Wolfenbüttel. Der Igel gehört mittlerweile zu den bedrohten Tierarten. Mähroboter stellen für ihn eine Lebensgefahr dar. Deshalb haben die Landkreise Helmstedt und Peine bereits vor geraumer Zeit per Allgemeinverfügung ein Nachtfahrverbot für diese Gartenhelfer erlassen. Nun wird dies auch im Landkreis Wolfenbüttel Thema.
Die Kreistagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen hat den Antrag gestellt, der Landkreis Wolfenbüttel möge nach den genannten Vorbildern eine Allgemeinverfügung zum Schutz des Igels erlassen. Hierin soll der Einsatz von Mährobotern in der Nacht – von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang – untersagt werden.
Keine technische Lösung
Igel gehörten zur heimischen Tierwelt und stünden inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste, heißt es in der Begründung des Antrags. Der Braunbrustigel („Westeuropäischer Igel“) sei nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Dennoch gingen die Bestände zurück. Neben Lebensraumverlust und Straßenverkehr spiele zunehmend auch der nächtliche Einsatz von Mährobotern eine Rolle. Da Igel nachtaktiv seien und sich bei Gefahr einrollen statt zu fliehen, können die Geräte schwere Verletzungen verursachen. Technische Lösungen würden bislang keinen verlässlichen Schutz bieten.
Zunächst geht es nur um die Annahme
Im Kreistag am kommenden Montag geht es zunächst nur darum, dass der Antrag angenommen wird. Das heißt, gibt es eine Mehrheit, würde der Antrag in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft beraten.
Dass so ein Antrag kein Selbstläufer ist, zeigte sich in der Stadt Salzgitter. Dort wurde ein ähnlicher Antrag – auch mit den Stimmen der Grünen – mehrheitlich abgelehnt. Antragsteller war die AfD. Auch in der Stadt Braunschweig wird in der kommenden Ratssitzung über so einen Antrag entschieden. Dort wurde der Antrag von der Gruppe BIBS / Robert Glogowski eingebracht.

