Neue Rathauspläne: Ist nun der Weg frei für den Abriss dieses Gebäudes?

Der Rathaus-Neubau ruft starke Emotionen hervor. Bietet sich jetzt etwa die Möglichkeit, ihn gänzlich loszuwerden?

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Der Rathaus-Neubau: Die CDU wünscht sich für ihn den Abriss.
Der Rathaus-Neubau: Die CDU wünscht sich für ihn den Abriss. | Foto: Matthias Kettling

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Braunschweig. Diesen Vorschlag musste die CDU-Stadtratsfraktion ja eigentlich nur noch aus der Schublade ziehen und an die aktuellen Entwicklungen in Braunschweig angleichen: Die Christdemokraten der Löwenstadt fordern jedenfalls erneut, den Rathaus-Neubau abzureißen.



Solche Vorschläge – teils in Form von Anträgen – gibt es immer mal wieder – zum Beispiel war das Thema 2020 auf der Tagesordnung. Forderungen, den Rathaus-Neubau abzureißen, gab es von der CDU schon vor mehr als 20 Jahren. Klar, das 1969 fertiggestellte Gebäude ist in die Jahre gekommen. Etwas muss passieren. Sanierung, Umgestaltung, Teilabriss – es gibt viele diskutierte Modelle. Und eben auch das Modell: Abriss.

Macht BLSK-Gebäude-Kauf den Weg für den Abriss frei?


Den verlangt die CDU jetzt wieder in einer Pressemitteilung. Ein Abriss des Gebäudes "wertet den gesamten Bereich am Bohlweg nachhaltig auf und schafft einen neuen, attraktiven Zugang zur Innenstadt", heißt es dort. Ausgangsbasis für die erneute Forderung ist auch der Plan der Stadt, das Sparkassen-Gebäude in der Dankwardstraße von der Nord/LB zu kaufen und zum Verwaltungssitz für das Einwohnermeldeamt aber auch für andere Teile der Verwaltung umzubauen.


Damit verbunden sei auch im Rathaus die Überlegung, somit auf die Sanierung des Rathaus-Neubaus zu verzichten. Die Nutzung des Bankgebäudes "könnte sich auch auf das bisherige Konzept und die Kosten zur Sanierung des Rathaus-Neubaus auswirken", hatte die Stadtverwaltung kürzlich mitgeteilt. Und auch SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Bratmann hatte unlängst in einem Video auf seinem Instagram-Kanal gesagt, dass "Geld frei werden" könnte, "wenn vielleicht Teile der geplanten Rathaus-Sanierung wegfallen können."

Mundlos: Rathaus-Neubau ein "Schandfleck"


Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten – oftmals gilt das vor allem auch für die Bewertung von Architektur. Die CDU bezieht in dieser Sache jedenfalls deutlich Stellung. „Der Rathaus-Neubau ist seit Jahren ein städtebaulicher Schandfleck mitten in unserer Innenstadt“, findet Ratsfrau Heidemarie Mundlos.

Die Stadt müsse dafür sorgen, dass der Bohlweg "ein modernes und hochwertiges Erscheinungsbild erhält". Das würde auch die Aufenthaltsqualität erhöhen, heißt es weiter in der Pressemitteilung der CDU. Dort wird Ratsherr Maximilian Pohler zitiert: „Mit einem Abriss des Rathaus-Neubaus entfallen gleichzeitig die Überdachung und die Rathaus-Arkaden. Dadurch entsteht ein deutlich offenerer und übersichtlicherer Stadtraum." Der Bohlweg wirke an dieser Stelle dann breiter.

Auch der Faktor Kosten spreche für einen Abriss des Rathaus-Neubaus im Vergleich zur Sanierung, deren Planung sich schon seit Jahren hinziehe, und die mit Sicherheit nicht billig werden wird. Die CDU weist darauf hin, dass es nicht absehbar sei, "wie hoch die tatsächlichen Kosten einer Sanierung am Ende ausfallen werden". Nun bleibt abzuwarten, inwiefern das Thema von der Verwaltung und der Kommunalpolitik aufgegriffen wird.