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Gemeinsames "grünes Gewerbegebiet" von vier Partnern am Autobahnkreuz Königslutter geplant



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Gemeinsames "grünes Gewerbegebiet" von vier Partnern am Autobahnkreuz Königslutter geplant

Beteiligt sind die Städte Braunschweig und Wolfsburg sowie die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel. Im kommenden Jahr soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden.

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Symbolbild Foto: regionalHeute.de

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Region. Der Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel sowie der kreisfreien Städte Wolfsburg und Braunschweig planen die Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebietes am Autobahnkreuz A2/A39. Das teilen die Partner in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Dabei soll die Entwicklung einer modellhaften grünen Infrastruktur im Vordergrund stehen.



Die Städte Braunschweig und Wolfsburg seien prägender Teil der wichtigsten Industrie- und Forschungsregion Niedersachsens. Internationale Konzerne und renommierte Forschungseinrichtungen seien hier ebenso ansässig wie ein breit gefächerter Mittelstand. Der bemerkenswerte Mix aus Gewerbe- und Industriestätten sowie wissenschaftlichen Einrichtungen schaffe die Grundlage dafür, dass sich hier Wirtschaft und Wissenschaft perfekt ergänzen. Ihre wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft in Verbindung mit der hervorragenden Lage mitten in Europa machten die Region zu einem attraktiven Standort.

Landkreis Helmstedt braucht den Strukturwandel


Der durch die Braunkohlewirtschaft geprägte Landkreis Helmstedt werde in seinem Kerngebiet von dieser positiven wirtschaftlichen Entwicklung bislang nicht erfasst. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegen die Wirtschaftskraft und die damit verbundenen Gewerbesteuereinnahmen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Für das Braunkohlekraftwerk am Standort Buschhaus endete die Sicherheitsbereitschaft im Jahr 2020. Durch dieses endgültige Aus der Braunkohleförderung und -verstromung verschärfe sich die schwierige wirtschaftliche Lage zusätzlich. Ein Strukturwandel hin zu zukunftsorientierten Arbeitsplätzen sei dringend erforderlich.


Eine positive wirtschaftliche Entwicklung sei eng verbunden mit einer aktiven kommunalen Ansiedlungspolitik. Durch die Ansiedlung von Unternehmen beziehungsweise deren Vergrößerung könne das Arbeitsplatzangebot erhalten und ausgebaut werden. Arbeitsplätze würden gesichert oder neu geschaffen, wertvolle Fachkräfte nachhaltig an die Region gebunden, Gewerbesteuern eingenommen und lokale sowie regionale Wertschöpfung generiert. Damit stelle die wirtschaftliche Entwicklung vor allem auch eine Wohlstandssicherung dar. Denn ohne Gewerbesteuereinnahmen könnten keine Investitionen in Schulen und Kindergärten, Gemeinde- und Kreisstraßen, Schwimmbäder, Freizeit- und Kultureinrichtungen, soziale Infrastruktur, Umweltschutzmaßnahmen oder in schnelle Internetanschlüsse erfolgen.

Defizit an Gewerbeflächen in Braunschweig und Wolfsburg


Mit Blick auf den überregionalen Standortwettbewerb müsse der Landkreis Helmstedt attraktive und zukunftsweisende Rahmenbedingungen schaffen, um die Ansiedlung neuer Unternehmen zu fördern und den Wegzug von Bestandsunternehmen zu verhindern. Die Bereitstellung attraktiver Flächen für die Gewerbeansiedlung in Verbindung mit nachhaltigen Konzepten sei hierfür von entscheidender Bedeutung. Die Städte Braunschweig und Wolfsburg hätten bereits jetzt ein Defizit an Gewerbeflächen und legten daher neben der Entwicklung eines Flächenangebots auf dem eigenen Stadtgebiet auch einen Schwerpunkt auf interkommunale Kooperationen.

Der Natur Raum zurückgeben



Um den dringend notwendigen wirtschaftlichen Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, habe der Landkreis Helmstedt zukunftsorientierte Projekte für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung entwickelt. Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit stehen dabei im besonderen Fokus. Im Rahmen dieses landkreisweiten Strukturwandels gehe es um ein ausgewogenes Verhältnis von wirtschaftlichen Notwendigkeiten und ökologischen Standards. Einerseits werde der Natur nach dem Braunkohleabbau erheblicher Raum zurückgegeben, wie zum Beispiel durch den Lappwaldsee, den Eitzsee, die großen Renaturierungsflächen der ehemaligen Tagebauflächen und das Projekt „Wildnis wagen“ im Tagebau Schöningen. Andererseits sei es erforderlich, Flächen für die langfristige Sicherung des Wohlstands der Menschen im Landkreis Helmstedt zu erschließen.

