Unfälle im Stadtgebiet: Eine Zahl ist dramatisch gestiegen

Die Polizeiinspektion Braunschweig hat ihre Unfallstatistik für 2025 vorgelegt. Eine Zahl ist dabei besonders besorgniserregend.

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Symbolfoto. | Foto: Rudolf Karliczek

Braunschweig. Zwar hat es 2025 im Stadtgebiet nicht mehr Verkehrsunfälle gegeben als im Vorjahr, eine andere Zahl in der jetzt veröffentlichten Statistik der Polizeiinspektion Braunschweig ist dagegen aber drastisch gestiegen und gibt Anlass zur Besorgnis.



Aus der Unfallstatistik 2025 für das Stadtgebiet – ohne Autobahnen – geht hervor: Die Gesamtzahl der Unfälle ist im vergangenen Jahr mit 6337 (2024 waren es 6315) nahezu gleich. Hingegen ist die Zahl der Verletzten auf 911 (845) gestiegen. Insbesondere die Zahl der durch Verkehrsunfälle getöteten Personen hat sich von 2 auf 12 deutlich erhöht.

Tödliche Unfälle in Braunschweig


Thomas Bodendiek, Leiter der Polizeiinspektion Braunschweig, erklärt zu dieser besorgniserregenden Tendenz: „Den Anstieg im Bereich der Getöteten bedauere ich sehr. Einige dieser Unfälle hätten sich jedoch auch nicht durch polizeiliche Prävention oder anderweitige Verkehrsmaßnahmen verhindern lassen. Der schwere Unfall auf der B4, der für bundesweites Interesse gesorgt hatte, ereignete sich aufgrund eines Fehlverhaltens des Unfallverursachers. Ebenso ist der Unfall im Mai mit zwei Getöteten „Am Bockelsberg“ durch ein Abkommen von der Fahrbahn, augenscheinlich aufgrund einer individuellen Fehleinschätzung des Fahrzeugführers, entstanden."

Das sind die Unfallursachen im Stadtgebiet Braunschweig:


Die Hauptunfallursachen, die polizeilich ermittelt werden konnten, seien „Abstand“ (465), fehlerhaftes Verhalten beim Abbiegen (419) und Verstöße gegen das Vorfahrtsgebot (330). Dabei stellt der Bereich „Abstand“ mit rund einem Drittel den größten Bereich dar.

Nicht erfasst seien sonstige Unfallursachen, wie beispielsweise ein allgemein fehlerhaftes Verhalten der Fahrzeugführenden. Die Verteilung aller Unfallursachen ist dem Vorjahr ähnlich.

Unfälle mit E-Scootern nehmen zu


Wie auch im Vorjahr sind die Unfälle unter Beteiligung von E-Scootern deutlich gestiegen. Von 107 (81) Unfällen wurden 12 (13) unter dem Einfluss von Alkohol und 3 (2) unter dem Einfluss von Drogen verursacht. Dabei zeige sich auch, dass dieses Verkehrsmittel weiterhin immer häufiger genutzt wird.

Die Zahl der verletzten Kinder ist zwar auf 57 (47) gestiegen, jedoch konnten die Schulwegunfälle um mehr als die Hälfte auf 5 (11) reduziert werden. Dies sei erfreulich, so Inspektionsleiter Bodendiek, der den Rückgang auch auf Maßnahmen wie die „Schulstraße“ vor der Grundschule Altmühlstraße oder die regelmäßige Schulwegüberwachung der Beamten zurückführe.

Sowohl die Zahl der sogenannten folgenlosen Trunkenheitsfahrten als auch die Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Alkohol sind 2025 rückläufig. Gleiches gilt für Fahrten und Unfälle in Zusammenhang mit Drogeneinfluss.

Pedelec-Fahrer in viele Unfälle verwickelt


Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern sind seit nunmehr vier Jahren konstant rückläufig. Die Gesamtzahl sank auf 529 (580) und bildet damit rund 8 Prozent aller Unfälle. Auch die Zahl der verletzten Radfahrer folge diesem Trend und ist auf 251 (267) gesunken. Einen nach wie vor großen Anteil an den Unfällen haben Pedelecs mit 129 (etwa 24 Prozent aller Fahrradunfälle). Das Verletzungsrisiko bei dieser Verkehrsbeteiligung ist noch immer hoch. Von 129 (145) Unfällen wurden 80 (94) Radfahrende leicht und 23 (12) schwer verletzt. Das entspricht einer Verletzungsquote von fast 80 Prozent bei der Beteiligung an einem Verkehrsunfall.

Dazu Inspektionsleiter Bodendiek: "Auch auf Stürze von Radfahrenden bei schwierigen Witterungsbedingungen, wie beispielsweise am 27. Dezember, können wir leider keinen Einfluss nehmen. Ich betrachte zudem die hohe Zahl an eScootern bei den Verkehrsunfällen mit Sorge. In diesem Zusammenhang steigt nicht nur die Zahl der Verkehrsteilnehmenden, sondern auch deren Fehlverhalten. Das Fahren zu zweit oder die Benutzung des Radwegs entgegen der Fahrtrichtung spielen in Zusammenhang mit dem Unfallrisiko eine große Rolle."