Hälfte der Parkplätze sollte wegfallen: Proteste bringen Planung zu Fall

Ein große Umgestaltung sollte diese Straße im Östlichen Ringgebiet zukunftsfähig machen. Doch die Parkplatzsituation hätte sich dadurch verschlechtert.

von


Symbolbild: Parken im Östlichen Ringgebiet bringt Herausforderungen mit sich. Auf das Längsparken (wie hier im Bild zu sehen) wird an anderer  Stelle jetzt verzichtet.
Symbolbild: Parken im Östlichen Ringgebiet bringt Herausforderungen mit sich. Auf das Längsparken (wie hier im Bild zu sehen) wird an anderer Stelle jetzt verzichtet. | Foto: regionalHeute.de

Braunschweig. Parkplätze im Östlichen Ringgebiet – sie sind ein Dauerthema, das bei manchen Anwohnern intensive Gefühle hervorrufen kann. Eine Planung der Stadt Braunschweig, die vorsah, eine Straße zu sanieren und dabei den Wegfall von 50 Prozent der Parkplätze in Kauf zu nehmen, soll jetzt nach Protesten der Anwohner jedenfalls drastisch abgewandelt werden.



Es geht dabei um die Schlegelstraße – eine kleine Nebenstraße und Tempo-30-Zone im südlichen Teil des Östlichen Ringgebiets. Diese befindet sich laut einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung "in einem sehr schlechten Zustand und ist nur noch mit zunehmend höherem Aufwand in einem verkehrssicheren Zustand zu halten." Auch der Schnitt der Straße genüge nicht mehr den heutigen Ansprüchen und werde auch von der Feuerwehr kritisiert, die dort zu wenig Platz im Einsatzfall habe. Geparkt wird dort in Querschnittaufstellung – halb auf der Straße, halb auf dem Seitenstreifen, meist aber auch zumindest teilweise auf dem Gehweg.

Zeitgemäße Umgestaltung – doch die Hälfte der Parkplätze fällt weg


Daher hatte die Verwaltung eine Neuplanung der Straße vorgelegt – zeitgemäß und mit frisch sanierter Fahrbahndecke. Dabei wäre die Fahrbahn auf eine Breite von sechs Metern gewachsen, auch die Fußwege wären geräumiger gewesen. Das Ganze wäre aber nur möglich gewesen, wenn die Parkplätze von "quer" auf "längs" umgestellt worden wären. Und das wiederum führte wohl zum sich jetzt abzeichnenden Ende dieser konkreten Planung. Denn mit der Umstellung wäre die Hälfte aller Parkplätze entfallen – statt 50 wären es nur noch 25 gewesen.

Dieser Vorschlag rief die Anwohnerschaft auf den Plan, die im Oktober des Vorjahres bei einer Infoveranstaltung der Stadt ihren Unmut vortrug. Die Verwaltung stellte fest: "Deutlich kritisiert wurde die hohe Anzahl an entfallenden Parkplätzen in diesem Gebiet mit
hohem Parkdruck." Geforderte Ausgleichsparkplätze zu schaffen, sei dort in der Nähe aber ebenfalls nicht möglich.

Der alte Vorschlag fand "nur geringe Akzeptanz", musste die Verwaltung einräumen. Auch bei einem Ortstermin wenige Wochen später "wurde die Umplanung der Schlegelstraße eher kritisch gesehen", heißt es. Die Stadt hatte dann drei verschiedene neue Planungsvarianten ausgearbeitet, aber zwei davon brachten weitere Nachteile mit sich und wurden nicht empfohlen.

Minimal-Lösung für die Schlegelstraße


Letztlich ist der neue Vorschlag der Verwaltung, über den in der kommenden Sitzung des Bezirksrats Östliches Ringgebiet am 22. April abgestimmt wird, jetzt eine Minimal-Lösung. Statt der Umgestaltung mit neuem, zeitgemäßem Layout der Straße wird demnach nur noch eine Teilsanierung der Fahrbahndecke stattfinden.

Diese wird ungefähr 300.000 Euro kosten. Sonderlich nachhaltig werde diese Sanierung allerdings nicht sein, lässt die Verwaltung durchblicken. "Der Straßenzustand der übrigen Flächen würde nicht verbessert und voraussichtlich in den nächsten Jahren nicht weiter gehalten werden können", heißt es zu dieser Planungsvariante.

Themen zu diesem Artikel


Feuerwehr Feuerwehr Braunschweig Parken