich wird das, als der Musiker über soziale Medien und den Druck spricht, den vermeintlich perfekte Bilder gerade auf junge Menschen ausüben können. Fotos würden bearbeitet, durch Filter geschickt und inzwischen zusätzlich durch künstliche Intelligenz verändert. Daraus entstehe ein Ideal, dem niemand hinterherlaufen müsse.
„Das einzige Like, das ihr in eurem Leben braucht, ist das von euch“, sagt Weiss. Sein Gegenentwurf: „Echte Menschen, echte Freunde, echte Familie, echte Livemusik.“ Nicht jeder private Augenblick müsse fotografiert, veröffentlicht und anschließend von fremden Menschen bewertet werden. Beinahe passend dazu entdeckt er kurz darauf ein Plakat mit der Aufforderung „Vincent schau mal her“. Über die abweichende Schreibweise sieht der Sänger großzügig hinweg. Viel Zeit, das Handy für ein Erinnerungsfoto hervorzuholen, bleibt ohnehin nicht: Weiss kündigt an, später noch einmal durch die Menge zu kommen – und dann möglicherweise schon wieder verschwunden zu sein, bevor die Kamera bereit ist.
Zeit als größtes Geschenk
Auch eine spontane Unterhaltung mit einem Besucher namens Michael führt schließlich zu einem der ruhigeren Gedanken des Abends. Entscheidend sei, mit Menschen zusammen zu sein, die man möge oder liebe. „Zeit ist das größte Geschenk, das wir jemandem machen können“, sagt Weiss.
Levka kündigt eigene Tour an
Eröffnet wurde der Konzertabend von Levka. Als Support-Act bei Wincent Weiss ist Levka vielen Fans bereits bekannt: Schon im vergangenen Jahr standen mehrere gemeinsame Konzerte auf dem Programm. Seitdem sei „unfassbar viel passiert“, erzählt Levka. Unter anderem folgte eine eigene Tour. In Braunschweig gibt es neben der Ballade „Cry for Me“ auch noch unveröffentlichte Songs zu hören.
Für 2027 kündigt Levka bereits die nächste eigene Tour an.





