Rätselhafter Wasserverbrauch bei Sportverein: Das soll jetzt passieren

Dieser Sportverein rettete sich mit einer Spendenaktion aus einer bedrohlichen Lage. Doch wie kam es dazu und wie lässt sich das künftig verhindern?

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

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Wolfenbüttel. Eine gesalzene Rechnung hätte den SV Wendessen beinahe in den Ruin getrieben. Wie regionalHeute.de berichtete, hatte der Sportverein vom Wolfenbütteler Stadtrand eine ungewöhnlich hohe Wasserrechnung von den Stadtwerken erhalten, die auf einen ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch im Jahr 2024 zurückzuführen war, der sich aber nicht erklären ließ.



10.000 Euro sollte der Klub bezahlen – zehnmal mehr als in anderen Jahren. Der Verein stand finanziell am Abgrund, rettete sich aber mit einer erfolgreichen Spendenaktion. Doch die Fragen bleiben: Wie konnte diese hohe Summe entstehen? Und wie lässt sich das künftig verhindern? Darauf geben die Stadtwerke jetzt erste Antworten.

"Kein Mangel oder Fehler"


In den vergangenen Wochen hätten die Stadtwerke sowie Vertreter der Stadt und des Vereins in enger Abstimmung den Sachverhalt aufgearbeitet. Eine umfassende Überprüfung der Situation seitens der Stadtwerke und der Verwaltung vor Ort in Wendessen habe laut einer gemeinsamen Presseerklärung, die als Antwort auf eine Anfrage von regionalHeute.de bei uns eingegangen ist, ergeben, dass die Wasserleitungen keine Mängel aufweisen und ein Defekt der Zähler ausgeschlossen werden könne.

Es habe keine Messfehler gegeben. Das Wasser sei auf dem Sportgelände verbraucht worden. Die Stadtwerke hätten sozusagen geliefert wie bestellt. „Vor diesem Hintergrund sind die Leistung und die Rechnung der Stadtwerke korrekt und nicht zu beanstanden“, führen die Geschäftsführer der Wolfenbütteler Stadtwerke Vera Steiner und Ingo Schultz aus.

SV Wendessen ist finanziell vorerst gerettet


Der Verein hatte sich finanziell vor allem über die Spendenaktion aus der misslichen Lage gerettet. Die Stadtwerke hätten darüber hinaus jetzt eine Teilerstattung der Vorauszahlungen in Höhe von 5.800 Euro vorgenommen, da sich der Verbrauch wieder normalisiert habe. Dieses Geld sei bereits beim Verein eingegangen. „Mich freut es sehr, dass der SV Wendessen von der finanziellen Sorge entlastet ist und nunmehr wieder befreit seine tolle Vereinsarbeit fortsetzen kann“, erklärt Erster Stadtrat Thorsten Drahn.

Die Situation habe sich entschärft. „Wir sind erst einmal froh über die eingetretene Entspannung und wollen eine solche Problematik in Zukunft natürlich unbedingt vermeiden. Daher gehen wir nunmehr in den finalen Austausch mit der Verwaltung und den Stadtwerken“, sagt Hendrik Weber, der Vorsitzende des SV Wendessen.

Diese Ursachen sind ausgeschlossen


Auf Nachfrage von regionalHeute.de erklären die Stadtwerke, wie sie der Ursache für den hohen Wasserverbrauch auf den Grund gegangen sind. So hätten sie dafür zunächst die Trinkwasserzähler vor Ort überprüft. "Bei komplett abgestellten Verbrauchern stand der Zähler absolut still – eine Undichtigkeit oder ein Defekt des Zählers sind somit ausgeschlossen", heißt es. "Wir haben zudem geprüft, ob durch Druckschwankungen in einer langen Stichleitung ein sogenanntes Pendeln des Wassers stattgefunden haben könnte, was den Zähler fälschlicherweise antreibt. Eine solche Fehlmenge bewegt sich in einem minimalen Bereich von maximal 5 bis 10 Kubikmetern je Jahr und spielt für die hier vorliegende Größenordnung keine Rolle. Weiterhin haben wir auch die Beregnungsanlage überprüft."

Ein Leck zwischen Sportheim und Wasserzähler hatten Verantwortliche des Vereins als mögliche Fehlerquelle vermutet. Das schließen die Stadtwerke allerdings ebenfalls aus. Der Verbrauch sei nach den Prüfungen tatsächlich so auf dem Gelände, insbesondere durch die vor 2023 installierte Beregnungsanlage, angefallen, heißt es in der Antwort. Die genaue Ursache für den krassen Anstieg beim Wasserverbrauch im Jahr 2024 ist also weiterhin nicht ermittelt und wird wohl weiterhin ein Rätsel bleiben.

Rückflussverhinderer eingebaut


Nun leiten Stadt und Stadtwerke Maßnahmen ein, um einem erneut unerklärlich hohen Wasserverbrauch beim SV Wendessen künftig vorzubeugen. "Als proaktive Kulanz", wie sie betonen, hätten die Verwaltung und der Versorger unter anderem umgehend und unentgeltlich einen Rückflussverhinderer eingebaut, "um ein Pendeln bei Druckschwankungen für die Zukunft technisch gänzlich auszuschließen." Dies falle rechtlich eigentlich in den Zuständigkeitsbereich des kundeneigenen Installateurs.

Der Wasserverbrauch habe sich im vergangenen Jahr deutlich normalisiert. Zudem greife jetzt der ordnungsgemäß angemeldete Gartenwasserzähler für die Abwasserentlastung. Daher falle die erst kürzlich ausgestellte Folgerechnung wieder deutlich geringer aus.