Weiterer E-Scooter-Anbieter startet im Juli in Braunschweig

Die Stadt Braunschweig legt den politischen Gremien aktuelle Zahlen zur Nutzung der Leih-Scooter in der Löwenstadt vor.

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Eine der E-Scooter-Abstellzonen im Innenstadtbereich. Archivbild
Eine der E-Scooter-Abstellzonen im Innenstadtbereich. Archivbild | Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. Bereits seit 2019 läuft in Braunschweig das Angebot, mit Leih-E-Scootern individuell durch die Stadt zu fahren. Der Fachbereich Tiefbau und Verkehr der Stadt Braunschweig informiert die politischen Gremien aktuell mit einer Mitteilung außerhalb von Sitzungen über den Sachstand bezüglich des E-Scooter-Betriebes in der Löwenstadt.



Dabei gibt es auch eine echte Neuigkeit zu vermelden. Neben den bisherigen Leih-Anbietern Bolt, Dott (ehemals Tier) und Voi wird es ab Juli einen weiteren Namen geben. Der Anbieter Ryde will seinen Betrieb zum 1. Juli in Braunschweig mit einer Flotte von rund 800 E-Scootern starten. Hierfür erforderliche Abstimmungen zwischen Verwaltung und Unternehmen würden aber noch ausstehen.

Fast 900.000 Fahrten


Im Jahr 2025 wurden insgesamt 893.939 Fahrten mit Leih-E-Scootern im Stadtgebiet durchgeführt. Bei den Zahlen sei zu berücksichtigen, dass belastbare Angaben des Anbieters Voi, der im April 2025 an den Start gegangen ist, erst seit Juli 2025 vorliegen. Insgesamt zeige die Nutzung eine klare saisonale Dynamik, auf die die Anbieter mit einer Anpassung der Flottengrößen reagieren würden.

Bolt setzte im Jahresdurchschnitt 817 Fahrzeuge pro Monat ein. In den Sommermonaten lag die durchschnittliche Flottengröße bei 866 Fahrzeugen mit rund 48.500 Fahrten pro Monat, in den Wintermonaten bei 766 Fahrzeugen mit rund 37.600 Fahrten pro Monat. Dott verfügte im Durchschnitt über 608 Fahrzeuge pro Monat. In den Sommermonaten wurden mit durchschnittlich 638 Fahrzeugen rund 19.900 Fahrten pro Monat durchgeführt, in den Wintermonaten mit 577 Fahrzeugen rund 14.300 Fahrten pro Monat.

Voi setzte seit Markteintritt durchschnittlich 658 Fahrzeuge pro Monat ein. In den Sommermonaten lag die Flottengröße bei 672 Fahrzeugen mit rund 29.800 Fahrten pro Monat, in den Wintermonaten bei 644 Fahrzeugen mit rund 27.400 Fahrten pro Monat.

Qualitätsvereinbarung als Voraussetzung


Bereits im Frühjahr 2020 sei eine Qualitätsvereinbarung eingeführt worden, die verbindliche Standards für Betrieb, Abstellung, Reaktionszeiten bei Beschwerden sowie Datenaustausch festlegt. Die Einhaltung dieser Standards sei Voraussetzung für den Betrieb im Stadtgebiet Braunschweig. Auf dieser Grundlage sei das Steuerungssystem kontinuierlich weiterentwickelt worden.


Ein zentrales Element stelle die differenzierte Flächenregelung im Stadtgebiet dar. Mit Einführung eines stationsbasierten Systems in der Innenstadt (Zone A1) Ende 2022 ist das Abstellen von E-Scootern dort ausschließlich in definierten und digital hinterlegten Abstellflächen zulässig. In den übrigen Stadtbereichen (Zone A2 bis Zone C) gelte weiterhin ein reguliertes Free-Floating-System unter Beachtung klar definierter Regeln und Ausschlussflächen.

Weniger Konflikte


Die Kombination aus stationsbasiertem System in Zone A1 und reguliertem Free-Floating in den übrigen Zonen habe sich als wirksames Instrument erwiesen, so die Verwaltung. Konflikte mit Fußgängern konnten reduziert und die Barrierefreiheit verbessert werden.

Die positive Wirkung spiegele sich deutlich in der Entwicklung der Beschwerdelage wider. Beim Ideen- und Beschwerdemanagement der Stadt Braunschweig wurden im Jahr 2020 insgesamt 34 Beschwerden registriert, 2021 waren es 30 und im Jahr 2022 45. Seit der weiteren Ausdifferenzierung der Parkzonen und der konsequenten Umsetzung des stationsbasierten Systems sei ein deutlicher Rückgang festzustellen: 2023 wurden 15 Beschwerden verzeichnet, 2024 nur noch vier und im Jahr 2025 ebenfalls vier.

Das Fazit der Verwaltung


E-Scooter seien inzwischen ein etablierter Bestandteil der urbanen Mikromobilität in Braunschweig, so das Fazit der Verwaltung. Die Nachfrage sei mit knapp 900.000 Fahrten im Jahr 2025 hoch, die Flotten würden saisonal bedarfsgerecht angepasst und die Beschwerdelage habe sich durch die getroffenen Steuerungsmaßnahmen deutlich verbessert. Die Kombination aus Qualitätsvereinbarung, stationsbasiertem System in der Innenstadt und digital gestützter Zusammenarbeit mit den Betreibern habe sich als tragfähiges und ausgewogenes Steuerungsmodell erwiesen.

Die Verwaltung wolle den Betrieb weiterhin eng begleiten und bei Bedarf nachsteuern, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mobilitätsangebot, Verkehrssicherheit und den Anforderungen an den öffentlichen Raum sicherzustellen.