Streit um Velorouten: Erstmal Schulden ausbremsen?

Ein Antrag im Rat der Stadt fordert, Mittel für Velorouten umzuwidmen. Die Verwaltung stellt klar: Diese Routen entstehen größtenteils auf bestehender Infrastruktur.

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Symbolbild. | Foto: Matthias Kettling

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Braunschweig. Mit der Schaffung von Velorouten will die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass Braunschweiger Fahrradfahrer auf diesen Strecken schnell und komfortabel im gesamten Stadtgebiet von A nach B kommen. Ein ganzes Streckennetz ist geplant. Das Geld dafür sollte vorerst lieber in die Ausbesserung der bestehenden Radwege und in die Stadtkasse fließen, heißt es in einem Antrag, über den am heutigen Dienstag in der Ratssitzung abgestimmt wird.



Die Stadtratsfraktion der CDU findet, dass das Radwegenetz in Braunschweig erhebliche Mängel aufweise. Diese Radwege sollten zunächst einmal saniert werden. Die CDU schlägt daher vor, die "im Haushaltsplan 2025/26 bereitgestellten finanziellen Mittel (inklusive der Verpflichtungsermächtigungen für Folgejahre) für die Errichtung von Velorouten" umzuwidmen. Statt für die Velorouten soll das Geld jeweils zur Hälfte für die Sanierung bestehender Radverkehrsinfrastruktur sowie für die Reduzierung der Neuaufnahme von Schulden genutzt werden. Es ist nicht das erste Mal, dass die CDU gegen das Velorouten-Projekt vorgeht.

Braunschweiger Velorouten nutzen das vorhandene Wegenetz


Der Ausbau dieser Strecken basiert auf dem 2020 vom Rat beschlossenen Ziele- und Maßnahmenkatalog „Radverkehr in Braunschweig", der das Ziel verfolgt, die Stadt für Radfahrer attraktiver und sicherer zu machen. Schon vor der heutigen Ratssitzung hat die Verwaltung jetzt eine Stellungnahme zu dem Antrag abgegeben. Darin macht sie deutlich, dass ein Großteil der Velorouten auf bereits bestehender Radverkehrsinfrastruktur entstehen wird. Das müssen keine Radwege sein. Sondern es geht um durchgängige Strecken, auf denen viele Fahrradfahrer zügig und komfortabel innerhalb der Stadt vorankommen.

Am Beispiel der geplanten Veloroute von der Innenstadt zum östlichen Stadtrand über die Helmstedter Straße zum Schöppenstedter Turm wird das besonders deutlich. 90 Prozent der Route entstehen durch Sanierung bestehender Wege, nur 10 Prozent durch Neubau, teilt die Verwaltung mit. Die geplante Strecke soll 4,5 Kilometer lang sein – davon seien lediglich 450 Meter als Neubau geplant.

Veloroute zum Schöppenstedter Turm als Beispiel


Zum Beispiel können auf der Veloroute zum Schöppenstedter Turm für die Helmstedter Straße die bereits eingerichtete Fahrradstraße zwischen Kastanienallee und Georg-Westermann-Allee sowie die geplanten Radwegsanierungen und -verbreiterungen zwischen Am Hauptgüterbahnhof und Rautheimer Straße genutzt werden.

Instandsetzung und Ausbau der jeweiligen Radverkehrsanlage seien weiterhin die Kernziele – egal, ob es sich um Velorouten oder andere Radwege handele. "Die Betrachtung im Veloroutenkontext bietet jedoch die Möglichkeit, Lücken zu identifizieren beziehungsweise zu schließen und über eine größere Distanz aufeinander abgestimmte Maßnahmen zur Verbesserung zu planen", stellt die Verwaltung klar.

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