Deswegen hängen in der Stadt diese kleinen Kisten an den Laternenmasten

Die zunächst unscheinbaren Mess-Stationen haben ganz schön was auf dem Kasten und die Lebensqualität in der Stadt im Blick.

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Der Klima-Cube erfasst Klima-Daten in Wolfenbüttel.
Der Klima-Cube erfasst Klima-Daten in Wolfenbüttel. | Foto: Werner Heise

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Wolfenbüttel. Im Wahlkampf rücken nicht nur politische Versprechen und Standpunkte in den Mittelpunkt. Auch die Laternenmasten im Stadtgebiet, an denen die Wahlplakate hängen, werden jetzt deutlich häufiger und genauer betrachtet als sonst. In Wolfenbüttel fällt dem ein oder anderen daher vielleicht weiter oben an den Masten derzeit eine kleine Kiste auf, die offenbar über ein eigenes kleines Solar-Panel verfügt. Klima-Cube steht auf diesen Geräten. Was hat es damit auf sich?



Klima-Cube – der Name ist ein wenig auch Programm. Das englische Wort „Cube“ bedeutet zwar eigentlich „Würfel“. Die Kisten, die hier an den Laternenmasten über den Wahlplakaten hängen, sind aber eher länglich und an den Ecken abgerundet. Sie messen, und darum geht es dabei eigentlich, Klimadaten an verschiedenen Orten im Stadtgebiet. Das Ganze ist ein Projekt der Ostfalia-Hochschule. Die Cubes sind kleine Mess-Stationen, die lokale Unterschiede erfassen. So lassen sich zum Beispiel sogenannte Hitze-Hotspots oder Unterschiede zwischen einzelnen Stadtteilen erkennen, wie es in einem Erklär-Video der Ostfalia heißt.

Kleine Mess-Stationen liefern Daten für Wolfenbüttel


Auf der Homepage der Hochschule heißt es zu diesem Projekt der Fakultät Maschinenbau: "Der Klima Cube Wolfenbüttel ist ein kompaktes Umweltdatenmesssystem, verpackt in einem kleinen Gehäusewürfel, das in Kooperation mit der Stadt Wolfenbüttel weiterentwickelt wurde und auf die spezifischen Anforderungen des urbanen Umfelds zugeschnitten ist." Als Grundlage diente ein bei der Stadt Wolfsburg entwickelter Klima-Cube, dessen Bauplan frei zugänglich ist. Dieser sei von der Ostfalia auf die speziellen Anforderungen der Stadt Wolfenbüttel hin angepasst und weiterentwickelt worden.


Ziel des Klima-Cube sei es, lokale klimatische Bedingungen im urbanen Raum – also in der Stadt – zu erfassen. Erkenntnisse daraus könnten dann frühzeitig in die Stadtplanung einfließen. Es gehe um die Lebensqualität in der Stadt. Das Gerät erfasse regelmäßig Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lautstärke, Partikelmengen (Feinstaub) und Indexwerte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) in seiner jeweiligen Umgebung.

Klima-Cube versorgt sich selbst mit Sonnenenergie


Dabei versorgt sich der "Würfel" über ein Solar-Panel selbst mit der nötigen Energie. Die Messdaten werden drahtlos übertragen und werden so zentral in einer Datenbank weiterverarbeitet. Die Klima-Cubes wurden bereits an verschiedenen Standorten innerhalb des Stadtgebietes an Straßenlaternen installiert.

Die Ostfalia plant und hofft, dass die Klima-Cubes sich im Stadtgebiet als Messinstrumente dauerhaft etablieren und Daten liefern, die systematisch ausgewertet und dann in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. So könnten auf deren Grundlage zum Beispiel Maßnahmen zum Klimaschutz entstehen, heißt es auf der Homepage der Hochschule.