Auch hier wurden Hexen verbrannt: Ausstellung setzt sich damit auseinander

Insgesamt starben wohl in einem Jahr 17 Frauen auf dem Scheiterhaufen. Die städtischen Museen sind mittendrin in der Aufarbeitung.

von


Hexenverbrennungen fanden wohl auch im heutigen Salzgitter statt (Symbolbild).
Hexenverbrennungen fanden wohl auch im heutigen Salzgitter statt (Symbolbild). | Foto: Anke Donner

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Salzgitter. Die Zeiten, in denen Hexen verfolgt und verbrannt wurden, sind zwar schon viele hundert Jahre her. Doch es ist immer wieder erstaunlich, wie nah dran diese Taten sein können. Womöglich wurden im Jahr 1565 auch zehn Frauen aus dem heutigen Salzgitter-Bad und sieben aus Lichtenberg auf dem Galberg bei lebendigem Leibe verbrannt. Das Schicksal dieser Frauen zu würdigen, sei Aufgabe der heutigen Stadt Salzgitter, darauf weist die Ratsgruppe Grüne / Die PARTEI in einer Anfrage hin.



Diese historischen Ereignisse im damaligen Amt Liebenburg, aber auf dem heutigen Salzgitteraner Stadtgebiet, seien teilweise aufgearbeitet worden. Grundlage dafür sei vor allem die einzige bekannte, überlieferte zeitgenössische Quelle zu den Hexenverbrennungen: ein altes Kirchenbuch der Gemeinde St. Mariae-Jakobi in Salzgitter-Bad, teilt die Verwaltung mit. Seit 2015 habe es aber keine weiteren Informationen über den Fortschritt der historischen Forschungen gegeben, heißt es in der Anfrage im Rat. Vor allem sei es interessant, was die Konsequenzen aus den Erkenntnissen sind. Wie könnte die Stadt an diese historischen Ereignisse erinnern? Die Ratsgruppe Grüne / Die PARTEI formuliert einen Vorschlag in Form einer Frage: "Kann sich die Verwaltung vorstellen, eine Gedenktafel für diese Frauen zu errichten?"

Ausstellung zu Hexenverbrennungen in Salzgitter geplant


Die Verwaltung zeigt in ihrer Antwort auf, dass es bereits Pläne gebe. Demnach arbeite das Städtische Museum Schloss Salder bereits seit längerem an einer Sonderausstellung zum Thema "Hexenverfolgung in Salzgitter". Vorbereitungsarbeiten und Recherchen durch das Museumsteam seien bereits angelaufen. Bis Interessierte sich die Ergebnisse anschauen können, wird es aber noch eine Weile dauern. Die Ausstellung soll voraussichtlich 2029 für Besucher zugänglich sein, schreibt die Stadt.

Wer schon etwas früher mehr über die Hexenverbrennungen erfahren möchte, hat bereits zwei Jahre vorher die Chance dazu. Denn in der für 2027 geplanten Sonderausstellung „frauenORTE“ im Städtischen Museum Schloss Salder werde das Thema Hexenverbrennung ebenfalls aufgegriffen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Auf diese Weise setze sich die Stadt Salzgitter öffentlich mit der lokalen Hexenverfolgung auseinander und vermittele Forschungsergebnisse, die durch eine Publikation dauerhaft zugänglich bleiben. Aus Sicht der Stadtverwaltung werde in dieser Form der Hexenverfolgung auf dem heutigen Gebiet der Stadt Salzgitter gebührend gedacht. Zu dem Vorschlag einer Gedenktafel äußert sich die Verwaltung nicht konkret.