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Ente gut, alles gut: Die tierischsten Rettungsaktionen des Jahres



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Ente gut, alles gut: Die tierischsten Rettungsaktionen des Jahres

Manchmal ist es wirklich zum Piepen, zu was für tierischen Einsätzen Polizei und Feuerwehr ausrücken müssen. Wir haben mal einige herausgesucht.

von Anke Donner


Immer wieder werden Polizei und Feuerwehr zu tierischen Einsätzen gerufen.
Immer wieder werden Polizei und Feuerwehr zu tierischen Einsätzen gerufen. Foto: Salzgitterinfos/Gebel

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Region. Eine Katze, die sich selbst überschätzend den höchsten Baum aussucht, Enten auf der Überholspur oder eine Gänsefamilie unter Polizeigeleit - die tierischen Rettungsaktionen treiben so manch einem Lachtränen in die Augen. Manchmal auch der Rührung und Erleichterung. Fast immer zeigen sie uns aber auch, dass die Einsatzbereitschaft von Polizei und Feuerwehr auch vor den kleinsten Lebewesen nicht Halt macht. Einige dieser tierischen Rettungsaktionen aus diesem Jahr haben wir mal zusammengestellt.



Ganz klar. Kater Gerd aus Vechelade ist der unangefochtene Kletterkönig des Jahres. Im Herbst suchte er sich den höchsten Baum in Nachbars Garten aus, um seine Kletterkünste zu beweisen. Hoch hat das auch gut geklappt. Nur beim Abstieg brauchte Gerd die Hilfe eines Baumkletterers.

"Fangt mich, wenn ihr könnt", dachte sich kurz vor Weihnachten wohl die Katze, die in Wolfenbüttel einen Ausflug auf ein Dach machte. Als nämlich die Feuerwehr mitsamt Drehleiter anrückte, suchte der Vierbeiner das Weite.



Ob die Katze an diesem Tag eine Vorladung beim Gericht hatte, ist nicht klar. Auf jeden Fall trieb sie sich auf dem Dach des Amtsgerichts Wolfenbüttel rum, ehe sie von der Feuerwehr wieder auf den Boden der Tatsachen geholt wurde.

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Katzen sind wahre Entdecker und scheinbar Spezialisten, wenn es darum geht, sich in prekäre Situationen zu bringen. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum sich in Wolfenbüttel eine Katze ausgerechnet ein Regenrohr für ihr Abenteuer ausgesucht hat. Die Feuerwehr rückte mit schwerem Gerät an, um das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Einen sehr schlechten Ort zum Verstecken hatte sich eine Katze in Wolfenbüttel gesucht. Sie musste von der Feuerwehr befreit werden.
Einen sehr schlechten Ort zum Verstecken hatte sich eine Katze in Wolfenbüttel gesucht. Sie musste von der Feuerwehr befreit werden. Foto: Feuerwehr Wolfenbüttel


Vielleicht wollte sie das verschneite Bad Harzburg zur Vorweihnachtszeit bestaunen, oder auf den Weihnachtsmann warten. Der Ausflug auf einen Baum endete für eine Katze in Bad Harzburg jedenfalls damit, dass sie mit den Pfoten in einer Astgabel stecken blieb und von der Feuerwehr befreit werden musste. Danach ging es husch wieder hinter den warmen Ofen.

Hundstage


Dass nicht nur Katzen auf Dächer klettern können, bewies im Frühjahr ein Hund in Helmstedt. Er hatte einen Ausflug auf das Dach eines Mehrfamilienhauses gemacht, sich aber für den Rückweg Verstärkung der örtlichen Feuerwehr geholt. Die holte den Vierbeiner mit einer Drehleiter vom Dach und übergab ihn an sein Herrchen.

Einen sehr gefährlichen Ort für einen Ausflug hatte sich im August ein Hund gesucht. Nachdem er zunächst auf der K90 herumlief und später auf der A36 bei Wolfenbüttel, wurde er von Beamten der Autobahnpolizei eingefangen und ins Tierheim gebracht.

Wirklich dramatische Szenen spielten sich im Februar am Heidbergsee ab. Beim Gassigehen war ein Hund in das eisige Wasser eingebrochen und konnte sich nicht mehr selbst an das rund 100 Meter entfernte Ufer retten. Einem Feuerwehrmann in einem Überlebensanzug gelang es schließlich, mit einem aufblasbaren Wasser- und Eisrettungsgerät über die dünne Eisfläche zu dem schon völlig geschwächten Hund vorzudringen. Der kleine Vierbeiner ließ sich ans rettende Ufer bringen und konnte dort seiner überglücklichen Halterin übergeben werden.