„Ein zentrales Projekt für den wirtschaftlich notwendigen Strukturwandel und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sei die Errichtung eines modellhaften Gewerbegebietes am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter (A2/A39)“, verdeutlicht der Helmstedter Landrat Gerhard Radeck. „Ziel ist es, in einem ersten Konzept zu erarbeiten, wie dieses Gewerbegebiet im nordwestlichen Teil des Landkreises Helmstedt zwischen den beiden Oberzentren Braunschweig und Wolfsburg einen auf nachhaltige Technologie ausgerichteten Schwerpunkt erhalten und damit neue, zukunftsorientierte Gesichtspunkte in den Fokus rücken kann.“ „Gewerbegebiete sind neu zu denken. Dabei geht es um den schonenden Umgang mit knappen Flächen ebenso, wie nachhaltiges Bauen, effiziente Energienutzung, integrierte Mobilitätskonzepte und den schonenden Umgang mit Natur und Landschaft“, so die Wolfenbütteler Landrätin Christiana Steinbrügge.

Entwicklung einer modellhaften grünen Infrastruktur


Zur Bewältigung des Strukturwandels stehe die Transformation hin zu einer ökonomischen, ökologischen sowie sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur an oberster Stelle, um den Menschen in den betroffenen Regionen und insbesondere in den ländlichen Teilen neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven zu bieten. Daher stünden für das angedachte Gewerbegebiet insbesondere Themen wie die Entwicklung einer modellhaften grünen Infrastruktur zur Einbindung des Standortes in ein regionales Biotopverbundnetz im Fokus. Auch die deutliche Verbesserung der Anbindung an das regionale ÖPNV-Netz – und damit die Gewährleistung der Erreichbarkeit des potenziellen Gebiets für Fach-/Arbeitskräfte durch emissionsarme Verkehrsmittel – werde angestrebt.

Der interkommunale Kooperationsansatz zur Ausweisung eines gemeinsamen Gewerbegebietes stelle die bedarfsgerechte Entwicklung der benötigten Gewerbeflächen über kommunale Grenzen hinweg sicher, stärke die beiden Oberzentren Braunschweig und Wolfsburg, unterstütze den Strukturwandel und die Standortentwicklung in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel und fördere nicht zuletzt auch den Regionsgedanken. Die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit aller beteiligten Kommunen, sowie die der Region insgesamt, würden nachhaltig gestärkt. „Braunschweig macht sich schon lange für interkommunale Lösungen zur Bewältigung der Gewerbeflächenknappheit stark. Attraktive Gewerbe- und Industrieflächen bieten Raum für die Ansiedlung oder Erweiterung von Unternehmen und damit für die Schaffung neuer Arbeitsplätze für unsere Region“, so Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth. „Dieser erneute Vorstoß für ein interkommunales Gewerbegebiet ist ein ebenso positives wie notwendiges Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer Kommunen und unserer gesamten Wirtschaftsregion.“

Machbarkeitsstudie soll in Auftrag gegeben werden


Daher soll auf der Grundlage des Konzeptes regionalbedeutsamer Gewerbestandorte (KOREG) im kommenden Haushaltsjahr 2021 eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden. Das Ziel sei, die Potentiale einer gewerblichen Entwicklung mit den genannten Schwerpunktsetzungen zu prüfen. Dabei gehe es insbesondere auch um die Ermittlung des Bedarfs, um entsprechende Ausbaustufen zu realisieren. Auch die Vereinbarkeit mit Ansprüchen wie entstehenden Verkehrsströmen sowie Umwelt- und Klimaschutz stünden im Fokus. Denn im Sinne einer Transformation hin zu einer ökonomischen, ökologischen sowie sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur gehe es darum, neue Wege zu beschreiten. Die entwickelte Idee eines modellhaften grünen Gewerbegebietes der Zukunft zur Stärkung der regionalen Wirtschaft könne hierzu beitragen.

„Interkommunale Gewerbegebiete sind wichtig, weil sie flächenschonend sind, die kommunalen Haushalte entlasten und sowohl der Wirtschaft als auch den Menschen in der Region helfen“, erklärt Klaus Mohrs, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg. „Das Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter sticht insbesondere durch seine besonders günstige verkehrstechnische Lage hervor.“


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