Gifhorn. Mit der feierlichen Einweihung des neu gestalteten Innenhofs am heutigen Dienstag ist an den Berufsbildenden Schulen I (BBS 1) in Gifhorn ein moderner Lern- und Begegnungsraum entstanden. Die Neugestaltung knüpft unmittelbar an den im September 2025 eröffneten Neubau des Kompetenzzentrums an. Darüber berichtet der Landkreis Gifhorn in einer Pressemitteilung.
Der dreigeschossige Neubau der BBS I hat direkte Auswirkungen auf den Freianlagenbereich der Schule, insbesondere den Innenhof. Daher war im Sinne einer ganzheitlichen Planung die Außen- und Schulhofgestaltung ein integrierter Projektbestandteil.
"Weit über die klassische Pausennutzung hinaus"
„Der neu gestaltete Schulhof bietet einen großen Mehrwert für Unterricht, Bewegung und Nachhaltigkeit und unterstützt damit gezielt verschiedene schulische Schwerpunkte. Durch die vielfältigen neuen und wiederhergestellten Bereiche entsteht ein Lern- und Lebensraum, der weit über die klassische Pausennutzung hinausgeht. Wir sind daher sehr glücklich über den erfolgreichen Projektverlauf und auch darüber, dass die Schülerinnen und Schüler den Schulhof nun wieder vollumfänglich nutzen können“, sagt Schulleiterin Regina Ruge.
„Der Umbau an den Berufsbildenden Schulen I ist auch deshalb so gelungen, weil hier ganzheitlich geplant und gedacht wurde und wir ein absolut vielfältiges und ineinandergreifendes Konzept erleben. So stelle ich mir moderne Bildungseinrichtungen vor. Ich bin sehr froh über diesen Leuchtturm in unserer Bildungslandschaft, denn Investitionen in Bildung zahlen sich unter so vielen Aspekten positiv aus und stärken unsere Gesellschaft.“, sagt Landrat Philipp Raulfs.
Start im Juli 2025
Baustart für den Außenbereich war bereits im Juli 2025 mit der Verlegung der erforderlichen Regenentwässerungsleitungen auf dem Parkplatz. Anschließend wurden alle Ver- und Entsorgungsleitungen entlang des Neubaus (Kompetenzzentrum) und im Innenhof verlegt, im Einzelnen Elektro-, Regenwasser- und Schmutzwasserleitungen sowie Wärmeversorgungsleitungen.
Auch wurden zwei Zisternen eingebaut, um ausreichend Niederschlagswasser zur Beregnung in den Sommermonaten vorhalten zu können. Sie leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Bewässerung der Pflanzen. So kann Regenwasser gesammelt und sinnvoll genutzt werden, wodurch ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen vermittelt wird.
Hauswirtschaft, Ernährung und Agrar profitieren
Auch der Bereich Hauswirtschaft und Ernährung wird durch die neuen Hochbeete sowie das Obst- und Gemüsebeet gestärkt. Schülerinnen und Schüler können den Weg von Lebensmitteln vom Anbau bis zur Verarbeitung nachvollziehen. Selbst angebaute Kräuter, Obst und Gemüse schaffen einen direkten Bezug zu gesunder Ernährung und fördern ein nachhaltiges Bewusstsein für Lebensmittel, so der Landkreis. Selbst angebautes Obst, Gemüse und Kräuter können in den Küchen verarbeitet werden.
Ebenso profitiert der Agrarbereich von den neuen Gestaltungselementen. Die Hochbeete, das Obst- und Gemüsebeet sowie die Agrarversuchsflächen ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, landwirtschaftliche Prozesse direkt zu erleben und praktisch zu erlernen. Der Bauerngarten knüpft dabei an traditionelle Anbaumethoden an und bietet gleichzeitig Raum für neue Experimente und Beobachtungen.
Bewegung, Nachhaltigkeit und selbstorganisiertes Lernen
Im Sinne der Idee „Schule in Bewegung“ bietet der neue Schulhof zahlreiche Möglichkeiten zur körperlichen Aktivität. Der Calisthenicspark lädt zu sportlicher Betätigung und zum Training mit dem eigenen Körpergewicht ein. Der Doppel-Walker ermöglicht niedrigschwellige Bewegung für alle Altersgruppen, während die Boulebahn gemeinschaftliche Spiele und soziale Interaktion fördert. Die Tischtennisplatte ergänzt das Bewegungsangebot und bietet zusätzlich eine beliebte Möglichkeit zur aktiven Pausengestaltung. Diese Angebote unterstützten nicht nur die körperliche Fitness, sondern förderten auch Teamgeist, Ausgleich zum Unterricht und das allgemeine Wohlbefinden.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt auf Nachhaltigkeit und Umweltbildung. Die Umwelt-AG und das Bienenprojekt profitieren besonders von den neuen Zisternen, die helfen, Wasser zu sparen und nachhaltige Bewässerung zu ermöglichen. Die bienenfreundliche Bepflanzung schafft neue Lebensräume für Insekten und unterstützt aktiv den Artenschutz. Darüber hinaus sorgt die neu eingeführte Mülltrennung auf dem Schulhof dafür, dass umweltbewusstes Handeln auch im Alltag der Schülerinnen und Schüler stärker verankert wird.
Raum für Gruppenarbeit
Nicht zuletzt eröffnet der neue Schulhof auch neue Möglichkeiten für selbstorganisiertes Lernen. Die Sitzgruppen bieten Raum für Gruppenarbeit, ruhiges Arbeiten oder Unterricht außerhalb des Klassenzimmers. Die vervollständigt das Konzept der BBS 1 welches bereits mit dem Selbstlernbereich und dem Campus und den übrigen Selbstlernzonen im gesamten Schulgebäude verfolgt wird. Das grüne Klassenzimmer ermöglicht Lernen in einer naturnahen Umgebung, was die Konzentration fördern und neue Lernformen unterstützen kann. So wird der Schulhof zu einem erweiterten Lernraum, der Bewegung, Naturerfahrung und Unterricht miteinander verbindet.
Abgeschlossen ist das Gesamtprojekt noch nicht. Es werde zielstrebig weiter gebaut, derzeit nördlich des Neubaus. Geplant ist die Fertigstellung aller Leistungen einschließlich Wiederherstellung des Radweges bis Juli 2026. Die Kosten belaufen sich auf rund 400.000 Euro.


