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Tag der Ersten Hilfe: So verhält man sich im Notfall richtig

Zum Tag der Ersten Hilfe geben die Johanniter Tipps, wie man bei einem Notfall richtig handelt.

Die Herzdruckmassage kann Leben retten. (Archivbild)
Die Herzdruckmassage kann Leben retten. (Archivbild) Foto: Julia Seidel

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12.09.2020

Braunschweig. Vielen Menschen ist unwohl bei dem Gedanken, Erste Hilfe leisten zu müssen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Dabei könne nur derjenige etwas falsch machen, der gar nichts tut, betont Susanne Bomnüter, Sachgebietsleitung Ausbildung/Vertrieb im Regionalverband Harz-Heide. Zum Tag der Ersten Hilfe am heutigen Samstag, geben die Johnanniter in einer Pressemitteilung Tipps für das richtige Verhalten im Notfall.


Um die Situation einschätzen zu können sollte man sich zunächst einen Überblick verschaffen. Was ist passiert? Ist jemand verletzt? Wenn ja, wie viele Verletzte gibt es? Sind diese ansprechbar? Sind schon andere Helfer aktiv? An zweiter Stelle sollte man sich selbst und andere schützen. Dies spiele insbesondere im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Dabei sollte das Warnblinklicht eingeschaltet und langsam an die Unfallstelle herangefahren werden. Das Fahrzeug sollt mit ausreichendem Abstand geparkt und ein Warndreieck aufgestellt werden. Auf dem Weg zur Unfallstelle sollte möglichst hinter der Leitplanke gelaufen werden. Die Zündung des Unfallwagens sollte dann abgestellt werden. Dabei sei auf Anzeichen eines Brandes zu achten. Drohe dem Verunfallten Gefahr, zum Beispiel durch Feuer oder Rauch, sollte der Betroffene mit Hilfe des sogenannten Rautek-Rettungsgriffes aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Dazu müsse von hinten mit beiden Händen unter die Achseln gegriffen werden und ein möglichst unverletzter Arm mit beiden Händen gegriffen werden.

Notruf absetzen


Darüber hinaus sollte der Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 alarmiert werden. Wichtig sei dabei die W-Fragen zu beantworten: Wo hat sich der der Notfall ereignet? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welcher Art sind die Verletzungen? Wichtig dabei: Nicht auflegen, sondern auf Rückfragen warten.

Erste Hilfe leisten


Bei der Ersten Hilfe sollte zunächst geprüft werden, ob die verletzte Person bei Bewusstsein ist und ob sie normal atmet. Ist der Betroffene ohne Bewusstsein, die Atmung aber normal, könne er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Atmet der Betroffene nicht oder ungleichmäßig, müsse umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Am wichtigsten sei dabei die konsequent und möglichst lückenlos durchgeführte Herzdruckmassage – 100 bis 120 Mal pro Minute. Die Wiederbelebung müsse fortgesetzt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Dabei könne man sich gegebenenfalls mit anderen Helfern abwechseln.

Erste Hilfe und Corona


Gerade in der aktuellen Zeit seien viele Menschen besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst schützen. Aber wie könne man bei einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? „Grundsätzlich gilt: Einen Notruf abzusetzen und die Unfallstelle abzusichern, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie“, sagt Johanniter-Expertin Susanne Bomnüter.

Ist der Verletzte an Corona erkrankt oder der Ersthelfer ist sich unsicher, könne auf eine Beatmung verzichtet werden. Um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren, könne das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden. Wer selbst zu einer Risikogruppe gehöre, könne andere Personen auffordern Erste Hilfe zu leisten. Ist niemand in der Nähe, sollte versucht werden mit angemessenen Sicherheitsabstand zu helfen.

Die wichtigsten Handgriffe der Ersten Hilfe lerne man am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs. Damit diese im Notfall ohne langes Nachdenken abgerufen werden können, raten die Johanniter, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen – am besten alle zwei Jahre.


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