Auch Hündin Roxi wurde dünnes Eis im Februar zum Verhängnis. Auf der zugefrorenen Oker Höhe Südsee zog es sie aufs Eis, wo sie einbrach. Auch hier eilte die Feuerwehr zur Rettung herbei. Eine Einsatzkraft, ausgestattet mit einem speziellen Eisrettungsanzug, stieg ebenfalls ins eiskalte Wasser und half der Hündin wieder an Land. Unterkühlt, aber sonst unverletzt konnte sie wieder ihrer Besitzerin übergeben werden.

Die Cowboys in Uniform


Mit Zaumzeug und Strick sind Peiner Polizisten im September nach Neubrück (Gemeinde Wendeburg) ausgerückt, um Pferde einzufangen, die zuvor die Didderser Straße unsicher gemacht hatten. Den Beamten mussten ihre Ausrüstung jedoch nicht mehr einsetzen, die Tiere waren bereits von Anwohner eingefangen worden.

Einige Wochen später machten auch Polizisten in Schöppenstedt die Erfahrung, wie es ist, ausgebüxten Pferden hinterherzujagen. Hier gelang es den Beamten, die Pferde einzufangen und an den Besitzer zu übergeben.

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Polizeieskorte zum Teich


Da soll mal einer sagen, die Polizei hat keine Zeit. Im Mai wurde die Polizei in Salzgitter Bad darüber informiert, dass sich im Bereich der Bahngleise eine Gans mit sieben kleinen Gänsen aufhält. Die Gans hatte sich offenbar verlaufen. Kurzum wurde die Entendame und ihre Sprösslinge unter Polizeischutz gestellt und etwa zwei Kilometer bis zum nahegelegenen Teich "Am Salgenteich" eskortiert.

Einen Ausflug auf die Polizeiwache machte im Juli eine Taube, nachdem sie von zwei Beamten in Langelsheim aufgegriffen wurde. Das Tier konnte offenbar nicht mehr fliegen und wurde von der Polizei zunächst auf die Wache gebracht. Von dort aus ging es auf den Bauernhof eines Kollegen in das Pflegeschutzprogramm. Die Taube befindet sich dort übrigens in bester Gesellschaft. Neben ihr wurden zu dieser Zeit ein Kernbeißer und eine Meise aufgepäppelt. Zuvor wurden dort unter anderem schon Eichhörnchen, Mauersegler, Elstern, und Fischreiher gesund gepflegt.

Ente gut, alles gut


Ein großes Herz für kleine Enten bewiesen Polizisten in Goslar und Braunschweig. In Goslar wurden die Beamten zu sechs, offenbar verwaisten, Entenküken im Claustorwall gerufen, die auf der Straße herumliefen. Einige Kinder hatten schon versucht, die flauschigen Küken einzufangen. Die Polizei übernahm die Entenrettung und brachte die Enten in einen nahegelegenen Teich.

Die Küken wurden zu einer Tierschutzorganisation gebracht.
Die Küken wurden zu einer Tierschutzorganisation gebracht. Foto: Polizei


Einen nicht ganz ungefährlichen Spaziergang unternahmen fünf kleinen Entlein im Juli auf der A2 Höhe Hämelerwald. Autofahrer meldeten, dass die Tiere ohne Begleitung eines Erwachsenen auf dem Standstreifen unterwegs waren. Die Autobahnpolizei Braunschweig hatte daraufhin den Bereich mehrfach abgefahren, aber zunächst nichts entdeckt. Etwa zwei Stunden später riefen erneut mehrere Autofahrer an. Diesmal wurden die Beamten fündig. Sie konnten die mutterlosen Küken einfangen und an den Tierschutz übergeben.

Einen etwas ungewöhnlichen Nistplatz hatte sich eine Stockenten-Mama in Braunschweig ausgesucht. Sie hatte ihre Jungen auf dem begrünten Dach im Quartier St. Leonhard in Braunschweig zur Welt gebracht. Anwohner hatten beobachtet, wie die Küken, wahrscheinlich auf der Suche nach einem Gewässer, sehr dicht an die Dachkante kamen und abzustürzen drohten. Die Feuerwehr und der Tierschutz fingen die Entenmutter und ihre sieben Küken ein und brachten sie zu den Kreuzteichen.


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